Kritik von Oliver Launer

Zoff beim Hüttenzauber in Bassum: Open-Air-Chef bleibt zu Hause

Das Team des Bassumer Hüttenzaubers – gestern ohne Oliver Launer. - Foto: Albrecht
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Das Team des Bassumer Hüttenzaubers – Sonntag ohne Oliver Launer.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Gesprächsthema Nummer Eins am Wochenende beim Bassumer Hüttenzauber war das Fehlen von Oliver Launer. Der Veranstalter des Bassumer Open-Air-Festivals wollte eigentlich als Aussteller mit dabei sein – doch dann gab es Zoff. Problem: Statt miteinander zu reden, wurde übereinander geredet.

Alles hätte so schön sein können: Um die Bassumer Innenstadt während der Weihnachtszeit zu beleben, hatte Jürgen Donner, ehrenamtlicher Marktmeister der WiR (Wirtschafts- und Interessengemeinschaft Region Bassum), die Idee, Aussteller in die Innenstadt zu holen.

Seit Jahren schon verkaufen die Bassumer Schwerathleten in ihrer Hütte Glühwein und Bratwurst für einen guten Zweck. Der Erlös wird stets gespendet. Donner wollte den Sportlern nun Gesellschaft an die Seite stellen und fragte verschiedene Aussteller an (wir berichteten bereits). Bei den meisten lief er offene Türen ein. Unter anderem sagte auch Oliver Launer zu.

Alle Aussteller trafen am 6. Dezember bei einem Pressegespräch im Bassumer Hallenbad aufeinander. Dort hörte Launer nach eigenen Angaben zum ersten Mal davon, dass er beim Hüttenzauber keinen Glühwein verkaufen könne. Das sei den Schwerathleten vorbehalten, um den Spendenerlös nicht zu schmälern.

Launer hatte schon Glühwein eingekauft

Launer hatte allerdings schon 60 Liter Glühwein gekauft. Was tun? Die Gruppe einigte sich darauf, dass er mit in den Stand des Bremer Cocktail Shuttles von Sascha Kirchner geht. Der bot an, für Launer einen eigenen Drink zu kreieren, den Bassumer Open-Air-Drink, den er zusammen mit seinen Losen verkaufen könne. Niels Lücke vom Weinmobil war zudem bereit, ihm den bereits gekauften Glühwein abzunehmen.

Mit dieser Lösung hätten alle zufrieden sein können. Hätten! Doch Launer ärgerte sich auch Tage später noch ein bisschen über das Verbot des Glühweinverkaufs. „Ich fühlte mich bei dem Gespräch etwas unter Druck gesetzt“, räumt er auf Nachfrage ein. Und das machte er öffentlich. Er postete bei Facebook zwar seine Anwesenheit beim Hüttenzauber, konnte sich aber den Nachsatz nicht verkneifen: „Bassum, du lernst es nicht...“. Warum immer alle gegeneinander statt miteinander arbeiten würden.

Diese Mitteilung kam bei seinen Ausstellerkollegen nicht gut an. Allerdings suchte keiner der Beteiligten das Gespräch.

Dann kam der Samstag. „Es war vereinbart, dass ich mich zu einer bestimmten Uhrzeit mit meinem Partner treffe“, so Launer. Kirchner war aber noch nicht vor Ort. „Ich hatte noch mit den Vorbereitungen zu tun. Aber meine Mitarbeiter waren da“, erklärt dieser und wundert sich, warum Launer sein Team nicht angesprochen habe.

„Was da passiert, tut mir für Bassum leid“

Launer wiederum erklärt, dass er die Hütte nicht gesehen habe. Außerdem hätte er sich über das Angebot geärgert. Denn er sah an den Ständen Punsch und Grog. „Ich dachte, nur die Schwerathleten dürfen Glühwein verkaufen? Ich habe Friedrich Ludwig von den Schwerathleten angesprochen. Er sagte mir, dass sich nicht alle an die Abmachung gehalten haben.“ Das war der Tropfen, der Launer zum Überlaufen noch gefehlt hatte. Er verließ den Platz.

Unserer Zeitung gegenüber erklärt Ludwig: „Ich habe gesagt, kann sein, dass manche mehr machen.“ Die Absprache aber hätte gelautet: Alles außer Glühwein.

Er hätte sich gewünscht, dass Launer, „einfach anfängt, statt abzuhauen und schlechte Laune zu verbreiten“. Überhaupt ärgere er sich, dass alle übereinander, aber nicht miteinander sprechen. Damit zielt er auf die Kommentare auf der Facebookseite von „Unser schönes Bassum“. Dort hatten einige Gruppenmitglieder das Vorgehen der Aussteller kritisiert, ohne die Hintergründe zu kennen. Nachdem dort sogar behauptet wurde, dass Launer des Platzes verwiesen worden sei, meldete sich dieser selbst zu Wort. Allerdings verzichtete auch Launer auf die Vorgeschichte, postete lediglich seine Sicht der Dinge. Und er gab den Hinweis, dass er nächsten Samstag einen Stand in Syke aufbaue.

Unserer Zeitung gegenüber erklärte er Sonntag: „Das ist alles dumm gelaufen. Die Kommunikation im Vorfeld war nicht gerade optimal.“

Friedrich Ludwig sagt: „Was da passiert ist, tut mir für Bassum leid.“

Das sehen Jürgen Donner und die Aussteller ähnlich. Alle hätten ein gemeinsames Ziel verfolgt. „Wir wollen etwas für Bassum tun. Man kann sich ärgern. Aber es ist immer gut, die Dinge intern zu klären statt öffentlich“, kritisiert Lücke. „Wir investieren alle viele Stunden Arbeitszeit und Herzblut. Und wissen unterm Strich gar nicht, ob was für uns übrig bleibt. Abrechnen können wir doch erst zum Schluss. Dann müssen wir besprechen, was nächstes Mal anders laufen muss.“

Kommentar zum Thema:

Gebt euch die Hand und sagt "Schwamm drüber"

Von Frauke Albrecht - Wenn zwei sich streiten, liegt die Wahrheit meistens irgendwo in der Mitte. Was an diesem Wochenende beim Bassumer Hüttenzauber passiert ist, ist ein Paradebeispiel für mangelnde Kommunikation. Immer mehr Menschen reden nicht mehr mit-, sondern nur noch übereinander. Und meistens tun sie das über die sozialen Medien. Was dazu führt, dass Halb- und Unwahrheiten die Runde machen. Im Internet ist es schließlich so einfach, erst einmal draufzuhauen, ohne Hintergründe zu kennen. Ein Gerücht reicht aus, um jemanden zu verunglimpfen.

Im Mittelalter hätte es „Auf den Scheiterhaufen mit dem Halunken“ geheißen. Allein der Verdacht reichte aus. Heute ist es zum Glück nicht mehr der Scheiterhaufen, dafür der Shitstorm. Der verebbt manchmal genauso schnell, wie er gekommen ist.

Beide Seiten, Aussteller und Oliver Launer, haben Fehler gemacht. Es gab Fehlinformationen, Befindlichkeiten und Kritik am falschen Ort. Alle wollten etwas für Bassum tun. Dabei haben einige vielleicht aus den Augen verloren, dass andere auch etwas Gutes für Bassum tun wollen. Ein bisschen weniger ICH, ein bisschen mehr WIR wäre angebracht gewesen.

Alle hatten nun Zeit, zwei Nächte drüber zu schlafen und den Ärger sacken zu lassen. Nun ist es Zeit für einen Neuanfang. Alle können beweisen, dass sie wirklich etwas Gutes für Bassum wollen. Gebt euch doch einfach die Hand, sagt „Schwamm drüber“ und überlegt gemeinsam, wie es gelingen kann, dass die Bassumer am Samstag in Bassum Karten für das Open-Air 2018 kaufen können – und nicht in Syke. Dazu muss nicht einer den ersten Schritt machen. Macht ihn doch einfach alle. Für Bassum!

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