Nordwohlde: Zu viele Kinder, zu wenig Kita-Plätze

Eltern wünschen sich zwei neue Gruppen in der „Arche Noah“: Stadt Bassum möchte nur eine schaffen

 Kita „Arche Noah“ in Nordwohlde
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Viele Eltern wünschen sich zusätzliche Betreuungsangebote in der Kita „Arche Noah“ in Nordwohlde.

Bassum – Eltern in Nordwohlde machen sich große Sorgen. Sie sind der Meinung, dass das Betreuungsangebot vor Ort ab dem kommenden Jahr nicht mehr ausreicht. Schließlich sind viele junge Familien in das neue Baugebiet gezogen, und auch in den übrigen Ortsteilen von Nordwohlde wie Stühren haben einige von ihnen alte Häuser erworben. Aus diesem Grund wünschen sich die Eltern zwei weitere Gruppen, eine für Kinder über und eine für Kinder unter drei Jahren.

Die Stadt hingegen möchte das erst mal nicht. Das machte der Erste Stadtrat Norbert Lyko auf der Sitzung des Sozialausschusses deutlich. Dort stellte er seinen Bericht über die mittelfristige Kitaplanung vor, der erst mal nur zur Information diente. Über die Vorschläge abgestimmt wurde noch nicht.

In Bassum gibt es insgesamt 526 Plätze im Ü3-Bereich und 166 Plätze im U3-Bereich

Insgesamt bietet Bassum in der Kernstadt und den Ortsteilen im Ü3-Bereich 526 und im U3-Bereich 166 Plätze an. Aber reicht das auch für die nächsten Jahre oder besteht Handlungsbedarf? Um die Frage beantworten zu können, müssen mehrere Faktoren in die Rechnung mit einbezogen werden. Zu diesen gehören unter anderem die Geburtenentwicklung, das Verhalten der Eltern und die Baupolitik, erläuterte Lyko, um zu zeigen, wie die Stadt zu ihren jeweiligen Ergebnissen gekommen ist.

Und die sehen wie folgt aus: In Nordwohlde werde eine zusätzliche Gruppe gebraucht, die altersübergreifend sein soll. Die drei Kinder, die aktuell im Ü3-Bereich auf der Warteliste stehen, könnten bis dahin in Bramstedt unterkommen oder in einer Nachmittagsgruppe. „Das ist sicher nicht optimal, aber sie können versorgt werden“, sagt Lyko.

Dieses Angebot gehe an der Lebenswirklichkeit vieler Eltern vorbei, vor allem, wenn sie in Bremen arbeiten, merkte Elternvertreter Patrick Gralla an, der aber auch die Gesprächsbereitschaft von Lyko und Bürgermeister Christian Porsch im Vorfeld lobte. Auch eine Nachmittagsgruppe sei keine Hilfe. So appellierte Gralla noch einmal für die zwei Gruppen, um den Eltern Planungssicherheit zu geben.

Fünf Kinder stehen in Nordwohlde auf der Warteliste

Die fünf Kinder, die im U3-Bereich auf der Warteliste stehen, könnten von Tagesmüttern betreut werden, sofern die Eltern auf eine Betreuung bestehen, so Lyko. Er erklärte, dass die Stadt Bassum sich auch aus finanziellen Gründen gegen die zwei Gruppen entscheide. „Wenn wir sie einrichten, zahlen wir dauerhaft jährlich 200 000 Euro. Und das bei einem defizitären Haushalt“, so Lyko.

Entscheiden, ob eine neue Gruppe entsteht, kann die Stadt nicht allein, da die Nordwohlder Kita „Arche Noah“ in der Trägerschaft der evangelischen Kirche ist. Die Kirche würde zwar die neuen Gruppen bezahlen, aber alle Defizite müsste die Stadt Bassum übernehmen. Zurzeit werden in den beiden Ü3-Gruppen 46 Kinder und in der U3-Gruppe 14 Kinder betreut.

Ortsvorsteherin Birgit Kattau hakte nach, ob auch eine integrative Gruppe geplant sei, da der Bedarf groß wäre. „Wir beziehen das in die Planungen mit ein. Ich will, dass wir Inklusion leben – aber es muss auch alles finanzierbar sein“, so Lyko.

Heimke Möhlenhof als Ortsvorsteherin von Hollwedel wies darauf hin, dass auch viele Familien in Groß Hollwedel ihre Kinder nach Nordwohlde schicken wollen und dass da noch einige in der kommenden Zeit geboren werden.

Christiane Weitzel von den Grünen äußerte Zweifel, ob die Plätze ausreichen werden, zumal die Prognose nur die nächsten zwei Jahre im Auge habe. Es sei wichtig, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu stärken, weswegen auch die Betreuungszeiten ausgedehnt werden müssten. Zudem gehe der Trend zu kleineren Gruppen. „Wenn das Land solche kleinen Gruppen will, muss es auch dafür zahlen“, erklärte Lyko. Solche Belastungen könnten nicht allein von den Kommunen getragen werden.

Handlungsbedarf in Bramstedt

In Bramstedt bestehe im Ü3-Bereich kein Handlungsbedarf, während Krippenplätze benötigt werden. Doch die Stadt plant bereits einen Umbau des Feuerwehrhauses, der im Sommer 2022 abgeschlossen werden soll. In Neubruchhausen gibt es sowohl im Ü3- als auch im U3-Bereich keinen Handlungsbedarf. In Bassum muss hingegen etwas passieren.

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