Wohnraum für Flüchtlinge

Stadt denkt ans Bauen

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Weitere Mobilbauten wird es in Bassum vorerst nicht geben.

Bassum - In Bassum wird es keine Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge geben. Das teilte Bassums Erster Stadtrat Norbert Lyko am Donnerstag im Ausschuss für Soziales, Sport, Jugend und Kultur mit. Die Politik habe ein klares Ziel vorgegeben: „Wir versuchen, die Menschen auch weiterhin dezentral unterzubringen“, so Lyko. Zelte, weitere Mobilbauten oder gar Belegung von Hallen soll es nicht geben.

Interkommunale

Zusammenarbeit

Lyko gab einen Überblick über die aktuelle Situation: Demnach sind derzeit 135 Flüchtlinge in Bassum untergebracht. Bis Ende Januar 2016 sollen weitere 91Personen hinzukommen. „Für diese Menschen müssen Unterkünfte gesucht werden.“ Lyko: „Es wird keine Zwangseinquartierungen geben.“

Die Stadt setzt ganz auf Freiwilligkeit. Derzeit liegen Angebote von Vermietern für etwa 70 Personen vor. Das sei gut, reiche aber nicht aus. „Wir brauchen einen Plan B“, sagt Lyko. Für Mietobjekte zahlt die Stadt zwischen 5,50 und 6,50 Euro pro Quadratmeter.

Überlegt werde außerdem, Häuser zu kaufen oder selbst zu bauen. Der Rat habe beschlossen, in konkrete Verhandlungen einzutreten, gab der Erste Stadtrat bekannt. Derzeit gebe es günstige Zinsen – die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beispielsweise habe Städten und Kommunen Förderungen für den Bau von Flüchtlingsunterkünften in Aussicht gestellt – zinslos bei einer Laufzeit von zehn Jahren.

„Wenn wir bauen, wollen wir aber so bauen, dass wir später etwas damit anfangen können“, führte der Verwaltungsvize aus. Eine mögliche Nachnutzung wären altengerechte Wohnungen. Geklärt werden müsse die Frage, wer Bauherr sein soll, die Stadt oder die stadteigene Wirtschafts- und Stadtentwicklungsgesellschaft (Wiseg). Auch eine interkommunale Zusammenarbeit wird überlegt. Die Stadt hat dazu Kontakte zu den Nachbarkommunen Syke, Stuhr, Weyhe und Bruchhausen-Vilsen aufgenommen.

Derzeit werden die Flüchtlinge in Bassum hauptsächlich von Ehrenamtlichen betreut. Es gibt die Initiative Willkommen in Bassum und fünf Asylbegleiter. Im Januar wird die Stelle von Sozialarbeiter Johannes Stephens wieder besetzt. Diese Kraft teilen sich die Städte Bassum und Syke. „Kritisch zu hinterfragen ist, ob eine halbe Stelle ausreicht“, gab Lyko zu bedenken.

Im Moment hat die Stadt auch die beiden Mitarbeiter des Jugendhauses Fönix, Sozialarbeiterin Hilke Bald und Streetworker Andreas Storn, in die Flüchtlingsbetreuung eingebunden. Im Jugendhaus wird in Kürze auch ein Internetcafé für Flüchtlinge eingerichtet. Lyko: „Wir haben festgestellt, dass das Jugendhaus in den späten Nachmittagsstunden nicht mehr von Jugendlichen aufgesucht wird. Diese Stunden nutzen wir, um Flüchtlingen einen kostenlosen Internetzugang zu bieten.“

135 Flüchtlinge sind da

91 weitere bis Januar

Sehr gut angenommen werde das Begegnungscafé: Alle zwei Wochen können Bassumer und Zugewanderte von 16 bis 18 Uhr im Familiencafe des Familienzentrums zusammen Kaffee trinken und sich kennenlernen.

Nächster Termin ist der 25. November. „Gehen Sie dahin“, forderte Norbert Lyko die Ratsvertreter auf.

al

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