Neues Gewerbegebiet kommt

„Wichtig für Bassums Zukunft“

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Es waren deutliche Worte, die Christoph Lanzendörfer, SPD-Fraktionsvorsitzender, für das neue Gewerbegebiet „Vor dem Karrenbruch“ fand: „Es ist eine schlechte Lösung – aber von allen die Beste. Zufrieden ist damit niemand, aber wir müssen das Gebiet ausweisen, weil es wichtig für die Zukunft Bassums ist.“ Damit schien Lanzendörfer vielen Mitgliedern des Rates der Stadt aus der Seele gesprochen zu haben – und konnte dennoch nicht alle gewinnen: elf sagten Nein, 16 votierten für Ja. Das heißt im Klartext: der Flächennutzungsplan wird nun geändert und der Bebauungsplan aufgestellt.

Ein langer Weg liegt hinter allen Beteiligten. Ein Weg mit vielen, teils hitzigen Diskussionen, die an den Nerven aller zehrten. Und diskutiert wurden bis ganz zum Schluss. Auch zu dieser Ratsitzung waren Anwohner gekommen, die Sorgen und Bedenken äußerten, unter anderem zum Schutz der dort lebenden Amphibien. Auch bei dieser Sitzung bezogen Bürgerblock und die Grünen klar Position gegen das Gewerbegebiet. „Wir sind nicht überzeugt“, erklärte Hermuth Straßburg (Bürgerblock) und Christiane Weitzel (Grüne) sagte: „Wir bleiben bei Nein, weil der Standort nicht geeignet ist.“

Helmut Zurmühlen versuchte in der Standortfrage zu vermitteln. Man werde wohl nirgendwo in Bassum Land für ein Gewerbegebiet nehmen können, ohne, dass es Widerstände gebe. Überall seien Menschen betroffen und überall sei es ein Eingriff in die Natur. „Wenn es vor meinem Haus wäre, hätte ich sicher auch Bauchweh“, so Zurmühlen in Richtung der Anwohner. Aber andererseits habe man hier Ausgleichsflächen und durch das neue Gebiet würden Arbeitspläze vor Ort geschaffen, was wiederum ein Beitrag zum Umweltschutz darstelle. „Wenn dort Amphibien in Gefahr sind, tun wir etwas“, versprach der Ratsherr.

„Sollten uns mehr Zeit lassen“

Lanzendörfer betonte, dass es keine Alternative zu dem Standort gebe und sich auch keine Schwerindustrie dort ansiedeln werde. „Es werden keine 40-Tonner rollen sondern Lieferwagen. Verträgliche Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen ist wichtig für die Zukunft.“ Rainer Hartmann (Grüne) wollte nicht so recht glauben, dass der Standort alternativlos sei. „Wir sollten uns mehr Zeit lassen, um nach einer anderen Fläche zu suchen. Wir machen sonst zuviel kaputt – Vertrauen und Natur.“ Bürgermeister Christian Porsch wies darauf hin, dass nicht die Geduld der Stadt entscheidend sei, sondern die der Betriebe, die sich ansiedeln möchten. Lasse man die zu lange warten, suchten sie womöglich einen anderen Standort. Bärbel Ehrich (SPD) erinnerte zudem daran, dass man bereits seit 2012 nach einer geeigneten Gewerbefläche suche. „Soviel zur Geduld. Zudem werden wir immer landwirtschaftliche Flächen bebauen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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