Kultusminister Bernd Althusmann genoss die Fahrt im Führerhaus der Lokomotive „Spreewald“

Bildungspolitik im Salonwagen

Vor der Fahrt mit der Museumseisenbahn lehnte sich Kultusminister Bernd Althusmann weit aus dem Führerhaus der Lok „Spreewald“ heraus.

Br.-Vilsen - (ah) · Einen Kindheitstraum erfüllte sich gestern der niedersächsische Kultusminister Dr. Bernd Alt husmann (CDU), nachdem er als Heiratsvermittler an der Eröffnung des Brokser Markts teilgenommen hatte: Im Führerhaus der Lokomotive „Spreewald“ erlebte er die Fahrt der Museumseisenbahn vom Bahnhof in Bruchhausen-Vilsen bis zur Station „Vilser Holz“.

Da wurden Erinnerungen wach: „Ich durfte als Kind immer auf einer Eisenbahn herumturnen, die auf dem Spielplatz stand“, erzählte Althusmann. „Und hatte gehofft, dass sie mal losfährt. Das war aber nie der Fall.“

Zurück in der Realität, in diesem Fall im Salonwagen der Museumsbahn, ging es um bildungspolitische Themen. Nachdem die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen als Schulträger in jüngster Vergangenheit die Mensa und das Gymnasium gebaut hatte und zudem auch mit der aktuellen Lehrerversorgung zufrieden ist, hielten sich die Wünsche an den Minister in Grenzen. Verwaltungs-Chef Horst Wiesch schlug vor, „vielleicht zu versuchen, im Laufe der Zeit die Eigenverantwortlichkeit der Schulen mehr mit dem Schulträger abzustimmen“. Er sprach sich für einen größeren Einfluss des Schulträgers aus – vor allem bei Konflikten mit der Schulleitung. Zurzeit hat der Schulträger zwar einen Sitz, aber keine Stimme im Schulvorstand.

„Wir sind gerade dabei, die eigenverantwortliche Schule zu evaluieren“, erklärte Althusmann und fügte hinzu: „Es gibt Schulen, wo das hervorragend klappt. Und es gibt Schulen, wo es hakt.“ Sein Ministerium wolle sich einen Gesamtüberblick verschaffen.

CDU-Ratsherr Dr. Dr. Wolfgang Griese, selbst ehemaliger Schulleiter, führte die Probleme auf die „agierenden Personen“ zurück. Er regte eine Entlastung der Rektoren an. „Wir sind dabei, eine Arbeitszeitverordnung für Schulleiter auf den Weg zu bringen“, entgegnete Althusmann.

„Sorgfalt vor Eile“ will der Minister bei der weiteren Zusammenführung von Haupt- und Realschule walten lassen. Gefragt sei eine Weichenstellung, die langfristig tragfähig sei; die dem Anspruch der kommunalen Träger auf eine wohnortnahe Schulversorgung entsprechen würde. Althusmann verwies auf die laufenden Gespräche mit den kommunalen Spitzenverbänden: „Ich gehe von einer Weichenstellung noch vor den Herbstferien aus.“

Ein neuer Name reiche bei der weiteren Zusammenführung der Schulen nicht aus, betonte der Minister: „Da müssen wir über Inhalte, über die Berufsorientierung gehen.“ Teile des Landes verfügten über ein funktionierendes Schulsystem. Andernorts werde es schwer, es aufrecht zu erhalten. „70 Prozent der Schulen arbeiten unterhalb der Zweizügigkeit“, erklärte Althusmann. Der demografische Wandel – er war nicht nur in der Rede des Kultusministers als Heiratsvermittler ein großes Thema.

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