Behördenvertreter Gäste im Ausschuss

Ausbau der B51 soll Radler schützen

Twistringen - Von Frauke Albrecht. „Wir werden eine gute Lösung finden“, versprach Bürgermeister Martin Schlake am Donnerstagabend den Zuhören hinsichtlich der Diskussion um den Ausbau der B51/Ortsdurchfahrt. Eine Entscheidung für oder gegen eine der vorgestellten Varianten trafen die Mitglieder des Bauausschusses noch nicht. Schlake rechnet für Ende März, Anfang April mit einer Entscheidung. Konsens sei, so viele Parkplätze und Bäume wie möglich zu erhalten.

Wie berichtet, wurden im Dezember mehrere Varianten vorgestellt. Mittlerweile seien nur noch die Variante I und die Null-Lösung im Gespräch. Null bedeutet lediglich die Fahrbahn zu sanieren. Am Radweg würden nur Schäden ausgebessert.

Noch keine

Entscheidung getroffen

Variante I bedeutet die Erneuerung der Fahrbahn mit richtungsbezogenen, beidseitigen Radfahrerstreifen (1,85 Meter breit, höhengleich zur Fahrbahn) neben der Hauptverkehrsspur (3,75 Meter). Anschließend Schutzstreifen auch zum Parken, Gehweg und Grün.

Diese Lösung wird von der Landesstraßenbaubehörde und von der Polizei favorisiert. „Es ist verkehrlich die beste Lösung“, erklärte der stellvertretende Behördenleiter Dietmar Thomsik. Wolfgang Rehling von der Polizei Diepholz untermauerte diese Aussage mit Zahlen: Jedes Jahr ereignen sich auf der 1,5 Kilometer langen Strecke im Schnitt 50 Unfälle, davon 26 mit Radfahrerbeteiligung. Als eine der Ursachen nennt er die jetzige Verkehrsführung. Autofahrer würden die Radfahrer vielfach übersehen. Auch weil die oft auf der falschen Seite unterwegs seien. Die Null-Lösung bedeute, diese Gefahrenquelle zu belassen.

Rehling ist überzeugt, dass sich die Unfallzahlen durch den Ausbau reduzieren lassen, weil der Radstreifen beidseitig parallel zur Fahrbahn angedacht ist. Der Ausbau werde gleichzeitig zur Entschleunigung beitragen.

Allerdings ist der Ausbau mit erheblichen Verlusten an Bäumen und Parkplätzen verbunden, wie Thomsik bestätigte. Von 92 Stellflächen könnten 42 wegfallen. „Eventuell sind es auch nur 38. Das muss die Feinplanung ergeben.“ Thomsik rechnet außerdem damit, dass etwa 47 Bäume wegfallen würden. Wobei an einigen Stellen Nachpflanzungen möglich sind. Und auch da könne die Feinplanung ergeben, dass mehr stehen bleiben könnten als vorher angenommen.

Thomsik gab zu bedenken, dass auch bei einer Null-Lösung Bäume weichen müssten, denn an einigen Stellen werde das Pflaster bereits hochgedrückt. Eine Besichtigung habe ergeben, dass mindestens fünf Bäume im Norden und fünf im Süden gefällt werden müssten. „Zwölf sind noch zu untersuchen.“

Zudem habe der Wasserversorger OOWV mitgeteilt, dass 14 Bäume weg müssten, damit die größeren Leitungsrohre eingebracht werden können. Soll heißen: Auch bei der Null-Lösung könnten insgesamt 15 bis 20 Bäume der Kettensäge zum Opfer fallen.

„Wir sollten keinen Hexentanz um jeden Baum veranstalten“, meinte Hubert Diephaus-Borchers (CDU). Seine Fraktion habe noch keine Entscheidung getroffen. Wohl aber könne er sagen: „Priorität hat die Gesundheit der Verkehrsteilnehmer.“ Die CDU möchte möglichst viele Parkplätze erhalten und so viele Baume wie möglich.

Für Manfred Korthe (GUT) wäre die Null-Lösung „das Optimum“. Er plädierte dafür, einen Kompromiss zu suchen, gerade vor der Apotheke seien die Parkplätze immens wichtig. „Vielleicht ist es möglich, dass auch die Geschäftsleute einen kleinen Teil der eigenen Flächen zur Verfügung stellen, um alternative Parkflächen zu schaffen.“ Auch Renate Horstmann (CDU) sieht den Wegfall der Parkplätze vor der Apotheke kritisch.

Sylvia Holste-Hagen (Grüne) hatte vor der Sitzung eine Fotomontage verteilt, die den Kahlschlag zeigt. Den wollen die Grünen auf jeden Fall vermeiden.

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