50 Jahre Grabowski: Inhaber Dietmar Franz liebt seine Arbeit

„Bei uns wird viel gelacht“

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Sie teilen ihre Leidenschaft für den Beruf: Steinmetz-Meister Dietmar Franz (49) und seine Tochter Louise (26). ·

Syke - Von Frank Jaursch SYKE · Anerkennend nickt Dietmar Franz. Die Steinmetzarbeit auf dem alten Grabstein hat es ihm angetan. Sogar die Knopfleiste ist auf dem Mantel des „ehr- und achtbaren Kasten Njbuhr“ zu erkennen. „Der hat seine Arbeit gerne gemacht, der Steinmetz“, sagt Franz. Der unbekannte Kollege arbeitete vor mehr als zwei Jahrhunderten. Auf ganz so viel Tradition kann die Stein- und Bildhauerei Grabowski noch nicht zurückblicken. Aber immerhin: Am Montag existiert der Betrieb 50 Jahre.

Drei Inhaber hat der Betrieb in diesen fünf Jahrzehnten gehabt: Den Namensgeber Joachim Grabowski, seinen Nachfolger Erich Lehm – und Dietmar Franz (siehe nebenstehenden Artikel).

Der 49-Jährige erinnert sich mit einem Schmunzeln: An seinem ersten Arbeitstag in seiner eigenen Firma am 2. Januar 2002 stand Franz in der leeren Werkstatt – „um fünf nach neun kam der erste Kunde“, blickt er zurück. „Und so geht das jetzt seit elf  Jahren.“

Auch die nächste Generation hat bereits Einzug gehalten: Tochter Louise (26) ist seit acht Jahren dabei. Während der Senior die Organisation und den Schreibkram übernimmt und auf den Friedhöfen die Grabsteine versetzt, erledigt sie mittlerweile den Großteil der Arbeiten in der Werkstatt. Auf den hydraulischen Fußgestellen zweier alter Zahnarztstühle werden die Werkstücke bearbeitet.

Und Fehler? Passieren selten – aber sie passieren. Wie im Juni, als Louise Franz beim Einmeißeln des Namens in einen alten Stein stutzte und dachte: „Hm – Küger, das ist doch ein komischer Name…“ Das vergessene „r“ konnte nicht mehr hineingeschummelt werden – es gab einen neuen Grabstein für die Kunden. „Der Küger-Stein ist noch hier – als Mahnmal“, sagt Franz mit einem  Lachen.

Ohnehin gilt: Wer vermutet, dass angesichts der vielen Grabsteine die Trauer bleiern über dem Betrieb liegt, der liegt falsch. „Bei uns wird viel gelacht“, sagt der 49-Jährige. „Ich will keinen schwarzen Stein mit ‘ner Goldschrift und geknickter Rose – auch wenn ich damit viel mehr Geld verdienen würde. Ich verkaufe lieber ‘nen hellen Stein mit ‘ner Unterschrift und ‘nem Engel drauf.“

Und Tochter Louise ergänzt: „Das Grab soll ja nicht an den Tod eines Menschen erinnern, sondern daran, dass er gelebt hat.“

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