Noch bis zum 2. März

Das „Mammobil“ des Mammographie-Screening-Zentrums Vechta in Bassum

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Das „Mammobil“ steht noch bis zum 2. März in Bassum.

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Es sind nur etwa zehn Minuten. Doch unter Umständen können sie Leben retten. Zehn Minuten, so lange dauert ungefähr ein Besuch im „Mammobil“ des Mammographie-ScreeningZentrums Vechta, das seit vergangener Woche neben dem Rathaus in Bassum steht. Nachdem das Brust-Screening gemacht ist, dauert es etwa eine Woche, bis die Besucherinnen erfahren, ob sie an Brustkrebs erkrankt sind – die häufigste Todesursache bei Frauen.

„Im Grunde kann man nichts Besseres tun, als diesen Termin wahrzunehmen“, sagt Mitarbeiterin Marita Müller, die am Tresen des Trailers sitzt und die Frauen im Empfang nimmt. Während es draußen knackig kalt ist, herrscht drinnen kuschelige Wärme. „Das Gesundheitsamt Bremen schreibt alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren an und lädt sie zu einem Vorsorge-Mammographie-Termin vor Ort ein“, erklärt Müller.

Bettina Berger aus Nordwohlde ist eine von ihnen. Bereits zum dritten Mal kommt sie zur Vorsorge in die rollende „Röntgenpraxis“ – aus Überzeugung. Eine Freundin von ihr habe sie mal gefragt, ob sie dorthin gehen solle. „Ich sagte ihr: Du gehst doch auch zur Darmspiegelung. Und das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, ist viel höher. Außerdem kann man beim Abtasten nicht alles erfühlen.“

Zehn Minuten für die Gesundheit

Doch warum werfen dann einige Frauen noch immer den Termin in den Mülleimer? „Ich denke, sie haben Angst davor, dass es wehtut“, vermutet Berger. „Sie stellen sich vor, wie ihre Brust von den zwei Platten gequetscht wird.“ Es sei unangenehm, sagt die Nordwohlderin, aber „es sind keine Schmerzen.“ Nach etwa zehn Minuten habe man die Prozedur hinter sich, und die Zeit solle man sich für seine Gesundheit schon nehmen.

Eine weitere Patientin, die mit Berger wartet, nickt zustimmend: „Schmerzen hat man auf keinen Fall. Bei vielen ist es wohl die Angst vor der Angst.“ Die Zahlen scheinen die Theorie zu bestätigen, denn „wer einmal bei uns war, kommt meistens wieder“, sagt Müller.

Bei den Bassumer Frauen scheinen diese Ängste nicht so stark verbreitet zu sein. In dem Trailer herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Frauen sitzen auf den Stühlen und blättern in Zeitschriften, während im Hintergrund leise Musik läuft. Müller freut die gute Resonanz. „Wir haben an die 90 Frauen jeden Tag.“

Innerhalb einer Woche werden die Frauen benachrichtigt

Hille Brand ist Müllers Kollegin, medizinisch-technische radiologische Assistentin und kommt seit Jahren mit dem „Mammobil“ nach Bassum. Die Resonanz sei eigentlich immer gut gewesen. Sie betont noch einmal, wie wichtig es für Frauen ist, die Möglichkeit wahrzunehmen. „Je schneller man einen Knoten findet, desto höher sind die Heilungschancen.“ Die Untersuchung dauere nur fünf Minuten, wobei die Mitarbeiter auf jede Frau eingehen und keine „Abfertigung“ betreiben möchten.

Die Ergebnisse des Screenings gehen nach Vechta, wo zwei Ärzte sie unabhängig voneinander anschauen. Innerhalb einer Woche werden die Frauen benachrichtigt.

Alle zwei Jahre kommt das „Mammobil“ nach Bassum und das seit zwölf Jahren. Bis zum 2. März steht es noch neben dem Rathaus. Wer seinen Termin nicht einhalten kann, meldet sich entweder telefonisch unter 0421/36116161 oder kann den Online-Code auf seiner Einladung nutzen. Diesen geben die Frauen auf der Website ein und buchen sich direkt einen neuen Termin.

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