Die wilden 70er – live aus dem Studio

Steffen Bock aus Nüstedt sendet regelmäßig für Radio Explosion

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Amateurmoderator mit Profi-Studio: Steffen Bock sendet heute von 19 bis 22 Uhr „Die wilden 70er-Jahre“, ein Musikprogramm mit Überlänge und speziell für Hörer aus Bassum und umzu.

Nüstedt - Von Ulf Kaack. Kein Kaufmann im Dorf, kein Arzt und kein Bäcker, aber mit einer Radiostation kann Nüstedt glänzen. Regelmäßig geht Moderator Steffen Bock von dem beschaulichen Dorf am nördlichen Rand Bassums aus unter dem Namen Fiete auf Sendung in die ganze Welt.

Radio-Explosion heißt der Sender, für den er arbeitet. Und den kann man ausschließlich über das Internet empfangen – heute Abend ab 19 Uhr ganz speziell eine Stunde länger als normal für die Hörer aus Bassum und umzu. Das professionelle Studio im Giebel seines reetgedeckten Fachwerkhauses weiß zu beeindrucken: Mikrofon, Mischpult, sieben Monitore, dazu riesige Mengen an CDs und analogen Tonträgern wohlsortiert in Archivschränken. Von hier aus geht Steffen Bock immer dienstags von 20 bis 22 Uhr und jeden zweiten Sonntag in der Mittagszeit von 12 bis 14 Uhr live auf Sendung.

„Es geht in meinen Sendungen vordergründig um Unterhaltung und Musik“, sagt der 54-Jährige. „Klar, es werden auch Informationen zu den Künstlern und den gespielten Titeln mitgeliefert, auch mal ein kurzes Statement zu aktuellen Themen. Aber Politik ist ebenso ausgeklammert wie Werbespots und Wettermeldungen. Entertainment steht ganz klar im Vordergrund.“

Und damit kennt er sich aus. Drei Jahrzehnte lang hat Steffen Bock erfolgreich als DJ vorwiegend auf Familienfeiern für gute Musik und ausgelassene Stimmung gesorgt. Den ganzen Landkreis umfasste sein Revier.

Internet spielt wesentliche Rolle

Seinen Moderatorenjob macht der Nüstedter unter dem organisatorischen Dach von Radio-Explosion aus Dirmingen im weit entfernten Saarland. Dort haben sich Amateurmoderatoren aus ganz Deutschland zusammengefunden und gestalten gemeinsam das Programm aus ihren Studios, beispielsweise aus Jever, Gelsenkirchen, Hildesheim, Biblis oder Dirmingen. „Die meisten haben feste Sendeplätze im Programm, andere setzen sich selbst variabel ein“, sagt er. „Ein wenig Flexibilität gehört dazu, wir sind ja alle berufstätig und machen das nebenbei als Hobby. Und wenn gerade mal kein Moderator online ist, dann läuft ein digitaler Auto-DJ namens X-Plodia.“

Radio-Explosion ist kein Piratensender, im Gegenteil: Man ist ordnungsgemäß bei der GEMA und der GVL als Betreiber eines nicht kommerziellen Senders gelistet. Die anfallenden Gebühren teilen sich der Betreiber und die lokalen Stationen.

Eine wesentliche Rolle beim Sendebetrieb spielt das Internet. Die Programmkonferenzen mit dem Mutterhaus und seinem Moderatoren-Team finden regelmäßig online mittels Team-Speak statt. Gesendet wird nicht wie beim konventionellen Radio durch Funkwellen über den Äther. Die Sendungen werden gestreamt und live an einen Server übermittelt, von dem der Hörer die Sendung wiederum empfängt. Das geschieht alles in Echtzeit.

Für den Empfang von Radio-Explosion wird ein PC mit Internet-Zugang benötigt, außerdem die kostenlos downloadbare Software Winamp oder VLC-Mediaplayer. Einfach Radio-Explosion anklicken, und schon geht’s los. Eine App für Smartphone oder Tablet gibt es auch unter www.radio-explosion.de kostenlos im Netz.

Über Webcam auch zu sehen

Für jede Sendung legt sich Bock ein Thema zurecht. Das kann „Die Hits der 90er“ heißen, „Alte deutsche Schlager von 1950-1990“ oder „Die schönsten Duette aller Zeiten“ beispielsweise.

Vor der Sendung stellt er sich einen Pool mit entsprechendem Songmaterial zusammen. Der wird aber nicht einfach nach Plan abgespult, denn der Hörer kann mitgestalten.

„Man hört nicht nur die Musik, die ich spiele – über meine Webcam kann man mir auch live bei der Arbeit zusehen“, sagt Steffen Bock. „Und das Publikum kann direkt mit mir Kontakt aufnehmen. Das funktioniert über die angeschlossene Wunschbox und auch über unseren Chat. Dort kann man die Sendung kommentieren, Musikwünsche äußern oder durch mich Grüße an Freunde und Bekannte verschicken. Daraus ergeben sich häufig spontane und witzige Situationen.“

Natürlich erreicht der Nüstedter bei Weitem nicht so viele Hörer wie die etablierten UKW-Rundfunkhäuser. Doch darum geht es auch gar nicht. Seine Klientel ist eine eingeschworene Gemeinschaft, die kaum eine Sendung von ihm verpasst. Sie eint die Machart der Sendung, die Musikrichtungen und der Spaß an dem lockeren und humorvollen Moderationsstil.

Wenn Steffen Bock heute Abend auf Sendung geht, stehen „Die wilden 70er-Jahre“ im Mittelpunkt. Man darf sich freuen auf Sweet, Slade, die Bay City Rollers und weitere Protagonisten dieser bunten Epoche. „Es wäre doch schön, wenn sich aus aktuellem Anlass auch einige Hörer aus der Region draufschalten würden“, lächelt der Moderator. „Darum fange ich heute extra und außer der Reihe bereits um 19 Uhr an und sende drei Stunden lang. Dann könnte ich ein paar Songs mit den entsprechenden Hintergrundinformationen spielen. So wie damals bei Bensemann und Tepe, im Racy oder Sir George.“

www.radio-explosion.de

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