„Der Mensch – sein Antlitz, sein Drama“: Werke von Gerd Kadzik in der Alten Bürgermeisterei

„Bild muss verständliche Aussage haben“

Gerd Kadzik begann gestern mit dem Aufbau der Ausstellung.

Sulingen - (ab) · Schon die Zeile „Einladung zu einer allgemein verständlichen Ausstellung“ verdeutlicht den Anspruch, den Gerd Kadzik an „Kunst“ hat.

Unter dem Titel „Der Mensch – sein Antlitz, sein Drama“ sind ab morgen Werke des in Affinghausen lebenden Grafikers und Malers in der Alten Bürgermeisterei in Sulingen zu sehen. „Angesichts des gegenwärtigen ‚Bilderbabylons‘, das häufig komplizierte Auslegung erfordert und ein an Kunst interessiertes Publikum zum Teil ratlos macht, bemüht sich die Ausstellung darum, eine verständliche Bildsprache zu präsentieren, die einem alten Thema, dem Menschen und seinen oft tragischen Handlungen – mit Gegenwartsbezug – gewidmet ist.“ Für Kunst hätten heutzutage offenbar keine Qualitätskriterien mehr Gültigkeit. „Ich will etwas zeigen, womit die Menschen etwas anfangen können. Ich bin kein Gegner der modernen Malerei“, betont Kadzik. „Aber ein Bild muss eine Aussage haben. Und wenn diese sich nur durch seitenlange Ausführungen begreifbar machen lässt – dann hätte der Künstler vielleicht lieber Schriftsteller werden sollen...“

Zwei Elemente seines Schaffens zeigt Kadzik in der Alten Bürgermeisterei, zum einen Portraits in Öl: „Eine durch die Fotografie leider mehr und mehr verloren gegangene der Kunst. Dabei bietet sie, bei entsprechender handwerklicher Basis, die Möglichkeit, mehr über einen Menschen auszusagen, als es ein Foto kann.“ In Holzschnitten und Linoldrucken gibt Kadzik zielgerichtete Denkanstöße zu gesellschaftlichen Problemen. In „Klimagipfel“ etwa wird am runden Tisch debattiert; ignorierend, dass der Globus längst in Flammen steht. Schwarz auf weiß kommen die Statements zu Themen wie Sterbehilfe, Obdachlosigkeit und dem die Erde „verbrauchenden“ Konsumwahn des Menschen daher, die keiner aufwändigen Decodierung bedürfen, aber nichtsdestotrotz eindringlich sind.

Der Kreistagsabgeordnete und ehemalige Leiter des Sulinger Gymnasiums, Dr. Dr. Wolfgang Griese, führt bei der öffentlichen Vernissage, die am morgigen Freitag, 22. Oktober, um 19 Uhr beginnt, in die Ausstellung ein. Musikalisch begleitet wird die Eröffnung von Erik Hanke am Flügel. Die vom Kulturverein unterstützte Ausstellung in der Alten Bürgermeisterei ist ab dem 23. Oktober bis zum 3. November täglich geöffnet – sonnabends und sonntags jeweils von 10 bis 16 Uhr, werktags von 10 bis 12 Uhr und zusätzlich dienstags und donnerstags auch von 16 bis 18 Uhr.

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