13. Windrad an der Friedeholzheide folgt diese Woche 

„Der Wind hat sich gedreht in unserem Land“

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Der Bassumer Windpark ist am Netz. Bei der Eröffnung erklärten den Besuchern die Anlagen (v.l.): Heino Knief und Söhnke Schierloh (beide Geschäftsführer PPG Plan), Bernd Hagedorn, Jürgen Gaumann (beide Betreiber) und Karl-Heinz Rohlfs (ebenfalls PPG Plan):

Bassum - Von Ute Schiermeyer. Nach sieben Jahren Planungszeit und fast einem Jahr Bauphase wurde der Windpark in Bassum offiziell eingeweiht.

Auch wenn sich Windmüller im Allgemeinen an einer anderen Wetterlage erfreuen, war Heino Knief am Sonnabend bei der Eröffnung an der Friedeholzheide mit dem Wetter sehr zufrieden. „Wir haben Spitzenwetter für eine Einweihungsfeier“, freute sich der Geschäftsführer der PPG Plan. Es war beinahe windstill und das Thermometer erreichte hochsommerliche Temperaturen. „Das richtige Betriebswetter für Windräder kommt schon noch, da bin ich mir sicher“, versprach Heino Knief.

Er und sein Partner Söhnke Schierloh freuten sich über die große Resonanz bei der Feier am Fuß einer Windkraftanlage. Sie durften beim offiziellen Teil der Einweihung etwa 150 Gäste begrüßen. Neben den Betreibern der Firma Börde Wind waren Grundstückseigentümer, Nachbarn, Vertreter der beteiligten Banken und lokale Politiker gekommen. Auch zahlreiche Kinder tummelten sich zwischen den Tischen im Zelt.

Windpark trägt Teil zur Energiewende bei

„Wir tun das auch für unsere Kinder!“, war der Tenor einiger Festreden. „Der Wind hat sich gedreht in unserem Land“, meinte etwa Bürgermeister Christian Porsch. Windenergie bedeute auch, eine saubere Umwelt für unsere Kinder und Enkel zu hinterlassen. Der Vorteil der Windenergienutzung sei, dass sie weitgehend ungefährlich ist. Dies sei spätestens seit Fukushima allen Menschen bewusst geworden. Porsch freute sich, dass die Stadt Bassum mit dem Windpark einen Teil zur Energiewende beitragen würde. Er sprach auch die Wertschöpfung für die Region an und freute sich, dass eine große Mehrheit im Stadtrat hinter dem Projekt stehe.

Volker Meyer sprach stellvertretend für den Landkreis Diepholz, der mit 146 Prozent eine positive Strombilanz hätte und damit stromautark sei. Besonders erfreut zeigte er sich über weiter die geplante Bürgerbeteiligung in Bassum.

Diese erläuterte Söhnke Schierloh. Es sei geplant, ab dem 1. Januar einen Bürgerstromtarif für alle Bassumer Bürger anzubieten, der Strompreis würde unter dem des Anbieters Eon liegen. Im Stadtzentrum solle darüber hinaus eine Tankstelle für Elektroautos entstehen.

13 Anlagen in dem Windpark

Der neue Park ist bisher der größte Windpark mit Enercon-Anlagen vom neuen Typ E115. Er besteht aus 13 Windkraftanlagen, von denen bei der Eröffnungsfeier zwölf am Netz waren. Die letzte Mühle folgt in der kommenden Woche. Obwohl für die Errichtung der Anlagen etliche Tausend Kubikmeter Sand und Schotter bewegt, 42 Kilometer Kabel verlegt worden sind und außerdem Hunderte Schwertransporte gefahren sind, soll sich laut Schierloh der Windpark innerhalb von elf Monaten energetisch amortisieren. Man rechne mit einem Stromertrag von 104 Millionen Kilowatt pro Jahr, was einer CO2 –Einsparung von rund 78.000 Tonnen entspreche. Dieses sei ein großer Schritt, die Erderwärmung zu stoppen, so Schierloh.

Während der Ansprachen konnten die Gäste auf einem großen Bildschirm in einer Fotoserie die Entwicklung des Windparks an der Friedeholzheide verfolgen. Jürgen Gaumann, Mitbetreiber der Börde Wind, hat in der beinah ein Jahr dauernden Bauzeit fast jeden Tag die Baustelle besucht und in mehr als 2.000 Bildern die Entstehung des Windparks festgehalten.

Am Nachmittag war die Öffentlichkeit eingeladen, den Windpark zu besuchen. Auch eine Anlage konnte betreten werden. Betreiber und Fachleute der beteiligten Firmen waren für Fragen und Erläuterungen offen.

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