Professor Schröpfer: „Tiere wollten offensichtlich nicht im See bleiben“

Biber wieder abgewandert

Lemförde - · „Einige von ihnen wollten offensichtlich nicht im See bleiben und haben ihn über verschiedene Wasserläufe verlassen“, vermutet Professor Dr. Rüdiger Schröpfer von der Universität Osnabrück – und hat dabei die Biber im Blick, die seit Mitte November beobachtet worden waren und für eine Überraschung gesorgt hatten. Denn woher sie kommen, ist noch völlig unklar.

Professor Schröpfer hat eine Karte mit den Orten erstellt, an denen Biber beobachtet oder Spuren der Tiere an Zweigen nachgewiesen werden konnten. Wie der Experte weiter berichtete, seien inzwischen zwei tote Biber gefunden worden. Einen Totfund hatte es in Burlage gegeben (wir berichteten). Außerdem habe die Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer (NUVD) einen weiteren toten Biber sicher gestellt. Er wurde unter Mitwirkung der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte (BSH), und in Kooperation mit dem Landesmuseum Oldenburg bestimmt. „Es handelt sich um einen europäischen Biber „Castor fiber“, was nach Schädelmerkmalen eindeutig feststellbar ist“, erklärt Schröpfer. Aufgrund der Fell-Tönung könne der Biber dem westlichen Ökotyp „Castor fiber albicus“ zugeordnet werden, so der Professor. Dieser Biber sei etwa vier Kilometer die Hunte aufwärts geschwommen. An einem Astrechen war das Tier tot aufgefunden worden. „Die Todesursache war nicht mehr festzustellen“, berichtet Schröpfer.

Der Biber habe in der Bundesartenschutzverordnung den Status einer streng geschützten Art; auch seine Baue, Burgen und Dämme seien nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt, „dürfen also nicht ohne triftigen Grund entfernt werden“, betont der Universitäts-Dozent. Europaweit werde er in der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie als streng geschützte Art geführt. „Dass einige Biber den See fluchtartig verlassen haben, hat seinen Grund im Fehlen der Heimkenntnis“, verdeutlicht Schröpfer. Den Bibern sei keine Gelegenheit gegeben worden, den See in Ruhe kennen zu lernen. Das wäre für die Tiere die Voraussetzung gewesen, um zu bleiben. Wie viele es am Dümmer noch gibt, darüber lässt sich allenfalls spekulieren.

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