Eindeutige Spuren an der Hunte / Europäische Art

Biber sind jetzt auch in Barnstorf

Angenagt: In Barnstorf an der Hunte haben Biber Spuren an einem Baum hinterlassen.

Barnstorf - Von Michael H. Dümer· Die Biber – bislang in der Region nur am Dümmer aufgetaucht – sind nun in Barnstorf angekommen. Das bestätigte Detlef Tänzer, Fachdienstleiter in der Unteren Naturschutzbehörde (Landkreis Diepholz), am Dienstag gegenüber unserer Zeitung.

Die an der Hunte entdeckten Spuren seien eindeutig, stammten auf jeden Fall von einem oder mehreren Bibern, so Tänzer: „Ein fast ausgewachsenes Tier wurde südlich von Barnstorf am Hunteholz gesichtet.“

Der Landkreis war Hinweisen aus der Bevölkerung auf die Ansiedlung der Nagetiere an der Hunte in der Nähe der Eisenbahnbrücke nachgegangenen.

Im November vergangenen Jahres waren die ersten Tiere am Dümmer gesichtet worden. Offensichtlich waren sie dort von bislang nicht bekannten Personen wild ausgesetzt worden, nachdem zuvor schon längere Zeit darüber diskutiert worden war, ob eine Wiederansiedlung sinnvoll sei. Die Aussetzung der Tiere ist nach Einschätzung des Landkreises Diepholz auf sehr unprofessionelle Weise erfolgt.

Mittlerweile ist geklärt, woher die Tiere stammen. „Es handelt sich um europäische Biber“, so Detlef Tänzer. Das hätte insbesondere die Untersuchung eines vor Wochen an der B 51 bei Burlage überfahrenen Tieres ergeben. Hätte es sich um eine nordamerikanische Art gehandelt, hätten die Tiere - da in Europa nicht heimisch - wieder eingefangen werden müssen.

Biber richten vielfach erhebliche Schäden an, die am Dümmerdeich - unter anderem in Dümmerlohausen - auch schon aufgetreten sind. Die dadurch entstehenden Kosten stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen, den der Biber der Dümmerregion bringen könne, sagen die Gegner der Wiederansiedlung. Befürchtet wurde auch sehr schnell, die Tiere könnten womöglich nicht am Dümmer bleiben, sondern in andere Regionen abwandern. Das hat sich nun vermutlich bewahrheitet. Offenbar haben sie entlang der Hunte den Weg vom Dümmer bis nach Barnstorf gefunden.

Heinz Kuhlmann, erfahrener Jäger und Naturfreund, geht regelmäßig an der Hunte spazieren und hat dort auffällige Spuren entdeckt. Zahlreiche abgenagte kleinere Bäume und Äste ließen für ihn schnell den Rückschluss zu, dass dort Biber am Werk gewesen sein müssen. Der 77-Jährige hat – im Gegensatz zu anderen Spaziergängern – aber bislang selber noch keines der Tiere zu Gesicht bekommen.

Detlef Tänzer: „Es ist durchaus vorstellbar, dass der Biber vom Dümmer über die Hunte weiter bis nach Barnstorf gewandert sein könnte.“ Die Bedingungen für eine Ansiedlung am Hunteholz seien dort möglicherweise besser als am Dümmer. „An der jetzigen Stelle wurden vor einigen Jahren Weiden und Erlen angepflanzt“, so Tänzer weiter. Die von der Bürgerinitiative Umweltschutz Barnstorf und der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems 1977 ausgeführten Arbeiten begünstigen das neue Lebensumfeld des Bibers. So trage die damalige Anpflanzung von Bachgehölzen nicht nur zur Bereicherung des Landschaftsbildes bei, sondern habe auch biologische und ökologische Vorteile. Neben Singvögeln, Säugetieren und Insekten bieten die angepflanzten Gehölze nun auch einem Biber ein schönes Revier. Dass sich das Tier im Hunteholz wohlfühlt, zeigen bereits erste Fraßspuren an den vorhandenen Gehölzstrukturen. Ganz in der Nähe befindet sich auch das Renaturierungsprojekt Schöte, das grundsätzlich auch als Biberlebensraum geeignet erscheint.

Der Landkreis weist darauf hin, dass Biber nach den Naturschutzgesetzen einen strengen Schutz genießen, und bittet darum, die Tiere nicht zu stören.

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