In Bassum ziehen Wildenten mit ihren Küken von Garten zu Garten/84-Jährige betreut zurzeit zwei Familien

Entenhausen mitten in der Stadt

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Da waren es noch acht: Die Entenmutter mit dem Nachwuchs bei ihrer ersten Sichtung auf dem Teich im Garten Seidel.

Bassum - Von Anke Seidel. Manchmal schreibt das Leben tierische Geschichten – und verwandelt ein ganzes Stadtviertel in ein lebhaftes Entenhausen. So geschehen in Bassum, weil mindestens vier Entenfamilien ein Zuhause suchten. Außergewöhnlich: Gleich drei von ihnen haben sich den Garten einer 84-jährigen Tierfreundin ausgesucht – argwöhnisch beäugt von zwei Legehennen.

Rückblende: Ende Juni erlebe ich selbst in unserem Garten eine große Überraschung: Auf unserem Gartenteich schwimmt eine Entenmutter mit acht putzmunteren Küken. Hütehund Jacky spielt sofort den Beschützer. Aber Kater Bruno muss vorsorglich im Haus bleiben, denn die Kleinen wären für eine Katze womöglich ein gefundenes Fressen – im Wortsinn.

Da gleich mehrere Stubentiger in der Nachbarschaft leben, muss eine sichere Lösung her. Der Teich ist aber zu groß, um ihn schnell einzäunen zu können. Eine Netzabdeckung lässt sich ebenso wenig realisieren.

Weil es sich um Wildtiere handelt, ist die Stadt nicht zuständig. Und eine Enten-Hotline mit ehrenamtlichen Helfern wie in Düsseldorf, die in solchen Notfällen mit fachlicher Unterstützung einen Umzug auf ein sicheres Gewässer organisiert, gibt es nicht.

Ob die Entenmutter das geahnt hat? Noch am Abend desselben Tages ist sie mit ihren Küken verschwunden – wohin, ist nicht nachzuvollziehen. Das klärt sich aber zwei Tage später: Offensichtlich hat sich die Entenfamilie den Teich von Margarete Krause – nur eine Straße weiter – als Zuhause ausgesucht.

Für die 84-Jährige kein ungewohntes Bild. Denn schon vor einigen Wochen hatte sie Entenbesuch auf dem Teich: „Die Mutter hatte zehn Küken“, erinnert sich die Seniorin. Doch diese Familie zieht plötzlich weiter. Auf dem Gartenteich bleibt es ruhig – bis die zweite Entenfamilie einzieht: Es ist ganz offensichtlich die aus Seidels Garten. Wie ihre neue Gastgeberin berichtet, ist sie im Gänsemarsch über die Straße gezogen und hat dabei die gesamte Nachbarschaft erfreut. Ein Anwohner greift beherzt ein, als eines der Küken in den Gulli fällt, und rettet es vor dem sicheren Tod.

Ein anderes hat den Marsch von Garten zu Garten tatsächlich nicht überlebt. Denn sieben Küken und eine wachsame Entenmutter tummeln sich jetzt auf dem Teich von Margarete Krause. Bei der erfahrenen Hühnerhalterin fühlen sich die Enten sichtlich wohl – und marschieren im Gänsemarsch zum Futtertrog, den die 84-Jährige regelmäßig füllt.

„Sie sind schon richtig zahm geworden“, freut sich die Bassumerin, die völlig überraschend noch mehr Zuwachs bekommen hat: Tatsächlich tummelt sich jetzt eine weitere Entenfamilie mit fünf Küken auf ihrem Teich: die dritte!

Auch wenn die erste Familie längst weggezogen ist: Für zwei eifersüchtig über ihren Nachwuchs wachende Entenmütter ist der stattliche Teich denn doch zu klein. Rabiat pickt die eine nach den Küken der anderen, wenn sie sich zu nahe kommen. „Ein Küken lag tot auf dem Teich“, bedauert Margarete Krause. Es war offensichtlich Opfer der Zwistigkeiten geworden.

Nur drei Häuser weiter hat derweil Familie Zimmermann alles perfekt vorbereitet für tierische Gäste: Auf dem Teich von Yvonne und Hartmut Zimmermann hat sich vor wenigen Wochen eine Entenmutter mit nur einem Küken niedergelassen. Das Rentner-Ehepaar handelt sofort: Mit handwerklichem Geschick verwandelt Hartmut Zimmermann eine Hundehütte in ein schwimmendes Entenhaus – als Schutz vor Regen, Sonne und Stubentiger aus der Nachbarschaft. Doch soviel Luxus ist die Entenmutter offensichtlich nicht gewohnt – und mit ihrem Nachwuchs nun unbekannt verzogen.

Viele Anwohner in diesem Bassumer Stadtviertel rätseln nun darüber, warum sich in diesem Sommer mindestens vier unterschiedliche Entenfamilien auf so dichtem Raum angesiedelt haben. Stammen sie aus dem nur wenige hundert Meter entfernten Tierpark Petermoor? Das wäre zumindest eine Erklärung.

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