165 Teilnehmer unterwegs

Demo für einen Radweg an der L332: „Wir wünschen uns einen mutigen Rat“

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Laut klingelnd verschaffen sich die Teilnehmer Gehör.

Bassum / Neubruchhausen - Mit Trillerpfeifen und Schwimmnudeln im Gepäck machten sich am Samstagmorgen gut 70 Radfahrer von Bassum auf den Weg nach Neubruchhausen, um sich für den Radweg an der L332 stark zu machen. Mit der Pfeife wollten sie sich Gehör verschaffen, mit der Schaumstoffnudel die vorbeifahrenden Autos vom Leib halten. „Habt ihr gesehen, wie dicht die Autofahrer an uns vorbeigebraust sind? Die haben nicht mal das Tempo gedrosselt!“, regten sich einige Demonstrationsteilnehmer auf, nachdem sie am Gasthaus Kreyenhop in Neubruchhausen angekommen waren. Dort wurden die Radler bereits von etwa 90 Neubruchhausern erwartet.

Nach kurzer Rast ging es gemeinsam zurück zum Rathaus. Der einsetzende Regen trübte die gute Laune nicht. „Dafür gibt es Regenkleidung“, hieß es. Begleitet wurde die Gruppe von der Polizei mit Blaulicht. Am Ende zählten die Beamten etwa 165 Teilnehmer. Alles verlief friedlich.

„Schade, dass hier keiner von der Stadt ist und uns anhört“, bedauerten einige ältere Frauen. „Dann müsst ihr alle zur Ratssitzung am 10. Dezember kommen“, regte Martina Meyer vom Klimaaktionsbündnis an. Sie hatte zusammen mit Ute Schiermeyer die Demo organisiert – mit Unterstützung der Neubruchhauser Vereine. Die beiden Frauen nutzten zum Abschluss die Gelegenheit, ihre Beweggründe zu erklären. Meyer zitierte dabei Verkehrsminister Andreas Scheuer: „Wir brauchen keine autogerechte Stadt, sondern eine menschengerechte Stadt.“

Die Raddemo endete am Rathaus.

Ihre Forderungen lauten: „Breite Radstreifen auf allen Straßen, überdachte Fahrradparkplätze und eine kindgerechte Gestaltung des Radverkehrs. Ute Schiermeyer ergänzte: „Wenn wir statt des Autos öfter das Fahrrad nehmen wollen, um den CO2-Ausstoß zu verringern, müssen wir attraktive und sichere Alternativen haben. Fahrradwege entlang viel befahrener Landesstraßen wie der L332 gehören dazu.“

Unterwegs reihen sich einige Radler ein.

„Wir wünschen uns einen mutigen Rat, der sich traut, dieses umzusetzen“, so Meyer. Und Raimund Schrader vom Heimatverein Neubruchhausen hofft, nun endlich einen Schlussstrich unter eine lange Geschichte ziehen zu können. „Seit 30 Jahren wird Neubruchhausen der Radweg versprochen.“ Vor vielen Jahren sei er sogar vom Rat beschlossen worden. „Wir wollen nur, dass dieser Beschluss endlich umgesetzt wird.“ Er wünschte allen einen guten und sicheren Heimweg. Diesen mussten alle ohne Polizeischutz antreten. „Am besten ihr fahrt über Bramstedt“, lautete dann der Tipp der Organisatoren.

Zur Info: SPD lädt ein

Am Mittwoch wird das Thema Radweg an der L332 in nicht-öffentlicher Sitzung im Verwaltungsausschuss behandelt. Am 10. Dezember dann folgt die Beratung im Rat der Stadt Bassum. Bürgermeister Christian Porsch hatte kürzlich signalisiert, dass sich eine Einigung mit den Grundstückseigentümern anbahnen würde, wir berichteten. Nach Aussage der SPD-Fraktion ist dem nicht so. Da es sich um Grundstücksangelegenheiten handelt, könne er keine Details nennen, so der Fraktionsvorsitzende Dr. Christoph Lanzendörfer. Aber die SPD könne die Bedingungen, die gefordert würden, nicht annehmen. Die Sozialdemokraten möchten deshalb eine alternative Wegstrecke (1,6 Kilometer länger) ins Gespräch bringen. Sie laden alle, die sich dafür interessieren, für kommenden Donnerstag, 7. November, um 19 Uhr zu einem Gespräch in das SPD-Domizil am Bahnhof ein.

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