Platz in Groß Ringmar erwacht zu neuem Leben / Viele helfende Hände

„Wir sind schließlich Camper“

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Norbert Sass und Saba fühlen sich auf dem Campingplatz in Groß Ringmar pudelwohl.

Ringmar - Von Julia Kreykenbohm. Eindeutig zu heiß! So könnte Sabas Statement zu diesem Sommertag lauten. Doch während der Labrador lieber Schutz in seiner Hütte sucht, genießt Herrchen Norbert Sass die Sonne in seinem Stuhl vor den zwei Wohnwagen, die auf seiner Parzelle auf dem Campingplatz Groß Ringmar stehen. Der Unternehmer aus Borstel verbringt mit seiner Familie eine Urlaubswoche dort und gehört zu den Neulingen.

„Wir sind seit dem vergangenen Jahr hier“, erklärt Sass, der vorher noch nie gecampt hat und durch seine Frau auf die Idee gebracht worden ist. „Doch als wir hier ankamen, war es noch nicht so schön wie jetzt“, schiebt Sass mit einem Schmunzeln hinterher. Mit einem gewissen Stolz zeigt er seine Parzelle, die er sich mit eigener Hände Arbeit hergerichtet hat. Alles wirkt hübsch und ordentlich, ein kleiner Zaun grenzt das Gebiet ein. Als er bei Campingplatzbetreiber Jakob Melzel nach einem Platz fragte, habe er sich einen aussuchen können. Zur Erinnerung: Der Platz war einige Zeit verwaist und wurde erst 2017 von Jakob Melzel übernommen.

„Ich komme gut mit ihm klar. Er sagt seine Meinung, sorgt für Ordnung, ist fleißig und gibt sich unheimlich viel Mühe. Zu Ostern hat er ein Osterfeuer organisiert und Aktionen für die Kinder“, so Sass. Ein Bekannter von ihm und sein ältester Sohn haben sich mittlerweile auch auf dem Platz niedergelassen. Doch von seinen Nachbarn ist um diese Zeit noch nicht viel zu sehen. Ruhe liegt über der Anlage. „Ist das nicht schön?“, schwärmt er. „Genau das suche ich.“

Erfolgreicher Tag der offenen Tür

Der Campingplatz scheint nach langer Zeit nun endgültig aus dem Winterschlaf erwacht zu sein. „Wir sind zufrieden“, erklärt Jakob Melzel mit einem Lächeln. Durch den Tag der offenen Tür im Frühjahr hätten sie noch mehr Gäste gewinnen können. Mittlerweile ist es eine bunte Mischung geworden: Dauer- und Gastcamper, alte Hasen und Unerfahrene, junge Leute und Senioren, Einheimische und Ausländer. „Wir haben gerade viele Franzosen hier“, berichtet Melzel, während er die Wege entlanggeht.

Manche der Parzellen sind aufgeräumt, gemäht und warten auf neue Besitzer, auf manchen liegt noch Unrat herum. Einige Wohnwagen und Häuschen wirken verwaist, in andere ist schon das Leben zurückgekehrt. Über 20 Plätze sind vergeben, aber in diesem Jahr möchte der Betreiber noch über 100 weitere anbieten.

Die Stimmung sei gut, sagt Melzel. Die Camper seien nicht nur sehr verständnisvoll, dass einiges noch nicht fertig ist und nicht alles auf einmal gemacht werden kann – sie packen auch mit an. „Sie haben zum Beispiel beim Pflastern geholfen und setzen viel aus Eigeninitiative instand. Wir haben einen guten Zusammenhalt, wie sich das auf einem Campingplatz gehört“, freut sich Melzel.

Tanja Wagner gab dem Platz eine zweite Chance und hat es nicht bereut.

Eine der Sanitäranlagen ist bereits fertig, ebenso wie der Spielplatz. Die zweite Anlage soll im Herbst saniert werden. „Wir haben überall Strom auf dem Platz, die Kanalisation funktioniert und die Gaststätte ist in Betrieb, in der natürlich auch Besucher einkehren können“, so Melzel. 80 Prozent des Mülls konnte entsorgt werden. Durch den Einsatz habe der Betreiber inzwischen auch Camper zurückgewinnen können, die früher einmal hier gewesen sind.

Zu ihnen gehört Tanja Wagner. Sie ist Ostern auf den Campingplatz zurückgekehrt und von einer Wochenendcamperin zur Dauercamperin geworden. „Bisher gefällt es uns sehr gut“, verrät die Bassumerin mit einem Lächeln. Sie hat eine der Parzellen am See bezogen. Lange Zeit ist sie Groß Ringmar ferngelieben, weil sie sich mit den alten Betreibern nicht mehr verstand.

Als sie beim Tag der offenen Tür Jakob Melzel kennenlernte, beschloss sie, dem Platz wieder eine Chance zu geben. „Uns war von Anfang an klar, dass einiges noch nicht da sein würde, aber da müssen wir durch, wir sind schließlich Camper.“ Außerdem sei die Familie Melzel sehr hilfsbereit und flexibel und habe sich stets bemüht, bei Problemen Abhilfe zu schaffen. „Sie haben uns sogar angeboten, dass wir bei ihnen duschen können“, sagt Wagner und lacht.

Die Bassumerin hat sich mit ihrer Familie ihren Platz am See hübsch eingerichtet, teilweise mit Dingen, die die Vorbesitzer zurückließen. Sie haben die Gehwegplatten von Schmutz befreit und neu angeordnet sowie Rasen gesät. Da es noch kein fließend Wasser gibt, haben sie es aus dem See entnommen. Doch Wagner ist zufrieden. Beim Campen sucht sie die Ruhe und das Zusammensein mit ihrer Familie. „Darum haben wir auch keinen Fernseher hier.“

Jakob Melzel ist froh, dass der Campingplatz angenommen wird. Für das Ende der Ferien plant er ein Sommerfest, zu dem er auch Interessierte einladen möchte.

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