Albert Schmiedel predigt in Seniorenheimen / Mit 84 noch aktiver Pfadfinder

Bibelarbeit als Herzensangelegenheit

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Albert Schmiedel ist mit 84 noch aktiver Pfadfinder. ·

Syke - Von Dieter Niederheide SYKE · „Es reizt mich verkündigungsgemäß zu predigen und Hoffnung zu vermitteln“, sagt der ehemalige Lektor und Prädikant Albert Schmiedel (84). Seit 43 Jahren lebt der in Wuppertal-Barmen geborene und im bergischen Raum aufgewachsene engagierte Christ mit seiner Frau Elsa in Syke.

Es verschlug den Diplom-Ingenieur beruflich nach Bremen, wo er 18 Jahre lang bei Mercedes eine Führungsposition inne hatte. Sein Weg zur ehrenamtlichen Kirchenarbeit führte über Kindergottesdienst, Gemeindejugend hin zu den Christlichen Pfadfindern (CP).

„Während der Jungscharzeit musste ich zur Hitlerjugend, da gab es erhebliche Differenzen“ erinnert er sich im Gespräch mit der Kreiszeitung. Geburtsstunde seines Engagements für die Kirche sei, sagt er, die Pfadfinderzeit.

Mit dem Pfadfindergedanken ist er seit 1938 vertraut. Nach dem Verbot 1937 kam es 1946 zur CP-Neugründung. Schmiedel wurde unter anderem Stammesführer und CP-Gau-Jungmannschaftsführer.

Dem VCP ist er bis heute treu geblieben. Er ist auf Bundes- und Landesebene aktiv in der VCP-Erwachsenenarbeit. In Syke traf er mit dem damaligen Superintendenten Jürgen Flohr einen ehemaligen VCP-Bundesvorsitzenden wieder. Sein Anliegen ist es, den Erwachsenen im VCP wieder eine Identität zu geben. Als er beruflich von Dortmund aus Richtung Osnabrück ging, engagierte er sich in der Kapellengemeinde Kloster Oesede (Kirchenkreis Georgsmarienhütte).

Er predigte als Lektor in der Kapelle und wurde 1969 Mitglied im Kirchenvorstand der Muttergemeinde Oesede. Dann führte der Weg der Familie Schmiedel nach Syke. Es kam zum Gespräch mit Superintendent Gunther Westphal. „Wenn man zu Westphal ging und wieder bei ihm heraus kam, hatte man einen Posten“, erinnert er sich.

In der Tat: Schmiedel wurde Vorsitzender im neuen Gemeindebeirat. Es folgte die Wahl in den Kirchenvorstand, dessen Vorsitzender er wurde. Am 1. August 1987 berief ihn der Landessuperintendent zum Prädikanten für den Kirchenkreis Syke. Ein Amt, das nur bis zum 68. Lebensjahr dauern sollte. Für Schmiedel gab es mehrere Verlängerungen. Eine Ausnahme, weil er der einzige Prädikant im Kirchenkreis war.

Erst mit 75 wurde er als Prädikant verabschiedet. Zur Ruhe setzen ist nichts für ihn. „Es ist ein tiefer Glaube in mir, ich fühle mich in der Pflicht, für all das, was mir Glaube und Kirche gegeben haben, etwas zurückzugeben“, sagt er. Das hindert ihn nicht daran, der Kirche auch kritisch gegenüber zu stehen.

Sein Schwerpunkt ist die Bibelarbeit. „Ich möchte meine eigene Lebenserfahrung mit dem Evangelium weitergeben“ sagt er. Ein bequemer Ehrenamtlicher war er nie und will er auch nicht sein.

Schmiedel: „Als bei der jüngsten Visitation beschlossen wurde, dass die Pastoren die Gottesdienste in den Seniorenheimen Curata und DRK am Steinkamp nur noch einmal im Vierteljahr halten, hat mich das aufgeregt und geärgert.“ Er habe damals spontan gesagt, dass er und Dora Sievers die Gottesdienste in beiden Altenheimen in den Monaten halten, in denen die Pastoren dort nicht predigen. Dora Sievers und er halten noch im DRK-Altenheim Bibelstunden ab.

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