Aufgespießt: Zukunft mit der Telekom

Umstellung auf IP = inklusive Problem

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Die Telekom rüstet auf. Aber unserer Kollegin kommt es eher so vor, als käme die Steinzeit zurück.

Von Frauke Albrecht. Kennen Sie noch Telefonzellen? Diese engen gelben, meist nach Urin stinkenden und völlig verschmierten Kommunikationsorte der Kindheit? Zehn Minuten Marsch, manchmal im strömenden Regen, nur um festzustellen, dass irgendein Blödmann den Münzschlitz mit Kaugummi verklebt hat.

Wir Älteren neigen ja manchmal dazu, unsere Kindheit zu verklären. „Früher, da war alles besser. Wir haben noch draußen gespielt, statt am PC.“ Im Fernsehen gab es aber auch nur drei Programme, und das Telefon stand am Ende der Straße. Nicht alles war früher wirklich besser. In diese Steinzeit – zumindest was die Telefonie angeht– hat mich nun die Telekom zurückkatapultiert.

„Ihr Anschluss wird umgestellt, auf IP“, erfahre ich aus einem Schreiben. Eine Wahl gibt es nicht. Stattdessen droht das Unternehmen mit Kündigung.

Da alle anderen Anbieter nach einem Blick auf die Versorgungskarte abwinken – Albringhausen? Ach du liebe Güte. Tut uns leid! –, bleibt keine Alternative. Nicht, dass wir von der Änderungen irgendeinen Vorteil hätten. Schnelleres Netz? Fehlanzeige! Günstigerer Anschluss? Achwo! Aber das gute Gefühl, mit der Telekom in die Zukunft zu investieren!

Beratung? Am liebsten dreifach!

In mir keimt eine leise Vorahnung, dass vielleicht nicht alles so reibungslos verlaufen könnte. Deshalb rufe ich gleich dreimal an, um mich beraten zu lassen. Jedes Mal lande ich in einem anderen Callcenter. Einmal in Bayern, in Schleswig-Holstein und auch in Sachsen. Alle versichern: „Kein Problem. Ihr alter Router ist IP-fähig. Sie brauchen nur umzustöpseln. Wir schicken ein Video und eine Anleitung. Da steht alles drauf. Gaaaanz einfach!“

Der Tag der Umstellung kommt, und das Telefon bleibt tot. „Bei Problemen rufen Sie die Störungsstelle an“, lese ich am Ende der zugesandten Kurzanleitung. Witzbold! Wie denn? Kein Telefon, kein Internet und kein Balken auf dem Handy – Albringhausen eben. Und Telefonzellen gibts nicht mehr. Okay. Einen Abend wird’s schon gehen. Und wozu hat man Freunde!

Am nächsten Tag kontaktiere ich vom Büro unseren IT-Spezialisten. „Du musst unbedingt vorbeikommen. Irgendwas klappt nicht. Du machst das beruflich! Nein! Wir sind nicht zu blöd, einen Stecker in die Wand zu stecken!“ Abends zu Hause mit Experte: Telefon bleibt tot. „Ruf mal die Störungsstelle an“, lautet Henrys Rat. „Willst du mich ...?“

„Ihr Router ist nicht BNG-kompatibel“, sagt der Mitarbeiter

Rein ins Auto, die Straße hoch und vom Autotelefon die Hotline angerufen. Nach zehn Minuten Warteschleife – und mehreren irrritiert blickenden Nachbarn – findet der Telekom-Mitarbeiter heraus: „Da waren die Kollegen wohl etwas fahrlässig. Der Router ist zwar IP-fähig, aber sehr wahrscheinlich nicht BNG-kompatibel.“ Sein Vorschlag: „Um sicherzugehen, holen Sie sich morgen einen Test-Router aus dem Telekom-Shop und probieren es aus.“

Als wahrer Freund übernimmt Henry diesen Part. Blöd nur, dass der Shopmitarbeiter in Bremen(!) das Ding nicht rausrücken will. Wieder ein Anruf im Callcenter. „Testrouter? Hihi. Nie gehört!“ Die Telekom verkauft Geräte oder verleiht sie für 4,95 Euro im Monat. Mindestlaufzeit ein Jahr, Kostenlaufzeit unendlich.

Völlig abgenervt, bin ich drauf und dran, mich für das Mietmodell zu entscheiden, da höre ich: „Den schicken wir dann mit der Post. Er wäre wohl in drei Tagen da.“

„Heeeeenryyyyy!“

Unser Freund fasst sich ein Herz, fährt zu Saturn und kauft eine Fritzbox für 68 Euro. Am Abend verbringt er mehrere Stunden damit, den Anschluss zu installieren. Hat doch die Telekom glatt vergessen, uns neue Zugangsdaten zu schicken. Ups! Die alten gelten noch fürs Internet, nicht aber fürs Telefon.

Am Ende funktioniert der Anschluss irgendwie. Zukunft mit der Telekom: Ich hab da meine Zweifel!

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