Neues Rohr in Bassum

Wasserleitung muss Drucktest standhalten, um künftige Versorgungsspitzen aufzufangen

Freiliegende Wasserleitung.
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Bevor die neue Wasserleitung zwischen Högenhausen und Klein Bramstedt in Betrieb geht, wird sie getestet.

Das Unternehmen Meybau führt aktuell Druckwasserprüfungen für die neue 3,5 Kilometer lange Trinkwasserleitung zwischen Högenhausen und Klein Bramstedt durch. Der OOWV ist Auftraggeber der Unternehmung und erklärt, warum das Vorhaben notwendig ist und weshalb der Wasserverbrauch steigt.

Högenhausen/Klein Bramstedt – Nach einem Arbeitstag Wasser aufkochen, die Waschmaschine einschalten oder ein Bad nehmen, das wollen – zumindest statistisch – viele Menschen, und zwar häufig gleichzeitig. Damit Wasser-Kunden während sogenannter Entnahmespitzen auch in Zukunft nicht auf dem Trockenen bleiben, lässt der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) derzeit eine neue Wasserleitung in Bassum verlegen.

So installiert beispielsweise das Unternehmen Meybau im Auftrag des Versorgers seit April diesen Jahres schrittweise von Pestinghausen nach Klein Bramstedt eine 3,5 Kilometer lange Trinkwasserleitung. Die Kosten kalkuliert der OOWV auf rund 230 000 Euro, so Pressesprecher Heiko Poppen. In den vergangenen zehn Jahren sei die entnommene Wassermenge im gesamten Verbandsgebiet stetig gestiegen. Poppen nennt die trockenen Sommer der Vergangenheit und den Anstieg der Bevölkerung als Ursachen. Letztlich sei deshalb die zusätzliche Entnahme gleich dem Zuzug einer Stadt wie Aurich hinzugekommen – rund 40 000 Menschen.

Doch nun rätseln Anwohner in Pestinghausen. Verbundstellen der neu verlegten Rohre vor ihren Haustüren sind an mehreren Stellen wieder aufgebuddelt worden. Die bereits gepflanzte Grasnarbe und teilweise auch Pflasterung wurden wieder geöffnet. Gibt es womöglich eine Leckage oder sind die neuen Rohre womöglich fehlerhaft verlegt worden? Im Gegenteil – Pressesprecher Poppen gibt Entwarnung und kennt die Antwort. „Uns sind keine Undichtigkeiten bekannt. Diese Baustelle gilt bei uns sogar als Musterbaustelle und liegt voll im Zeitplan.“ Das mit dem Bau der Leitung beauftragte Unternehmen führe derzeit Dichtigkeitsprüfungen durch, sagt Poppen. Bis zum Abschluss der Bauarbeiten und der Übergabe der Leitungen an den OOWV, liegen die Röhren in der Verantwortung des Bauunternehmens. In dessen Verantwortung liegt auch die Art und Weise, wie das Bauvorhaben erledigt wird.

Der OOWV möchte die Drucksituation im Versorgungsgebiet weiter verbessern.

Heiko Poppen, Pressesprecher OOWV

Einige Anwohner bleiben dennoch skeptisch und fragen nach: „Warum sind die Anschlussstellen wieder aufgebuddelt worden, wenn doch schon eine Grasnarbe darüber die Leitung gepflanzt wurde?“ Doch auch hier kennt Poppen die Antwort. So könne zunächst einmal die Trinkwasserleitung gar nicht undicht sein, da sie noch gar nicht in Betrieb sei und so nicht unter Wasserdruck stehe. Aus Gründen der Verkehrssicherheit und als Schutz vor Erosion der Baustelle müssten zudem die tief liegenden Nahtstellen der Wasserrohre während der Bauzeit der übrigen Leitung provisorisch verschlossen werden.

Netzanschluss soll im Herbst erfolgen

Die nun zu sehenden Arbeiten dienen der Druckfeststellung der Leitung, sogenannte Druckprobe, sagt Poppen. Das werde notwendig, weil die neue Leitung planmäßig im Herbst in Betrieb geht und dem OOWV übergeben werden soll. Aktuell stünden zudem noch einige Anschlüsse an Hausleitungen aus. Nach der Druckprüfung erfolge noch die Entnahme von Wasserproben an zwei aufeinander folgenden Tagen, um die Keimfreiheit des Leitungswassers nachzuweisen.

Poppen fasst das Projekt zusammen: „Es ist ein Beitrag zur Versorgungssicherheit. Der OOWV möchte die Drucksituation im Versorgungsgebiet weiter verbessern.“ Auch anderswo im Verbandsgebiet des Versorgungsunternehmens werden Wasser- und Abwasserleitungen im großen Stil ausgebaut, berichtet der Pressesprecher. Er ist seit 2015 beim Versorger tätig und berichtet von „wesentlich mehr Baumaßnahmen als je zuvor“. Der Grund liegt in dem zunehmenden Alter des bestehenden Leitungsnetzes – rund 15 000 Kilometern zählen zum OOWV-Netz. Diese  stamme zu großen Teilen noch aus der Zeit kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Diese Leitungen haben eine geschätzte Lebensdauer von rund 60 Jahren, so Poppen: „Teilweise könnten sie auch 70 oder gar 80 Jahre durchhalten.“ Die neuen Leitungen hingegen seien aus Polyethylen, auch PE genannt, und halten „mehr als 100 Jahre“, sagt Poppen.

Anwohner brauchten sich keine Sorgen über steigende Trinkwasserpreise aufgrund des Leitungsbaus machen, so der Sprecher. Leitungsarbeiten hätten darauf keine Auswirkungen. Dieser sei im gesamten Verbandsgebiet des OOWV gleich, also von der Insel Borkum bis zur Stadt Diepholz. Anders könne es jedoch bei den Gebühren im Abwasserbereich aussehen, wenn beispielsweise eine neue Kläranlage in der Nachbarschaft errichtet werden.

Geographisches Informationssystem

Im Falle eines Schadens reagieren Wasserversorger schnell und gezielt. So beschreibt es die Syker Vorgeest Gesellschaft. Hierzu werde gegenwärtig mithilfe eines geografischen Informationssystems ein digitales Leitungsnetz aufgebaut. Dies soll die schnelle Identifikation und exakte Lokalisierung einer Schadstelle ermöglichen. Durch ein gezieltes Abklemmen einzelner Leitungssegmente oder ganzer Netzbereiche könne dann zeitnah auf einen Rohrbruch reagiert werden.

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