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Zurzeit 19 Intensivbetten in Kliniken

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Von: Anke Seidel

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Die Intensivbehandlung von Corona-Erkrankten hat der Klinikverbund im Krankenhaus Bassum konzentriert. Dort können bei Bedarf unverzüglich weitere Kapazitäten geschaffen werden. Foto: Jantje Ehlers
Die Intensivbehandlung von Corona-Erkrankten hat der Klinikverbund im Krankenhaus Bassum konzentriert. Dort können bei Bedarf unverzüglich weitere Kapazitäten geschaffen werden. Foto: Jantje Ehlers

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Unter völlig ungewohnten Bedingungen arbeiten zurzeit die Mitarbeiter der Kliniken im Landkreis Diepholz. Denn sie müssen einerseits auf einen Ausbruch der Corona-Pandemie vorbereitet sein und andererseits genauso Akutpatienten – mit einem Beinbruch oder einem Herzinfarkt zum Beispiel – optimal versorgen können.

Mit Stand Freitag sind es 14 Patienten, die mit einem Corona-Verdacht oder einer bestätigten Infektion in einem der drei Krankenhäuser im Landkreis behandelt werden müssen. Davon werden zwei intensivmedizinisch versorgt und beatmet.

Zur Verfügung stehen zurzeit neunmal so viele Intensivbetten wie gebraucht werden: Das Krankenhaus in Bassum verfügt, so Klinikverbund-Geschäftsführer Uwe Lorenz, über sieben Intensivbetten. Die Häuser in Sulingen und Diepholz haben jeweils sechs – wobei Patienten, die wegen Corona intensivmedizinisch behandelt werden müssen, bewusst am Standort Bassum versorgt werden.

Kurzfristig kann, so berichtet Uwe Lorenz, die Zahl der Intensivbetten in Bassum auf 13 aufgestockt werden. Ein Konzept für eine nochmalige Erweiterung besteht bereits. An den medizinischen, technischen und personellen Voraussetzungen wird mit Hochdruck gearbeitet, stellt der Geschäftsführer klar.

Er beschreibt die aktuelle Lage in den drei Häusern so: „Wir können die bestmögliche Versorgung gewährleisten. Niemand muss Angst haben, wenn er zur Behandlung ins Krankenhaus muss.“

Sicherheit hat oberste Priorität: Alle Patienten werden vor der Aufnahme eingehend untersucht und per Abstrich auf Corona-Viren getestet. „Aber das ist natürlich nur eine Momentaufnahme“, weiß der Geschäftsführer. Deshalb ist für alle Patienten ein Mund- und Nasenschutz Pflicht.

Die Kliniken haben ihre Betten und Krankenzimmer so umstrukturiert, dass nach Möglichkeit jeder Patient ein Einzelzimmer erhält, erläutert Uwe Lorenz. Aber auch Zweibettzimmer werden genutzt – ausschließlich für Patienten, bei denen der Virenabstrich negativ war.

„Bei der Behandlung am Patienten tragen die Mitarbeiter Schutzmasken“, berichtet der Geschäftsführer. Selbstverständlich würden alle Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts umgesetzt. Genauso wie die Vorgaben des Gesundheitsministeriums, die am 12. März eingegangen waren und den Alltag in den drei Krankenhäusern sofort förmlich auf den Kopf stellten. Denn alle planbaren Operationen und Behandlungstermine, die akut medizinisch nicht notwendig waren, wurden sofort abgesagt – um genügend Kapazitäten für den schlimmsten Verlauf der Pandemie zu haben.

„Wir sind wirklich gut ausgestattet“, versichert Uwe Lorenz. Aktuell stehen 14 Beatmungsgeräte zur Verfügung – ein Vielfaches von dem, was zurzeit gebraucht wird. Vorsorglich weitere Beatmungsmöglichkeiten zu schaffen, auch daran wird gearbeitet.

In der Klinik Bassum, die erst vor wenigen Jahren erweitert und modernisiert worden war, können demnach schnell und problemlos weitere Möglichkeiten für die Behandlung von schwer Corona-Erkrankten geschaffen werden. Vorsorglich hat der Klinikverbund außerdem das Zentrum für seelische Gesundheit, also die Psychiatrie, für somatische Patienten umgestaltet: Für Menschen, die nach ihrer medizinischen Behandlung noch weitere stationäre Betreuung brauchen oder sich Zuhause alleine nicht versorgen können.

Noch muss der Klinikverbund diese Räume im Zentrum für seelische Gesundheit nicht nutzen. Noch stehen mehr als genug Kapazitäten in den Krankenhäusern zur Verfügung.

„Wir haben eine exzellente Ausstattung mit sehr guten Ärzten und Pflegekräften“, betont Uwe Lorenz. An jedem Krankenhaus gebe es eine Koordinierungs-Gruppe und darüber hinaus ebenso ein zentrales Gremium, in dem die Fäden zusammenlaufen. Dessen Aufgabe: Schnell und effektiv den Austausch unter den Kliniken regeln.

Auf Nachfrage bestätigte der Geschäftsführer, dass vereinzelt auch Klinik-Mitarbeiter bereits mit Corona infiziert waren. Unverzüglich hätten die Vorgaben des Gesundheitsamtes für solche Fälle gegriffen und seien strikt umgesetzt worden.

Doch – und das ist das Tückische an Corona – kann die Infektion auch völlig unbemerkt verlaufen. „Viele haben sie vielleicht schon durchgemacht und wissen es nicht“, so der Geschäftsführer. Genau deshalb testet der Klinikverbund insbesondere die Mitarbeiter der Intensivstationen und der Notaufnahmen nun auf Antikörper – auf freiwilliger Basis. Alle nur denkbaren Sicherheitsmaßnahmen sollen umgesetzt werden. Und alle Verantwortlichen hoffen, dass die Corona-Behandlungskapazitäten in den Kliniken nicht gebraucht werden – und der Landkreis von einer Infektionswelle verschont bleibt.

Besonders freut sich Uwe Lorenz über eines: „Es haben sich ganz viele Menschen gemeldet und Hilfe angeboten.“ Der Klinikverbund hat nun eine Liste mit ehrenamtlichen Helfern, auf die er im Notfall zurückgreifen kann.

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