Ursula Rohlfs beschenkt Stadtarchiv Bassum

Ein „Berg“ alter Schulfotos

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Archivar Klaus Menke (v.l.), Ursula Rohlfs und Archivmitarbeiter Jochen Meyer blättern in den alten Fotos und Aufzeichnungen, die nun im Stadtarchiv Bassum Platz finden. ·

Nordwohlde - Von Anne HundtUrsula Rohlfs sammelt seit Jahren alte Fotos, Bilder und Aufzeichnungen der kleinen Gemeinde Nordwohlde. Nun ist sie 83 Jahre alt und hat sich entschlossen, zu ihrem Mann ins DRK-Pflegeheim in Syke zu ziehen. Ihre Sammlung überlässt sie dem ehrenamtlichen Archivar Klaus Mencke und seinem Mitarbeiter Jochen Meyer vom Bassumer Stadtarchiv, die sich sehr froh über die Schenkung zeigen.

Sich von all‘ den Aufzeichnungen zu trennen, ist für Ursula Rohlfs kein leichter Schritt. „Ich weiß ja, wie alt ich bin. Deswegen bin ich froh, dass meine Sammlungsstücke wenigstens in guten Händen sind. So landen sie nicht im Container und stehen Interessierten zur Verfügung.“

Die Sammelleidenschaft von Ursula Rohlfs und ihrem Mann Heinz wurde vom Vater der 83-Jährigen, Heinrich Keese, angestoßen. Als Lehrer arbeitete er in Nordwohlde und hinterließ nach seinem Tod einen „Berg“ an alten Schulfotos und Bildern, die er über die Jahre zusammengetragen hat. „Mein Vater war kein Bürokrat. Wir mussten uns durch eine Menge an alten, unsortierten Materialien wühlen.“ Als sie aber Ordnung gemacht hatten, hielten sie die verschiedensten Schriftstücke in den Händen.

„Als Geschenk für die Großkinder meines Vater haben wir dann zwei Bücher mit Geschichten auf Platt- und Hochdeutsch binden lassen.“ Sie handeln von Alltäglichem, aber auch Geschichtlichem wie dem Ende des Königreiches Hannover. Auch diese beiden Bücher überlässt Ursula Rohlfs dem Stadtarchiv Bassum.

Als Ahnenforscherin für die Kirchengemeinde Nordwohlde hatte Ursula Rohlfs stets Zugang zum Kirchenarchiv, wo ihr unter anderem eine handgeschriebene Chronik von 1889 bis 1905 von Pastor Borg Schüttmann in die Hände fiel. In mühevoller Feinarbeit versuchte Rohlfs die in altdeutscher Schrift verfassten Texte zu entziffern. „Jeder Mensch hat eine andere Handschrift. So fiel es mir am Anfang doch recht schwer, die Aufzeichnungen zu lesen. Doch man liest sich in eine Handschrift ein“, erklärte Ursula Rohlfs und blickte auf die vielen Seiten, die sie mit der Schreibmaschine getippt hat. In schwierigen Fällen nahm sie sogar eine Lupe zur Hilfe, um die einzelnen Buchstaben besser sehen zu können.

Angefangen alte Bilder aus Nordwohlde und Umgebung zu sammeln, hat die 83-Jährige, als sie mit einer Arbeitsgruppe die Chronik „Kirchspiel Nordwohlde“ erarbeitete. Von vielen Nachbarn, Bekannten und Nordwohldern bekam sie alte Bilder, denen sie neue gegenüber stellte. „Es gibt sogar eine Fotoreihe von allen damaligen Bauernhöfen mit Vieh, Besitzern und Maschinen. Viele davon existieren schon gar nicht mehr“, erklärt Ursula Rohlfs und blickt auf ein Bild mit Bäuerin, Bauer und einer Kuh vor ihrem Gehöft. „So ein Bild würde heutzutage keiner mehr machen.“

Nun beginnt die Arbeit der ehrenamtlichen Kräfte im Stadtarchiv: Etwa 350 Bilder warten darauf, erfassen, sortieren und beschriftet zu werden.

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