Das tägliche Impfen und Testen

Zu wenig Testkits und Impfdosen: Anlaufstellen in Bassum sind stark gefragt

In Bassum könnte bald eine zusätzliche Teststelle eröffnen und für etwas Entspannung sorgen.
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In Bassum könnte bald eine zusätzliche Teststelle eröffnen und für etwas Entspannung sorgen.

In Bassum wird geimpft, geboostert und getestet. „Es gibt nur noch ein wichtiges Thema. Und das ist Corona“, stellte Bürgermeister Christian Porsch diese Woche im Sozialausschuss fest. Dort gab er mit Fachbereichsleiterin Julia Niemann einen Überblick über die Pandemiesituation in der Stadt.

Bassum – „Wir befinden uns derzeit in Warnstufe zwei und haben eine tagesaktuelle Inzidenz von 171“, lieferte Niemann die Zahlen für den Landkreis von Dienstag. Weiterhin informierte sie, dass Bassums Seniorenberatungsstelle alle Veranstaltungen abgesagt habe. „Die Mitarbeiter stehen für Beratungen aber jederzeit zur Verfügung.“ Da es für Jugendhäuser derzeit noch keine spezielle Regelung gebe, sei man im Fönix Bassum noch unentschlossen. „Dort treffen verschiedene Altersgruppen aufeinander“, machte Niemann deutlich. So sei nicht geklärt, welche Regelung in der Einrichtung greift. Noch habe diese aber wegen eines personellen Engpasses ohnehin geschlossen.

„Einschläge“ in Kitas kommen näher

In den Kitas lief es Niemann zufolge coronatechnisch bislang „relativ gut“. „Doch die Einschläge kommen näher“, berichtete sie mit Blick auf einen positiven Fall vor wenigen Wochen im Waldkindergarten sowie einem aktuell positiven Testergebnis im Kinderreich. Die entsprechenden Maßnahmen seien bereits eingeleitet. „Das bedeutet nun für alle Mehrarbeit, aber die Abläufe sind schon routinierter“, so die Fachbereichsleiterin.

Die Verwaltung selbst dürfe kein Testzentrum anbieten und könne deshalb nur ihre Kompetenz und entsprechende Netzwerkverbindungen zur Verfügung stellen, machte Porsch deutlich. „Wir sind mit Unternehmern in Kontakt und unterstützen sie“, sagte der Verwaltungschef, der hofft, dass zeitnah eine weitere Anlaufstelle in Bassum öffnet. Details hierzu gab es für die Ausschussmitglieder und die wenigen Zuschauer in der Grundschule nicht. Wann genau und wo diese Teststelle zu finden sein wird, ist also noch offen.

Es scheitert am fehlenden Material

Das Platzangebot allein sei nicht der begrenzende Faktor. „Bei der aktuell großen Nachfrage fehlen schlichtweg die Tests“, weiß Porsch. Schließlich hätten zahlreiche Hersteller bereits die Produktion zurückgefahren, bevor die neue Corona-Verordnung griff. „Nun scheitert es am fehlenden Material“, bedauert Porsch. Die Verwirrung um 2Gplus sowie die Ausnahme für Personen mit der Boosterimpfung erschwere die Kalkulation in Sachen Testkits zusätzlich. „Ein Testzentrum soll schließlich auch wirtschaftlich auf einer soliden Basis geplant werden.“

Auch beim Impfen unterstützt die Stadtverwaltung. Dafür bedankte sich der Bürgermeister bei seinen Kollegen, „die hier ihre Hilfe in einem vollkommen fremden Arbeitsfeld anbieten“. Aktuell besteht in Bassum neben einer Impfung in den Arztpraxen die Möglichkeit, sich die Spritze beim mobilen Impfteam abzuholen. Die dezentral organisierten Termine bietet der Landkreis Diepholz gemeinsam mit dem DRK an unterschiedlichen Tagen in mehreren Kommunen im Flächenlandkreis an.

Impfstoff ist schnell vergriffen

In Bassum wird donnerstags von 9 bis 15 Uhr beim Nordwestdeutschen Schützenbund (NWDSB) geimpft (wir berichteten). 200 Impfdosen stehen jeweils zur Verfügung, die nach dem Windhundprinzip vergeben werden. „Meist sind die Rationen gegen 13 Uhr aufgebraucht“, informierte Christian Porsch. Anschließend müssten die Helfer vor Ort Wartende vertrösten. „Das ist keine leichte Aufgabe“, ergänzt der Bürgermeister. Er hat die Hoffnung, dass bald mehr Rationen zur Verfügung stehen.

Nachdem es an den ersten Tagen in dem Gebäude, Lange Straße 68-70, noch ein wenig chaotisch zugegangen sei, habe sich inzwischen ein „strukturierter Wartebereich“ etabliert. „Das Gros der Leute ist geduldig“, bedankt sich Porsch. Er sei daher enttäuscht, dass die Verwaltung von einigen Personen verantwortlich gemacht werde, wenn nicht alles wie gewünscht verlaufe.

Das bedeutet nun für alle Mehrarbeit, aber die Abläufe sind schon routinierter.

Julia Niemann, Fachbereichsleiterin der Stadt Bassum zu Maßnahmen der Corona-Bekämpfung

Von Anika Seebacher

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