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Wilhelm Mordhorst feiert Jubiläum im Schützenverein und hat ein großes Ziel vor Augen

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Von: Marten Vorwerk

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Der 97-jährige Wilhelm Mordhorst ist seit 80 Jahren im Schützenverein Bramstedt.
Der 97-jährige Wilhelm Mordhorst ist seit 80 Jahren im Schützenverein Bramstedt. © Marten Vorwerk

Der 97-Jährige feierte jüngst großes Jubiläum im Schützenverein. Im Gespräch erzählt er über das Erlebte und einen schlimmen Schicksalsschlag in den 1970-er Jahren.

Bramstedt – Wenn jemand von sich behaupten kann, ein echter Bramstedter zu sein, ist das wohl Wilhelm Mordhorst. Seit 81 Jahren lebt er in dem kleinen Bassumer Ortsteil. Vergangene Woche wurde der 97-Jährige im Schützenverein Bramstedt für seine 80-jährige Mitgliedschaft geehrt.

„Ich hätte niemals gedacht, so weit zu kommen“, sagt Wilhelm Mordhorst und meint damit sowohl seine Mitgliedschaft im Verein als auch sein beachtliches Alter von fast einhundert Jahren. Eine Ehrennadel in Gold und eine Urkunde erhielt er bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Schützenvereins Bramstedt. Beides präsentiert er beim Pressegespräch in seinem Wohnhaus stolz. Seit Anfang der 1940er Jahre wohnt er dort. „Damals habe ich das Grundstück für 1000 Mark gekauft, es sind 2400 Quadratmeter. So was bekommst du heute nicht mehr für den Preis“, erzählt der ehemalige berufliche Schlosser lachend.

In seinem Haus mit Wintergarten wohnt er nicht allein. Seit 72 Jahren ist er mit seiner Ehefrau Ruth verheiratet. Auch sie hat die 90er-Marke mit ihren 92 Jahren bereits überschritten. Was das Geheimnis für eine lange glückliche Ehe ist, beantwortet Wilhelm Mordhorst mit Humor: „Na ja, keiner will zuerst gehen.“

Vater eines Freundes brachte ihn in den Schützenverein

Als er 17 Jahre alt war und noch nicht lange in Bramstedt wohnte, trat Mordhorst in den Schützenverein ein. „Der Vater eines Freundes erkannte damals, dass ich und mein Kumpel gut schießen können. Er meldete uns an und schon war ich im Schützenverein“, erinnert sich Wilhelm Mordhorst. 80 Jahre sind seitdem vergangen. „Überwältigt“ war er bei seiner Ehrung der jüngsten Jahreshauptversammlung. „Es war eine schöne, große Feier. Als ich aufgerufen wurde, sind alle aufgestanden und haben applaudiert. Das habe ich noch nie so erlebt. Es war toll“, sagt Wilhelm Mordhorst.

Einmal wurde er Schützenkönig – im Jahr 1956. Die Scheibe hängt noch heute im Eingangsbereich seines Wohnhauses. Vorher kämpfte er zweieinhalb Jahre im Zweiten Weltkrieg. Glück habe er gehabt, dass er noch lebt und so alt geworden ist, gibt er zu.

Doch sein Leben war nicht nur vom Glück geprägt. 1974 starb einer seiner beiden Söhne bei einem Autounfall. „Das war das größte Elend meines Lebens. Meine Frau und ich sind danach sechs Jahre nicht zum Schützenfest gegangen. Wir wollten nicht.“ Doch Mordhorst überwand die Trauer, ging wieder auf Feste und auf Reisen.

Reisen und Volksmusik als große Leidenschaft

„Ich habe von Wien bis Paris fast alles gesehen. Wir waren früher viel in Tirol“, erzählt der 97-Jährige. Doch nicht nur das Reisen gehört zu seinen großen Leidenschaften. „Ich bin Volksmusikfan. Jede Sendung muss ich im Fernsehen sehen. Und wenn ich mal eine verpasse, nehme ich sie auf. Hansi Hinterseer ist mein Liebling.“

Bis zum vergangenen Jahr ist der für sein Alter äußerst muntere Wilhelm Mordhorst sogar noch Auto gefahren. Sein zweiter Sohn, Uwe Mordhost, hat dem aber nun ein Riegel vorgeschoben. „Ich denke, du solltest nicht mehr fahren. Wir sollten es nicht ausreizen“, sagt Sohn Uwe zu seinem Vater. Der gehorcht, erklärt aber, dass er sich das Autofahren immer noch zutrauen würde.

Die 100 als großes Ziel

Ein großes Ziel hat der langjährige Rentner noch. Die 100 soll mindestens geknackt werden. Und noch mehr: „Ich würde gerne Johannes Heesters einholen. Der ist, glaube ich, 106 oder 107 geworden“, sagt Mordhorst, der sich damit knapp verschätzt. Der TV-Entertainer wurde 108.

Wie alt Wilhelm Mordhorst wirklich wird, bleibt abzuwarten. „Der Kopf ist noch klar“, sagt er und schaut mit einem Lächeln zu seiner Ehefrau Ruth. „Keiner von uns will der Erste sein, der geht.“

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