Landkreis ermittelt wegen sexueller Belästigung

Behrens muss sich bis zum 15. Mai erklären

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Der Syker Bürgermeister soll mehrere Rathausmitarbeiterinnen sexuell belästigt haben. Der Landkreis hat daraufhin ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

Syke - Von Frank Jaursch und Michael Walter. Bis zum 15. Mai hat Bürgermeister Dr. Harald Behrens Zeit, im vom Landkreis gegen ihn eingeleiteten Disziplinarverfahren zu den  erhobenen Vorwürfen Stellung zu nehmen. Erst danach und nach Beendigung der Vor ermittlungen entscheidet sich, ob das eigentliche Verfahren gegen Behrens eröffnet wird.

Das erklärte gestern Landrat Cord Bockhop auf Nachfrage der Kreiszeitung.

Harald Behrens selbst – derzeit krank gemeldet  – ist seit Tagen nicht zu  erreichen.

Was wirft man dem Bürgermeister vor? –   Nach  Informationen der Kreiszeitung dreht es sich um sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Betroffen sind demnach mehrere Frauen aus der Stadtverwaltung. Wer sich Behrens gegenüber abwehrend verhalten habe, soll daraufhin später gemobbt worden sein.

Es geht beispielsweise um unerwünscht dichte körperliche Nähe, unerwünschte Berührungen an Arm, Schulter, Rücken oder Knie, aber auch um anzügliche Bemerkungen und sexuelle Anspielungen.

Schließlich hätten zwei der Frauen eine schriftliche  Beschwerde beim Landkreis als übergeordnete Dienstbehörde  eingereicht.

Die gemeldeten Vorfälle erstrecken sich, verschiedenen Quellen zufolge, über einen Zeitraum von etwa  einem Jahr. Im vergangenen Herbst habe es bereits mehrere Versuche gegeben, die Konfliktlage zu entschärfen. Etwa in Form von Seminaren für alle Rathausmitarbeiter, um für das Thema sexuelle Belästigung zu sensibilisieren.

Es habe je ein Seminar für männliche und weibliche Mitarbeiter und eines für Führungskräfte gegeben. Weil es danach dennoch zu weiteren Belästigungen durch den Bürgermeister gekommen sei, habe es speziell mit ihm zusätzlich sogar noch ein sogenanntes Mediationsverfahren (Art Vermittlungs gespräch) mit einer externen Beratung  gegeben.

Auch das habe aber keine nachhaltige Besserung gebracht, heißt es. Nach kurzer Zeit sei der  Syker Bürgermeister wieder in seine alten Verhaltensmuster  zurückgefallen.

Der Rat der Stadt Syke sei über diese Ereignisse seit Monaten informiert gewesen, heißt es den Quellen nach. Auf Wunsch der  betroffenen Frauen habe er die Vorfälle jedoch nicht beim Landkreis angezeigt.

Landrat Cord Bockhop als dienstrechtlich Vorgesetzter des Syker Bürgermeisters will die geschilderten Vorfälle zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bewerten. „Ich möchte so wenig wie möglich zu den Einzelheiten sagen, um die Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten nicht zu verletzen“, erklärt er und verweist auf den frühen Stand des Verfahrens. Im Augenblick liefen noch die Vorermittlungen. Erst nach deren Abschluss lasse sich sagen, ob gegen Behrens das „Hauptverfahren“ im landläufigen Sinne eröffnet  werde.

Mit seinem heutigen Wissensstand sieht der Landrat keinen Anlass, bereits vor Ende des Ermittlungsverfahrens irgendwelche vorläufigen Maßnahmen gegen Harald Behrens zu verhängen, beispielsweise eine  Beurlaubung. Ein direkt gewählter Bürgermeister sei ein verfassungsmäßiges Organ, das man nicht so leicht seiner Rechte berauben könne. „Man kann einen Bürgermeister auch nicht an einen anderen Arbeitsplatz versetzen.“

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