Unterstützung

Schulsozialarbeiterin Kora Weihe begleitet Bassumer Grundschüler in schwierigen Situationen

Mit Gefühlsmonster-Karten und anderen Hilfsmitteln tauscht sich Schulsozialarbeiterin Kora Weihe mit Grundschülern über deren Ängste und Sorgen aus.
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Mit Gefühlsmonster-Karten und anderen Hilfsmitteln tauscht sich Schulsozialarbeiterin Kora Weihe mit Grundschülern über deren Ängste und Sorgen aus.

Bassum – Bei Lernproblemen, Konflikten oder Ängsten ist Kora Weihe neben den Lehrkräften die erste Anlaufstelle für Grundschüler in Bassum. Die 60-Jährige ist seit Oktober Schulsozialarbeiterin und für die drei Grundschulen Petermoor, Bramstedt und Nordwohlde zuständig. 300 Kinder betreut sie als Angestellte der Stadt Bassum und hat stets ein offenes Ohr.

Als Schulsozialarbeiterin habe sie eine Sonderrolle zwischen den Lehrern und Kindern, erklärt Weihe. Von den Schülern werde sie häufig als „Respekt-Lehrerin“ bezeichnet: „Ich vermittle das korrekte Verhalten in besonderen Situationen.“ Dabei ist es ihr wichtig, dass Respekt durch das Verhalten und den Tonfall ausgedrückt werde. „Mich stört es nicht, wenn mich die Kinder duzen.“ In Bassum sei sie gut mit den städtischen Arbeitskreisen und Gruppen vernetzt. Und überhaupt „ist das kleine überschaubare System vorteilhaft“, sagt sie mit Blick auf kurze Dienstwege. „Man kann viel bewirken und direkt reagieren“, freut sich Weihe. Auf die ersten Wochen zurückblickend, erinnert sich die erfahrene Schulsozialarbeiterin mit Schwerpunkt Stressbewältigung an die positiven Reaktionen des Lehrerkollegiums. „Ich bin mit offenen Armen empfangen worden.“ Unbekannt war den Bassumer Lehrerinnen und Lehrern die Schulsozialarbeit keinesfalls. Dank der guten Arbeit ihrer Vorgängerin Erika Stötzel seien alle „positiv eingestellt gewesen“. Es gebe einen guten Austausch sowie einen kooperativen Umgang, berichtet Weihe von ihrem Alltag in den Schulen, zwischen denen sie pendelt.

Ebenso standen zu Beginn Vorstellungsrunden in den Klassen an. „Ich bin durch die Schule gegangen und habe erklärt, was ich überhaupt mache.“ Dabei hatte sie häufig tierische Begleitung. Dank ihres Malteserhundes, bei den Schülern besser als „Wuschelhund“ bekannt, sei die Kontaktaufnahme leichter gewesen. „Die Kinder haben von eigenen Haustieren und Erlebnissen erzählt“, sagt Weihe. Aber auch ohne diesen Eisbrecher baue sie schnell eine Verbindung zu anderen Menschen auf. Inzwischen suchen die Kinder auch unaufgefordert den Kontakt zu Kora Weihe und vertrauen ihr Probleme an – oder möchten einfach etwas Neues berichten.

Hund hat die Kontaktaufnahme erleichtert

Die Schulsozialarbeiterin besucht die Klassen im Unterricht oder bei Klassenratssitzungen. Daraus würden sich weitere Treffen ergeben. „Manche Kinder kommen lieber noch einmal allein zu mir. Ich helfe dann, Probleme anzusprechen“, sagt Weihe. „Die Kinder können regelmäßig zu mir kommen, wenn es nötig ist“, ermuntert Weihe, ihren Dienst in Anspruch zu nehmen.

Als Wegbegleiterin ist sie in der Regel mit der Gedankenwelt der Grundschüler vertraut und unterstützt ihre Schützlinge. Auf lange Sicht, möchte sie Erfahrungen aus ihrer Arbeit am Förderzentrum Wedel in den Bassumer Einrichtungen integrieren. Besonders am Herzen liegt der mehrfach ausgebildeten Psychotherapeutin dabei eine Gruppe für Trennungskinder. „Eine Scheidung ist dramatisch für Kinder. Auch wenn sich die Eltern viel Mühe geben, kann Unterstützung nicht schaden“, ist sich Weihe sicher. Parallel zu der Gruppe für die Grundschüler soll es Treffen für getrennt lebende Eltern geben.

Mit der Gedankenwelt der Grundschüler vertraut

Neben besonderen Situationen im Elternhaus gehören Konflikte innerhalb der Klassengemeinschaft oder auch klassenübergreifend zu den Gründen für einen Besuch der Schulsozialarbeiterin. Sie unterstütze nicht nur dabei, eine Lösung zu finden, sondern zeige auch, „wie man künftig mit solchen Situationen umgeht“, sagt Weihe. In Rollenspielen und mit Übungen verdeutliche sie, dass die Selbstwahrnehmung ebenso wichtig sei wie Körpersprache und die Stimme. Wenn die Kinder bemerken, dass sie anders wahrgenommen werden, zeige sich der Erfolg. „Es macht besonders viel Spaß, wenn die Kinder erzählen, dass sie sich nun besser behaupten können.“

Corona macht den Kindern Angst

Zuletzt sei auch Corona ein wichtiges Thema gewesen. „Das macht den Kindern Angst“, sagt Weihe. Umso begeisterter ist sie, wie sich die Grundschüler an die Regeln halten. „Wir haben hier viele eifrige Maskenträger“, erzählt sie. Zudem achteten die Jungen und Mädchen gegenseitig darauf, dass Maßnahmen eingehalten werden.

Bei ihrer Arbeit setzt Weihe auf Spiele sowie aktive Angebote. „Es soll schließlich Spaß machen bei mir“, lautet ihr Credo, wenn sie mit den Kindern arbeitet – entweder in Gruppen oder einzeln. Häufig wollen die Kids nicht über ihre Gefühle sprechen, hat die Schulsozialarbeiterin in ihren vielen Dienstjahren festgestellt. „Aber man kann auch über Emotionen sprechen, ohne zu weinen“, vermittelt sie den Kindern beiläufig im Spiel oder beim Malen. Auch der künstlerische Ansatz ist für die 60-Jährige ein beliebtes Instrument. „Am Ende sind die Kinder erleichtert, wenn sie ihre Geschichte mit jemandem teilen können“, sagt Weihe.

Ein weiterer Fokus liegt auf dem Austausch mit den Eltern. „Natürlich unterliege ich der Schweigepflicht“, unterstreicht Weihe, dass jedes Kind seine Probleme im Vertrauen vorbringen darf. Nur manchmal sei die Mitarbeit der Erwachsenen wichtig. „Ich stelle Methoden vor, wie man mit einem Problem umgehen kann.“

Hilfesuchende können Kontakt auch über Briefkasten knüpfen

Hilfesuchende erreichen die Bassumer Schulsozialarbeiterin über verschiedene Wege: persönlich in der Schule, über einen Briefkasten in der Einrichtung oder telefonisch beziehungsweise per E-Mail. Feste Sprechzeiten habe sie nicht, so Weihe. Aber sie melde sich stets auf Anfragen zurück, signalisiert sie Verlässlichkeit. Vieles versuche sie am Vormittag zu regeln, aber nach Absprache vereinbare sie auch Termine außerhalb der Schulzeiten. Sie freut sich auf Anfragen per E-Mail an weihe@schule. bassum.de.

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