Wenn die Männer welken, verduften die Frauen

Viel Applaus für Dreiakter „Resturlaub im Ladyhort“ der Bramstedter Scheunenbühne

„Ich will nur nach Hause“, fleht der gebeutelte Ehemann Wotan, nachdem ihm seine Ehefrau verziehen hat. Unser Foto zeigt von links die drei Grazien des „Ladyhorts“ Monika Meyer, Rita Stöver und Annika Langer, Sohn Sascha Haas, Maklerin Tina Simon, Klaus Wessel als Wotan und Meike Meyer als seine Ehefrau. - Foto: Berthold Kollschen

Bramstedt - Von Berthold Kollschen. Unter einem besonderen Stern stand die Premiere des zehnten Stücks der Bramstedter Scheunenbühne mit dem Dreiakter „Resturlaub im Ladyhort“ von Bernd Spehling. Zum einen macht der Veranstaltungsort, der Bramstedter Hof, zum Jahresende dicht, zum anderen war es das letzte Stück mit Rita Stöver, die sich aus dem Ensemble verabschiedet.

Meike Meyer, Klaus Wessel, Rita Stöver, Annika Langer, Neuling Sascha Haas, Tina Simon und Monika Meyer haben gespielt wie aus einem Guss: pointiert und überzeugend. Die Besucher kamen während des Dreiakters kaum aus dem Lachen heraus und spendeten reichlich motivierenden Zwischenbeifall.

Worum geht es in dem Stück? Ehemann Wotan (Klaus Wessel) ist von seiner Frau Sylvia (Meike Meyer) verlassen worden. Sein Sohn Maurice, prima gespielt vom Ensemble-Neuling Sascha Haas, quartiert seinen Vater gegen dessen erklärten Willen in die frei gewordene Seniorenwohnung einer Hausgemeinschaft ein, die von drei völlig aufgedrehten, ihm gänzlich unbekannten Frauen dominiert wird.

Da ist Emily (Monika Meyer), die immer wieder offensiv versucht, mit dem neuen Mitbewohner anzubändeln. Da ist Elke (Rita Stöver), die sich ihr Taschengeld durch bezahlte Medikamentenversuche bei der Pharmaindustrie verdient. Und da ist Hippie Ella (Annika Langer), die ständig dabei ist, von Demos gegen alles Mögliche zu erzählen und Wotan auf ihre Linie zu bringen.

Doch als die verlassene Ehefrau mitbekommt, dass ihr Wotan von den drei Grazien stetig in seiner Männlichkeit gefordert wird, rastet sie aus. Als Schornsteinfeger verkleidet, schleicht sie sich in die Hausgemeinschaft ein. Eingefädelt hatte das Ganze die Maklerin „Frau Schaller“, klasse dargestellt von Tina Simon.

„Ja, ja, wenn die Männer welken, verduften die Frauen“ resigniert Wotan zwischendurch. Sohn Maurice hatte ihm den drei Frauen gegenüber gerade den „Sexappeal eines Testschimpansen“ attestiert. Auch Sätze wie „Ich hol mal schnell was Süßes, mein kleiner Feuerhase“, brachten das Publikum immer wieder zum Lachen. Der quirlige „Ladyhort“ dürfte noch lange für lustigen Gesprächsstoff in Bramstedt sorgen.

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