Planungen zum Großteil abgeschlossen

Wollzirkus im September in Bassum: Wo Besucher ruhig spinnen dürfen

Sorgen für die musikalische Untermalung beim „literarischen Schäferstündchen“: Tanja Wagner (von links), Tanja Kaiser, Christian Glatzel, Thomas Schwenen (vorne von links) und Bernd Droste.
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Sorgen für die musikalische Untermalung beim „literarischen Schäferstündchen“: Tanja Wagner (von links), Tanja Kaiser, Christian Glatzel, Thomas Schwenen (vorne von links) und Bernd Droste.

Bassum – Schafe und Wolle sind in der modernen Musik skandalös schlecht vertreten. Das haben die Recherchen der Gruppe Saitenwind ergeben. Doch die Musiker hoffen, dass sich ihr Publikum nicht daran stören wird, wenn sie am 18. September beim „literarischen Schäferstündchen“ des Wollzirkus’ für gute Stimmung sorgen wollen. Denn eigentlich lautet da das Kriterium, dass sich alle Beiträge mit einem der beiden Themen befassen müssen.

Doch „Schafe kommen wirklich selten vor“, muss Gitarrist Bernd Droste mit einem Schmunzeln einräumen.

Dafür bringen er, Tanja Kaiser und Tanja Wagner Unterstützung mit in Person von Thomas Schwenen, der am Schlagzeug sitzt, und Christian Glatzel, der seinen Gesang beisteuert. Und zumindest hat Schwenen sich für das Pressefoto ein quietschgelbes Wollmützchen aufgesetzt, um die Veranstaltung würdig zu repräsentieren.

Die Gruppe freut sich darauf, den Zuhörern in den Pausen zwischen den übrigen Beiträgen neuinterpretierte Coversongs vorzustellen, unter anderem aus dem Bereich Gospel und Country. „Lieder zum Nachdenken und Klatschen“, fasst Schwenen zusammen.

Organisatorin Susanne Schmid wiederum freut sich, dass die Musiker den Abend begleiten wollen. Auch die übrigen Künstler stehen schon fest. „Die Märchenerzählerin Brigitta Wortmann ist wieder dabei. Jutta Schröder tritt mit ihrem Atelier für politisches Häkeln auf, und die Kabarettistin und Autorin Christiane Palm-Hoffmeister aus Barrien möchte eine Lesung halten. Alles Beiträge mit Qualität.“

Überhaupt hat Schmid ihren Wollzirkus, der in diesem Jahr zum zweiten Mal auf dem Gelände der Freudenburg Quartier beziehen soll, schon fast komplett durchgeplant. Während es am Samstag, 18. September, künstlerisch zugeht, wird es am Sonntag wieder handwerklich. „Ich möchte an jedem Stand noch mehr Mitmach-Aktionen anbieten“, sagte Schmid im Februar. „Die Gäste sollen alles, was sie an handwerklicher Verarbeitung sehen, auch selber ausprobieren und ihre Werke mit nach Hause nehmen dürfen.“

Dieser Wunsch wird nun in Erfüllung gehen, dank vieler bereitwilliger Kunstschaffender. „Alle Wolle verarbeitenden Stationen sind besetzt“, sagt Schmid strahlend. „Die Besucher können selber unter Anleitung waschen, kardieren, spinnen, nadelbinden, häkeln, stricken, Makramee probieren (aus dem Orient kommende Knüpftechnik, die Red.), nassfilzen, trockenfilzen, färben und weben. Es gibt ein differenziertes Angebot sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Alles ist kostenlos.“

Der Schafscherer wird auch wieder dabei sein. „Wir bekommen schon fast Platzprobleme“, so Schmid. Sie freut sich, dass auch die Themen Wolle im Garten und Wolle und Gesundheit von Ausstellern abgedeckt werden. Einzig für den Bereich Wolle und Haus habe sich kein Experte gefunden, obwohl Schmid zahlreiche Telefonate geführt hat.

Von den insgesamt 23 Ausstellern sind nur neun dabei, die ausschließlich ihre Produkte zeigen. Eine Modistin, die Hüte, Mützen und Hausschuhe anbietet, nimmt ebenfalls teil.

„Auch zwei moderne Kunstarten sind am Sonntag vertreten“, versichert Schmid. Zum einen wird es einen Flashmob vor der Konzertmuschel geben, bei dem alle Teilnehmer Gestricktes, Gehäkeltes oder Wolle bei sich tragen sollen. Außerdem werden „Dick und Doof“ – zwei Hobbykünstler aus Hamburg – über das Gelände schlendern und für gute Laune sorgen. Getränke und einen Imbiss stellen die Organisatoren ebenfalls bereit.

„Bei der ganzen Planung und Organisation habe ich eine unglaublich tolle Unterstützung durch die Stadt Bassum erfahren“, lobt Schmid. „Zudem stellt das THW zwei Zelte zur Verfügung und der Kultur- und Heimatverein verzichtet auf die Miete.“ Sponsoren sind, wie auch im vergangenen Jahr, der Landschaftsverband Weser-Hunte, die Avacon, Sparkasse, Volksbank, die Stadt und die AWG.

„Diese Unterstützung bekomme ich, weil der Wollzirkus kein Handarbeitsmarkt ist“, betont Schmid. „Er ist eine Veranstaltung, die zum einen den Rohstoff Wolle würdigen und zum anderen an dessen Verarbeitung heranführen soll. Diese Arbeiten, die immer mehr in Vergessenheit geraten, sind ein Kulturgut, das erhalten werden muss.“

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