Informationsveranstaltung von „No Moor Fracking“ stößt auf reges Interesse

„Es bewegt sich etwas“

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Mehr als 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen zur Informationsveranstaltung des Aktionsbündnis „No Moor Fracking“ in die Auburg Quelle in Wagenfeld. Links stehend Dirk Lütvogt.

Wagenfeld - Das von Exxon Mobile geplante, umstrittene Verfahren der Schiefergasgewinnung mittels „Fracking“ am Bohrloch „Bahrenborstel Z14“, unweit des Tierparks Ströhen, verbreitet zunehmend Unsicherheit und Ängste in der Wagenfelder und Ströher Bevölkerung.

Über die Methode, Gefahren und Risiken für die Bevölkerung und den heimischen Lebensraum aufzuklären und mit Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger einen solchen Eingriff in den Naturhaushalt zu verhindern, hat sich das neu gegründete Aktionsbündnis „No Moor Fracking“ auf die Fahnen geschrieben. Am Mittwochabend fanden mehr als 60 Interessierte aus Wagenfeld, Ströhen und dem näheren Umland den Weg in die Auburg Quelle, wo das jüngst gebildete Aktionsbündnis „No Moor Fracking“ um Dirk Lütvogt einen umfassenden Einblick in das Verfahren, die Folgen, Gefahren und Risiken für die Gesundheit und die heimische Umwelt gab und geplante Aktionen vorstellte, mit denen ein solch vehementer Eingriff in ein Landschaftsschutzgebiet mit Mineralwasservorkommen verhindert werden könnte. Denn in Zeiten der Energiewende sei das Fracking ein risikobehafteter Eingriff in den Naturhaushalt auf Zeit, die Förderung eines begrenzten Rohstoffes.

„Wir sind im positiven Sinn erschlagen“, so der Chef der Wagenfelder Auburg Quelle auf die Resonanz der Veranstaltung. Zügig und anschaulich moderierte Lütvogt die vorangestellte Beamer-Präsentation, die mittels Bild, Film und Text verdeutlichte, was eine Genehmigung des Frackings für die heimische Natur nach sich ziehen könne. Die Betroffenheit war den Gästen am Ende der Präsentation deutlich anzusehen. Mit dem Beispiel Damme wurde ein beklemmendes Beispiel vor der eigenen Haustür aufgezeigt. Nicht nur Exxon, sondern verschiedene Betreiber, darunter auch Wintershall, seien in Sachen Förderkonzessionen als Betreiber an dem Projekt beteiligt und Entscheidungsträger, war aus dem Auditorium zu hören (von Seiten der Wintershall Bahrenborstel wurde die Zugehörigkeit zum Bahrenborstel-Konsortium gestern auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt). Nicht die einzige wertvolle Zusatzinformation, die die Interessierten an diesem Abend erhielten. Ein ehemaliger Mitarbeiter eines Frackingdienstleisters mit mehr als 30 Jahren Berufserfahrung konnte nahezu aus erster Hand über dieses Verfahren berichten.

Man solle das Kind jedoch nicht mit dem Bade ausschütten, mahnte er. „Jeder hat Angst vor dem, was durch neues Fracking passieren könnte.“ Viel mehr müsste man sich Gedanken um die Bohrungen machen, die seit Anfang der 50er-Jahre stattgefunden hätten, denn das Verfahren sei nicht neu. Könnten derzeit nicht alle Zweifel an der Unbedenklichkeit des Verfahrens ausgeräumt werden, solle die Anwendung des Verfahrens auf Eis gelegt werden, bis die Technik weiter entwickelt sei. „Das Gas läuft uns nicht Weg.“

Diese Feststellung, die Kirchdorfs Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammeier Anfang der Woche in den Raum stellte, war auch am Mittwochabend bei den Gästen zustimmend in aller Munde. Nicht das Geld, sondern die Gesundheit der Menschen und eine intakte Natur müssten im Vordergrund stehen. „Die Uhr tickt, bis zum ersten Fracking sind es nur noch rund 150 Tage, wenn wir nichts unternehmen“, so Lütvogt. Mittels Unterschriften und Petitionen, die vielleicht sogar mit Unterstützung heimischer Politiker dem Landtag übergeben werden sollen, versuche man die Gefährdung des Grundwasser- und Mineralwasservorkommens sowie der Naturschutz-Region „Diepholzer Moorniederung“ abzuwenden. „Man merkt, es bewegt sich etwas. Ich hoffe, dass uns der Wahlkampf in Niedersachsen zusätzliche Unterstützung beschert“, so Lütvogt. Sachliche Information und die Aktivierung der Bevölkerung sei das kurzfristig anvisierte Ziel.

„Ich bin froh, dass wir diese Problematik auch heute Abend sachlich diskutieren konnten“, dankte Lütvogt den Besuchern zum Abschluss. Der Austausch habe zudem neue Informationen ergeben.

Auch in Ströhen soll kurzfristig eine Informationsveranstaltung angesetzt werden. Zudem wird das Aktionsbündnis beim Wagenfelder Frühlingsmarkt den Besuchern zu Fragen Rede und Antwort stehen. Auch ein Filmabend in der Lichtburg in Quernheim, bei dem der Film „Gasland“ über die Folgen des Frackings in äußerstem Ausmaß informieren soll, sei bereits angedacht. Darüber hinaus stehen Dirk Lütvogt und Wibke Langhorst sowie eine Vielzahl weiterer Aktiver bereit, um Aufklärungsarbeit zu leisten und Informationsmaterial für weitere Veranstaltungen bereitzustellen. · Art

Weitere Infos auch unter:

http://www.no-moor-fracking.de

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