Workshops, Lesungen und mehr

Wollzirkus wirbt dafür, Naturprodukt nachhaltig zu nutzen

Susanne Schmid strickt mit dicker Wolle und zwei Schlagzeug-Stöcken als Strick-Nadeln.
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Schlagzeugsticks als Stricknadeln: Susanne Schmid wirbt mit dem Wollzirkus an der Freudenburg für einen vielseitigen, nachwachsenden Rohstoff.

Ein „literarisches Schäferstündchen“ am Samstag, ein Wollmarkt am Sonntag: An der Bassumer Freudenburg gastiert am 18. und 19. September zum zweiten Mal der Wollzirkus.

Bassum – Spinnen, am Rad drehen oder sich verhaspeln: In der Sprache ist die Wollverarbeitung allgegenwärtig. Aber die damit verbundenen Fähigkeiten beherrschen nur noch die wenigsten. Leider, findet Susanne Schmid. Die pensionierte Lehrerin sorgt dafür, dass am Wochenende wieder Einblicke in diese Techniken vermittelt werden.

Denn am Samstag und Sonntag gastiert wieder der Wollzirkus auf dem Freudenburg-Gelände. Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr hat Schmid ein Programm zusammengestellt, das am Samstag, 18. September, unter dem Motto „literarisches Schäferstündchen“ beginnt.

Eingeläutet vom wiedergewählten Bürgermeister Christian Porsch geht es ab 19 Uhr um politische Häkelkunst sowie um Musik und Literatur im Zeichen der Wolle. Unter anderem soll die Gruppe Saitenwind für Gute-Laune-Musik sorgen. Brigitta Wortmann wird zwei (unbekannte) Märchen vortragen, die Autorin und Kabarettistin Christiane Palm-Hoffmeister zwei eigens geschriebene beziehungsweise adaptierte Stücke lesen. „Ein literarisches Highlight“, verspricht Organisatorin Schmid.

Am Sonntag, 19. September, folgt von 11 bis 18 Uhr ein Wollmarkt mit 22 Ausstellern und acht Workshops, ebenfalls an der Freudenburg. Dort geht es, kündigt Schmid an, um den regionalen, nachhaltigen Rohstoff Wolle und um die Frage: „Was machen wir damit?“

Den Weg der Wolle vom Schaf zum Produkt sollen die Besucher entlang einer Wollstraße aus verschiedenen Stationen nachvollziehen können. Los geht es mit einer Station zur Schafschur. Ab 13.30 Uhr können Besucher an der Station live verfolgen, wie ein Scherer die Tiere von ihren Haaren befreit. Danach geht es weiter mit Waschen, Kardieren und Spinnen sowie Häkeln, Stricken, Weben oder Färben.

Schmid verspricht: „An allen Stationen können Besucher alles kostenlos selbst ausprobieren“ – und hinterher ihr Produkte mit nach Hause nehmen. Und die Workshop-Stationen seien sowohl auf Kinder als auch auf Erwachsene vorbereitet. Schmid gibt den Tipp, dass Besucher, die sich im Solar-Färben versuchen möchten, ein Glas mit Schraubdeckel mitbringen sollten.

Für Sonntag, 15 Uhr, plant Schmid eine gemeinsame öffentliche Kunst-Aktion: Sie ruft die Besucher auf, an einem Flashmob teilzunehmen. Die Idee: für einen kurzen Moment als Gruppe zusammenzukommen, mit Maske, Abstand, aber vor allem mit einem Gegenstand in der Hand, der zum wolligen Thema passt. Treffpunkt ist an der Konzertmuschel.

Vor dem ersten Wollzirkus im vergangenen Jahr hatte Schmid zwar schon Schul-Feiern, aber keine Veranstaltung dieser Größenordnung organisiert. Als recht frisch gebackene Ruheständlerin hatte sie zusätzliche Zeit zur Verfügung.

Am Anfang stand die „bittere Erkenntnis, dass, wenn die Haare erst mal ab sind, Schafwolle Sondermüll ist, weil sie schwer entflammbar ist und schwer verrottet“, erzählt sie. Dabei, so Schmid, redeten doch alle von Nachhaltigkeit. Deshalb die Idee für den Wollzirkus: Um zu zeigen, wie vielfältig man den Rohstoff Wolle nutzen kann. „Ein Tierprodukt, das gewürdigt werden muss“, findet Schmid.

„Ich kam mir vor wie im Sterntaler“, erzählt sie heute. Schmid meint damit die Unterstützung, die sie bekam, als die Idee für den Wollzirkus Fahrt aufnahm – durch die Stadt, den Kultur- und Heimatverein, das THW und Sponsoren wie Weser-Hunte-Verband oder Avacon.

Wollzirkus im Überblick

Der Eintritt ist an beiden Tagen frei. Es gelten die aktuellen Corona-Bestimmungen. Für das „literarische Schäferstündchen“ am Samstagabend wird das Mitbringen eines Sitzkissens empfohlen und um Anmeldung unter wollzirkus-bassum@web.de gebeten. Für Speisen und Getränke ist jeweils gesorgt.

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