Zentrum für seelische Gesundheit in Bassum offiziell eröffnet

Nach acht Jahren endlich ein „Happy End“

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Dechant Arnold Kuiter segnete den Neubau.

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Der Boden ist mit Tonfliesen ausgelegt. In der Mitte steht ein quadratischer Holztisch auf einem Sockel. Die Tür besteht aus dunklem Holz, in das rötliches Glas eingelassen ist. Das ganze Zimmer atmet Ruhe und das ist auch so gewollt. Es ist der „Raum der Stille“, in dem Patienten sich besinnen können. „Wir haben ihn bewusst nicht Kapelle genannt“, erläutert Chefarzt Dr. Gerd-Christian Kampen. Seine Zuhörerin nickt. Es ist Cornelia Rundt, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

Sie ist bei der Eröffnung des Zentrums für seelische Gesundheit im Klinikum Bassum so etwas wie der Ehrengast und lässt sich nach der offiziellen Feierstunde bei einem kleinen Rundgang neben leeren Patientenzimmern auch besondere Räume zeigen. Und von denen gibt es einige: ein „Aroma-Raum“, wo versucht wird, mithilfe von Gerüchen Patienten positiv zu stimulieren, ein Kunsttherapieraum, wo kreativ gearbeitet werden kann und auch ein Begegnungsraum mit großem Flachbildfernseher.

Unter anderem machen diese Räume das Zentrum für seelische Gesundheit zu einer „modernen, zeitgemäßen Psychiatrie“, so hatte es der Alexianer-Regionalgeschäftsführer Uwe Lorenz in seiner Eröffnungsrede betont. Rund 150 Gäste aus der Politik, der Kirche, aus anderen Kliniken und Vertreter von Firmen, die an dem Neubau mitgewirkt haben, waren gekommen.

Landrat Cord Bockhop bezeichnete das Zentrum als „Meilenstein für das Gesundheitswesen in der Region“ und lobte besonders die Mitarbeiter, die ihre schwierigen und verantwortungsvollen Aufgaben auch während des Umzugs vorbildlich versehen hätten.

Andreas Barthold, Hauptgeschäftsführer der Alexianer, blickte in seiner Rede hingegen zurück. „2008 kam die Frage auf, wie soll es mit dem Krankenhaus in Twistringen weitergehen? Es gab nicht genug Plätze und auch eine somatische Mitbehandlung war nicht möglich.“ Nun, nach acht Jahren, sei man mit dem Neubau in Bassum „total glücklich“. Und es gebe sogar noch Optionen zur Vergrößerung: „Ich möchte Sie mal über die Wiesen führen“, scherzte Barthold an die Ministerin gewandt und erntet Gelächter. Dieser Wink kommt nicht von ungefähr, denn schließlich hat das Land rund 16 Millionen Euro für den Neubau locker gemacht. Doch nicht nur räumlich, auch personell möchte man sich noch vergrößern. „Wir suchen Pflegekräfte, die wir auch unbefristet einstellen.“

Aber der Geschäftsführer erinnerte auch daran, wie schwer der Weg zur neuen Psychiatrie gewesen sei: „Es kostete Kraft, denn man wurde mit Sorgen, Ängsten, Unverständnis und Ablehnung konfrontiert.“ Doch nun sei das Zentrum ein Symbol, wie man den Wandel in der Krankenhauslandschaft positiv bewältigen könne.

Eine kleine Schrecksekunde gibt es bei der Ansprache der Ministerin, als plötzlich eine Frau inmitten der stehenden Gäste ohnmächtig zusammensackt. Sofort wird sie von den Umstehenden aufgerichtet, versorgt und in einen angrenzenden Raum gebracht. „Eigentlich wollte ich gerade die Mitarbeiter loben“, meint Rundt, nachdem sich die Aufregung gelegt hat. „Doch dieser Vorfall zeigt ja auch, wie gut es ist, wenn man Fachleute vor Ort hat und wie schnell man hier bereit ist, sich um die zu kümmern, die Hilfe brauchen.“

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