Hofflohmarkt mit Auktion auf der Hammelburg

„Wegschmeißen? Mach ich gar nicht mehr“

Ob Molle, Butterfass oder Sandsteintrog, bei Hermann Meyer auf der Hammelburg in Bramstedt wurden viele Trödelfans fündig. - Foto: Ute Schiermeyer

Bramstedt - Von Ute Schiermeyer. Zahlreiche Trödelfans und Freunde antiker Gegenstände kamen am Sonnabend nach Bramstedt, um auf dem Hof von Hermann Meyer, der Hammelburg, Trödel oder Altertümliches zu ergattern. Und wie bei Flohmärkten üblich, war Feilschen angesagt.

„Was willst du für die Gewichte haben?“, forderte eine Interessierte Dame Hermann Meyer heraus. In der Hand hielt sie zwei alte Eisengewichte. „Für die schönen rostigen Dinger?“, antwortete dieser und fügt schmunzelnd hinzu: „Ist doch schön, dass da Rost dran ist. Je mehr Rost, umso besser, oder? Was willst du denn dafür ausgeben?“ Angebot der potentiellen Käuferin und Preisvorstellung des flohmarkterfahrenen Meyer gingen hin und her. Man näherte sich schnell an und einigte sich schließlich auf acht Euro. Beide Seiten waren zufrieden. Und was hat die neue Besitzerin mit den rostigen Gewichten vor? Die schlichte Antwort: „Deko!“

Vom Butterfass bis zur Steckdose

So fanden auf der Hammelburg in Bramstedt viele ehemalige Gebrauchsgegenstände eine neue Funktion als Dekorationsobjekte. Milchkannen, Butterfässer, Bauernleinen, Holztröge, Eisenfenster und Spinnräder waren hübsche Hingucker auf dem Hof von Hermann Meyer. Aber auch rostiges Werkzeug, kaputte Dreiräder oder sogar alte Steckdosen fand man beim Stöbern. Ob diese Dinge noch jemand gebrauchen kann? „Wegschmeißen? Mach ich gar nicht mehr“, antwortete Meyer. „Dann kommen die Leute und fragen, hast du das und das… Und dann war ich gerade in Wedehorn!“. Nein, zur Mülldeponie fahre er nicht mehr, es gäbe für alles Interessenten, ist sich Meyer sicher.

Und so kommen ein- bis zweimal im Jahr Antikliebhaber und Trödelinteressierte auf seinen Hof, um etwas Dekoratives oder auch etwas Nützliches mit nach Hause zu nehmen. Die größeren Gegenstände wurden am Abend bei einer Versteigerung angeboten. Etwa einhundert Positionen, vom Ackerwagen über Sandsteintröge bis hin zu alten Holzschubkarren war dabei einiges zu ersteigern. Die Leute kämen aber auch um Auktionator Erdwig Holste aus Martfeld in Aktion zu erleben, berichtete Hermann Meyer. Sowieso müsse man auf dem Trödelmarkt gut schnacken können, um was los zu werden, meinte er und widmete sich dem Gespräch mit dem nächsten möglichen Kunden zu.

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