Otto Meyer-Fortmann und Wilfried Gerke in den Ruhestand verabschiedet

Beide als Schüler und Lehrer in der GFS

Zwei ungewöhnliche Lehrer wurden gestern am Diepholzer Gymnasium Graf-Friedrich-Schule von Leiter Hartmut Schmidt (r.) in den Ruhestand verabschiedet: Studiendirektor Otto Meyer-Fortmann (l.) und Oberstudienrat Wilfried Gerke.

Diepholz - (ej) Am selben Gymnasium als Schüler Abitur zu machen und dort als Lehrer in den Ruhestand zu gehen, ist schon ungewöhnlich genug. Beides gilt für Otto Meyer-Fortmann und Wilfried Gerke.

Aber auch die Laufbahn und Tätigkeiten der beiden Diepholzer Pädagogen sind ungewöhnlich. Meyer-Fortmann – Mathematik- und Physiklehrer – geht als langjähriger stellvertretender Schulleiter in die Geschichte der Graf-Friedrich-Schule (GFS) ein, Wilfried Gerke als Lehrer für Deutsch, Geschichte und Latein mit großem außer- und innerschulischen Engagement als Autor – insbesondere von Werken über die regionale Geschichte.

Gestern verabschiedete GFS-Leiter Hartmut Schmidt die beiden allseits geschätzten Lehrer in den Ruhestand.

Das Lehrerzimmer im neuen Anbau erreichte dabei mit den etwa 80 aktiven GFS-Lehrkräften, den eingeladenen Pensionären, Eltern- und Schülervertretern seine Kapazitätsgrenze. Auch der letzte Stuhl war besetzt.

Wilfried Gerke wurde 1944 in Posen geboren, kam nach der Flucht seiner Familie und Stationen in Koblenz und auf Norderney 1956 nach Diepholz, wo er bis 1964 die GFS – damals noch an der Hindenburgstraße – besuchte.

Gerke studierte nach seinem Abitur Germanistik und Geschichte in Münster. 1971 trat er als Studienassessor ins Kollegium der GFS ein. Er unterrichtete Deutsch und Geschichte, seit 2005 statt Geschichte Latein. Zudem war er unter anderem Deutsch-Fachobmann von 1976 bis 2001, Personalratsmitglied von 1972 bis 1976 und im Vorstand des Vereins der GFS-Ehemaligen aktiv.

Außerhalb der Graf-Friedrich-Schule machte sich Wilfried Gerke als Historiker einen Namen – insbesondere als Fachmann für Diepholzer Regionalgeschichte und die Geschichte der Deutschen in Polen. Er veröffentlichte mehrere Bücher. Für seine Verdienste um die Heimatforschung wurde Gerke mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Darüber hinaus ist er seit 1984 Redakteur der Heimatblätter für den Kreis Diepholz, die monatlich in unserer Zeitung erscheinen.

„Ich habe ihn als sehr präzise und gewissenhaft arbeitenden Kollegen kennen und schätzen gelernt“, verabschiedete Schulleiter Hartmut Schmidt den geschätzten Wilfried Gerke nach 38 Dienstjahren an der GFS. Kollegen der Fachbereiche Geschichte, Deutsch und Latein sowie Schüler- und Elternvertreter wünschten Oberstudienrat Gerke in ihren humorvollen Reden alles Gute.

Wilfried Gerke bedankte sich in seinem ihm eigenen Humor. Er gehe mit zwei lachenden Augen.

Auf den Ruhestand freut sich auch Studiendirektor Otto Meyer-Fortmann. Er wurde 1944 in Barnstorf geboren und „baute“ sein Abitur 1963 an der Graf-Friedrich-Schule.

Er studierte Physik in Tübingen und Kiel, bekam in Kiel 1970 sein Physik-Diplom. Ein Informatik-Zweitstudium in Hamburg schloss sich an. Als Studienreferendar kam er 1973 nach Bremerhaven, blieb dort bis 1979 – zuletzt als Studienrat im Oberstufenzentrum der Geschwister-Scholl-Schule. Dann zog es ihn in die alte Heimat zurück. Grund war seine Frau, die er 1979 heiratete und der er gestern herzlich für die Unterstützung in all den Jahren dankte.

An der GFS unterrichtete Otto Meyer-Fortmann seit dem 1. August 1979. Er war Fachobmann Mathematik von 1980 bis 1987, Fachobmann Informatik von 1983 bis 1993. Im Personalrat engagierte er sich von 1984 bis 1992, seit 1988 als Vorsitzender. 1994 bekam Otto Meyer-Fortmann das Amt des stellvertretenden Schulleiters.

„Ruhig, besonnen, unspektakulär – mit absoluter Präzision und Gewissenhaftigkeit“, so charakterisierte GFS-Leiter Hartmut Schmidt seinen scheidenden Stellvertreter und dessen Arbeit. Schmidt dankte ihm für die gute Zusammenarbeit und auch für die Kritik, die stets sachlich und konstruktiv gewesen sei.

Der Nachfolger Meyer-Fortmanns als stellvertretender Schulleiter kommt von einem anderen Gymnasium. Aus dem GFS-Kollegium hatte sich nach Informationen unserer Zeitung niemand beworben.

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