Neues Programm der „Kastanie“: Konzerte, Kabarett, Krimis und Literatur

Blues im Blickpunkt

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Erwing Rau präsentiert das neue Programm.

Hollen - „Wir wollen DIE Blues-Adresse in der Region werden!“ Erwing Rau hat in der „Kastanie“ in Martfeld-Hollen viel vor. Künftig will er sich im Bereich Konzerte nur noch auf die Musikrichtung mit den zwölf Takten konzentrieren – allerdings in einer „sehr breiten Auffassung“.

„Es geht nicht nur um Delta- oder New-Orleans-Blues. Man findet den Blues auch im Flamenco und im arabischen Raum. Ursprünglich kommt die Musikform aus Mali, noch heute gibt es in Afrika jede Menge Blues-Erscheinungen“, sagt Rau und fügt hinzu: „Ich liebe den Blues.“ Diese Leidenschaft teilt er seiner Erfahrung nach mit vielen Menschen in der Region, und zahlreiche „fantastische Formationen“ gibt es hier sowieso. Um die „Kastanie“ zu einem Blues-Club zu machen, arbeitet der 59-jährige Schauspieler und Veranstalter mit dem Musiker Thomas Schleiken aus Ganderkesee zusammen. Und so ziehen sich Blues-Konzerte wie ein roter Faden durch das neue „Kastanien“-Programm, das bis Ende November gilt.

In Kombination mit Pop und Jazz bringt die Gruppe „Coopers Groove“ aus Magelsen morgen um 20 Uhr die Musikrichtung auf die Bühne.

Die Besucher der „Penja“ – die Hausmusik-Veranstaltung gibt es seit sechs Jahren jeden ersten Donnerstag im Monat – dürften das Duo „Backyard Devils“ bereits kennen. Es hat am Sonnabend, 22. September, Folk und, wie sollte es anders sein, Blues im Gepäck.

Weiter geht‘s am Donnerstag, 4. Oktober: Das „Stockholm Lisboa Project“ tritt mit nordischem Blues im Fado-Stil in Hollen auf.

Alte Bekannte für viele Besucher sind auch die Mitglieder der Gruppe „Querbeet“, die am Freitag, 19. Oktober, von Blues über französische Chansons bis zu jiddischen Liedern ein großes Repertoire spielen – eben „Querbeet“. Die Band ist bei der „Penja“ entstanden, die laut Rau im Laufe der Jahre zu einer Art Musikerbörse geworden ist, in deren Rahmen sich immer wieder neue Formationen bilden.

Als den „besten Blues-Entertainer“ bezeichnet Rau Chris Kramer. Er gastiert am Donnerstag, 25. Oktober, in Hollen. Der nächste Künstler in der Reihe ist Thomas Schleiken, der bei seinen Liedern und Instrumentals gerne auf akustische Musik setzt. Termin: Freitag, 2. November.

Neben Blues stehen die Musiker von „Jail Rock“ für Rock, Punk und vor allem Rock‘n‘Roll – zu erleben am Sonnabend, 10. November.

Doch nicht nur Musikveranstaltungen sind im neuen Programm zu finden. Auch auf Literatur legt der Chilene, der seit 1974 in Deutschland lebt, viel Wert. Am Sonnabend, 29. September, und am Freitag, 30. November, gibt es „Erotische Geschichten und ein aphrodisierendes Menü“, ein Dauerbrenner in der „Kastanie“. Ein „Poetry Slam“ ist für Sonnabend, 20. Oktober, geplant. Und an den Freitagen, 26. Oktober sowie 9. November, spielt und erzählt Rau witzige, mysteriöse, anregende und kurzweilige Krimis.

Susanne Lieder aus Asendorf liest am Freitag, 16. November, in der „Kastanie“ aus ihrem ersten Krimi „Schuster und das Chaos im Kopf“. Am Sonnabend, 17. November, können sich alle Literatur-Fans beim „Flohmarkt der Bücher“ mit neuem Lesestoff eindecken.

Außerdem lädt Rau zu einem Musikkabarett ein: Am Freitag, 23. November, ist der Rollstuhlfahrer René van Roll zu Gast. Titel der Veranstaltung: „Ich, meine WG und die CIA“.

Das Theaterrestaurant „Kastanie“ feiert in diesem Jahr den 15. Geburtstag, das Gebäude hat eine wesentlich längere Geschichte: 1877 baute der Schuster Heinrich Köhler das Haus mit einer Werkstatt und einer kleinen Kartoffelkneipe. Viele Jahrzehnte war das Gasthaus sehr beliebt, hier gab es laut Rau zum Beispiel die erste Telefonzelle und den ersten Fernseher im Ort. Bis 1982 blieb es in der Hand der Familie Köhler, nach dem Tod von Meta stand es leer – bis sich die beiden damaligen Bremer Erwing Rau und Barbara Stadler in das Gebäude verliebten. Seitdem haben sie dort zahlreiche kulturelle Veranstaltungen organisiert. „Wir können den Künstlern nie mehr als ein besseres Taschengeld zahlen. Sie bekommen 70 Prozent der Einnahmen, der Rest geht für laufende Kosten drauf“, erklärt Rau und freut sich: „Trotzdem erhalte ich täglich mindestens sechs, sieben Anfragen und muss ganz viele absagen.“ · mah

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