Ein Vermächtnis an den Ort

Zweiter Band der Neubruchhauser Dorfchronik ist ihrem verstorbenen Autor Klaus Bergann gewidmet

Präsentieren den zweiten Band der Neubruchhauser Chronik: (vordere Reihe, v.l.) Hajo Giesecke, Gerda Lüdeke, Joachim Lüdeke, Maik Dannemann sowie (hinten, v.l.) Holger Rullhusen und Hans-Hermann Schrader.
+
Präsentieren den zweiten Band der Neubruchhauser Chronik: (vordere Reihe, v.l.) Hajo Giesecke, Gerda Lüdeke, Joachim Lüdeke, Maik Dannemann sowie (hinten, v.l.) Holger Rullhusen und Hans-Hermann Schrader.

Neubruchhausen – In diesen Tagen erscheint der zweite Teil der Neubruchhauser Chronik. Dabei fehlt eine entscheidende Person: Ihr Autor Klaus Bergann ist vor drei Jahren verstorben.

Bergann war nicht nur langjähriger Leiter der örtlichen Grundschule. Er leitete auch den heimatgeschichtlichen Arbeitskreis Neubruchhausen an der Volkshochschule, aus dem die Chronik-Gruppe hervorgegangen ist. Und er hat die Ergebnisse für den ersten wie nun auch für den zweiten Band schriftlich zusammengefasst.

Sein Tod im Jahr 2018 hatte dazu geführt, dass der Arbeitskreis „eine schöpferische Pause“ einlegte, berichtet Hajo Giesecke, der den Kurs nunmehr leitet. Die Gruppe hat sich aber entschieden weiterzumachen. Sie habe sich, so Giesecke, „intensiv mit den Texten auseinandergesetzt“, die Bergann hinterlassen hatte. Der nun erschienene zweite Band ist ihm im Andenken gewidmet.

Chronik folgt dem geschichtlichen Verlauf

Thematisch setzt „Neubruchhausen – Beiträge zur Geschichte des Fleckens, Band 2“ dort an, wo der erste Teil aufgehört hat: Mit dem Ableben des letzten Grafen von Neubruchhausen im Jahr 1388. Danach, heißt es zu Beginn des ersten Kapitels, „fiel die Herrschaft endgültig an die Grafen von Hoya“. Von dort an folgt die Chronik dem geschichtlichen Verlauf: Von der Zeit der Drosten, durch den Dreißigjährigen Krieg bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts: Der Erste Weltkrieg hinterließ auch in Neubruchhausen seine Spuren, die Landwirtschaft veränderte sich – und in den 30er-Jahren bestimmten die Nationalsozialisten zunehmend das gesellschaftliche Leben im Ort.

Neben diesem chronologischen Teil enthält das neue Buch bewusst wieder einen „Themen-Mix“ aus älteren und jüngeren Geschichten, erläutert Giesecke. Das Buch sei nicht als „reiner Geschichtsband“ gedacht, sagt er. Die Chroniken sollen, so könnte man zusammenfassen, nicht nur die besonders geschichtsinteressierten Leser ansprechen, sondern auch leicht verdaulichere Themen aus der jüngeren Zeit enthalten. So widmet sich der neue Band den – teils untergegangenen, teils bestehenden – Gast- und Wirtshäusern im Ort. Im hinteren Teil des Buches werden die Fotografien schließlich farbig. Das Kapitel über Schule und Kindergärten ist mit zahlreichen Einschulungs-und Klassenfotos bebildert, die vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis ins Jahr 2011 reichen.

Recherchen bringen Neues mit sich

Die Recherchen haben auch für die Heimatforscher Neues mit sich gebracht. Da wäre die Tatsache, dass Neubruchhausen bis ins Jahr 1930 einen eigenen Nachtwächter hatte. Oder die Erkenntnis, dass Neubruchhausen schon früh keine reine Bauernsiedlung war, sondern auch ein Dorf des Handwerks und des Handels.

Das Erscheinen des neuen Bandes haben der Heimatverein Neubruchhausen, von dem die Chronik-Gruppe ein Teil ist, und eine Spende der Kreissparkasse Syke möglich gemacht. Dass acht Jahre zwischen Band eins und Band zwei liegen, hat mit der intensiven Arbeit am Text zu tun.

Fotos zeigen Ort aus unbekannten Perspektiven

Die Herausgeber schätzen, dass 90 Prozent von Klaus Bergann stammen. Die übrigen zehn Prozent haben die Mitglieder der Chronik-Gruppe (neben Giesecke und Rullhusen gehören Maik Dannemann und Joachim Lüdeke dazu) sowie Gerda Lüdeke beigetragen. Hinzu kamen zwei Korrektur-Durchläufe sowie weitere Recherchen und die Suche nach Bilder. „Dabei sind neue Fotos aufgetaucht, die den Ort aus Perspektiven zeigen, die ich gar nicht kannte“, berichtet Maik Dannemann.

Mit dem zweiten Band haben die Heimatforscher auch den vergriffenen ersten Band wieder aufgelegt. Dannemann empfiehlt, die Chronik als „ideales Weihnachtsgeschenk“, zumal er davon ausgeht, dass sie wieder schnell vergriffen sein wird.

Die Neubruchhausen-Chronik

„Geschichte des Fleckens - Band 2“, 120 Seiten mit Bildern, 25 Euro. In Neubruchhausen im Dorfladen, in Lokalen und beim Arbeitskreis (Holger Rullhusen, 0151/15250584 oder hr@rutec.de) oder im Buchhandel erhältlich. Der erste Band (174 Seiten) ist für 29,80 Euro wieder erhältlich.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Meistgelesene Artikel

Schwangere ruft auf dem Sulinger Klinik-Parkplatz selbst den Rettungswagen

Schwangere ruft auf dem Sulinger Klinik-Parkplatz selbst den Rettungswagen

Schwangere ruft auf dem Sulinger Klinik-Parkplatz selbst den Rettungswagen
Ausgelassene Stimmung im Sulinger „Musikladen“

Ausgelassene Stimmung im Sulinger „Musikladen“

Ausgelassene Stimmung im Sulinger „Musikladen“
Diepholz: Aus Landhaus Milbe wird Lebendige Schule

Diepholz: Aus Landhaus Milbe wird Lebendige Schule

Diepholz: Aus Landhaus Milbe wird Lebendige Schule
Impfen in Stuhr: Heiligenroder Hausarzt Piet Lueßen richtet eine Außenstelle ein

Impfen in Stuhr: Heiligenroder Hausarzt Piet Lueßen richtet eine Außenstelle ein

Impfen in Stuhr: Heiligenroder Hausarzt Piet Lueßen richtet eine Außenstelle ein

Kommentare