Im Bassumer Begegnungscafe treffen Kulturen aufeinander / Engagierte WiB-Initiative sucht weitere Helfer

Wenn Worte fehlen – lächeln

Mouna Ibrahim (h.) hat sich als Übersetzerin angeboten. Im Bild mit einer Freundin.

Bassum - Es wird viel gelächelt im Begegnungscafe der Flüchtlingsinitiative. Teils aus Höflichkeit, teils aus Verlegenheit. Wenn zwei Menschen verschiedene Sprachen sprechen, klappt die Annäherung eben nicht immer gleich auf Anhieb.

Die Flüchtlingsinitiative Willkommen in Bassum (WiB) lädt jeden zweiten Mittwoch von 16 bis 18 Uhr in das Familienzentrum an der Alten Poststraße ein, um Begegnungen zwischen Zugewanderten und Hiesigen zu ermöglichen, um Fragen zu klären und bei der Kontaktaufnahme zu helfen. Das Angebot wird von den Flüchtlingen gut angenommen – was fehlt, sind allerdings Sprachmittler.

„Die Menschen sind so dankbar. Man bekommt ganz viel zurück“

Eine der wenigen Übersetzerinnen, die regelmäßig ihre Hilfe anbieten, ist Mouna Ibrahim. Die junge Mutter kam mit drei Jahren aus dem Libanon nach Deutschland. Vor einigen Wochen bot sie der Initiative Willkommen in Bassum ihre Hilfe an. Seitdem klingelt ihr Handy wesentlich häufiger als früher. Auch an diesem Nachmittag ist Mouna Ibrahim eine gefragte Frau im Bassumer Begegnungscafe.

Eine Familie hat ein Schreiben von der Stadtverwaltung bekommen. „Das ist lediglich ein Bescheid, eine Information“, erklärt Mouna Ibrahim und beruhigt: „Ihr müsst nichts ausfüllen.“ Erleichterung bei den Adressaten des Schreibens.

„Dafür ist das Begegnungs-cafe da“, erklärt Elsbeth Ruholl von WiB. „Wir können längst nicht mehr alle Ankommenden durch Paten begleiten. Deshalb versuchen wir, sie ins Begegnungscafe zu lotsen. Dort können wir mit Hilfe der Sprachmittler wichtige Informationen weitergegeben.“

Die Flüchtlinge können Fragen stellen, wenn sie Probleme haben, Papiere mitbringen, miteinander reden. Sie können sich kennenlernen, eine Tasse Kaffee oder Tee trinken und auch den Kontakt zu Bassumern knüpfen. Wobei Ruholl einräumt: „Es könnten durchaus noch mehr Hiesige kommen. Vor allem die Männer machen sich etwas rar.“

Ruholl hofft auf Freiwillige, die bei den Vorbereitungen helfen – beispielsweise Kaffee kochen, oder mit den Kindern spielen und sich auch anbieten, Familien zu begleiten.

„Das bedeutet nicht, dass man jeden Tag irgendwo hin fahren muss. Es reicht, einmal in der Woche einfach mal nach dem Rechten zu schauen. Zeigen, dass man sich kümmert“, berichtet Ingrid Hermann. Die Bassumerin engagiert sich seit etwas mehr als einem Jahr bei WiB und betreut gleich mehrere Familien.

„Die Menschen sind so nett und dankbar. Man bekommt ganz viel zurück“, sagt sie. Mittlerweile werde sie permanent beim Einkaufen von allen möglichen Familien begrüßt. „Man lernt ganz viele Menschen kennen. Es macht Spaß“, sagt Hermann.

Auch wenn das Sprachproblem nicht immer einfach zu lösen sei, räumt sie ein. Wer etwas hartnäckig und aufgeschlossen sei, könne diese Hürde meistern, ist sie überzeugt.

Das beweist Elsbeth Ruholl. Beim dritten Anlauf klappt es endlich, zwei Männer zu bewegen, ihr ins Obergeschoss zu folgen, um weitere Stühle zu holen. Das Begegnungscafe hat sich in der Zwischenzeit mehr und mehr gefüllt.

Das nächste Treffen am 13. April ist ausnahmsweise nicht im Familienzentrum, sondern in der Grundschule Petermoor vorgesehen, in der Zeit von 16 bis 18 Uhr. Wer Fragen hat oder sich als Sprachmittler und/oder Helfer engagieren möchte, kann sich per Mail an WiB wenden.

wib@bassum.de

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