Wo Wasser trinken hinführen kann

Bassumer Unternehmer gründen aus einer Laune heraus den Ape-Club

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Stolze Ape-Besitzer (v.l.): Ehepaar Gillner, Lena Tasto, Erik Olsen, Christian Nick, Rene Lewa und Mario Reipa.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Sie ist klein, stinkt ein bisschen, hat sich aber eine Fangemeinde erobert: die Ape. In Bassum sind seit einiger Zeit mindestens vier von den motorisierten Dreirädern unterwegs. Was darauf zurückzuführen ist, dass sich an einem lauen Septemberabend mehrere Unternehmer nach Feierabend nach eigenen Angaben zu einem Wasser trafen, um zu plaudern.

Michael Gillner erinnert sich: „Rene Lewa und Mario Reipa von der Firma L&R hatten sich zu Werbezwecken eine Ape gekauft, und wir fanden das alle witzig. Der Abend plätscherte so dahin, und plötzlich stand die Idee im Raum: Warum holen wir uns nicht alle eine Ape?“

Während die anderen am nächsten Morgen noch über diese absurde Wasserlaune schmunzelten, machten Erik Olsen und Christian Nick von der Firma Cubic Automobile Nägel mit Köpfen. Sie fuhren nach Langwedel zum Importeur, um sich ein solches Gefährt zu kaufen. Darüber hinaus wollten sie den anderen gleich ein Exemplar mitbringen. „Mein Telefon klingelte“, erzählt Gillner. Bei dem Gedanken daran muss er immer noch schmunzeln. „Die beiden erklärten, es seien nur noch drei da. Die würden sie nun alle aufladen.“ – „Äh, wie bitte?“, lautete seine Antwort. Im ersten Moment war er sprachlos, im zweiten sagte er Ja.

Am Abend dann standen alle Api auf dem Hof und wurden aufgeteilt. Lena Tasto entschied sich für die Farbe Blau, Gillner für Rot, die Cubic-Männer nahmen Schwarz. Lewa und Reipa hatten bereits ein weißes Modell. So war der Ape-Club Bassum aus der Taufe gehoben.

Da passen auch zwei starke Männer rein. Erik Olsen und Christian Nick haben es ausprobiert. - Foto: Ape-Club Bassum

Mittlerweile nutzen die Unternehmer das kleine Rollermobil nicht nur zu Werbezwecken, sondern auch für Botenfahrten und Einkäufe. „Es ist ideal im Stadtverkehr“, hat Lena Tasto herausgefunden. Christian Nick ist von der Zuladung begeistert: „250 Kilo gesamt. Da passen ordentlich Wasserkisten rein.“

Wo auch immer die Club-Mitglieder mit ihren Fahrzeugen auftauchen, genießen sie die volle Aufmerksamkeit der Passanten. „Viele Ältere haben uns angesprochen und nach der Fahrerlaubnis gefragt“, erzählt Olsen. Es sei das ideale Gefährt für Senioren; klein, wendig, nicht zu schnell und überdacht. „Fährt sich wie ein Mofa“, so Olsen. Wer einen alten Führerschein besitzt, darf sie problemlos fahren.

Erforderlich sei ein Mofa- beziehungsweise Mopedführerschein. Die Ape hat einen Zweitakt-Motor mit drei PS. Sie schafft 45 bis 50 Stundenkilometer.

Die Ape ist zudem handlich, der Transport ist in jedem größeren Lieferwagen möglich. - Foto: Ape-Club Bassum

Bis Ende des Jahres wird das gute Stück noch gebaut. „Dann stellt Piaggio die aktuelle Produktion ein, weil die geforderte Euro-4-Verordnung nicht erfüllt wird“, so Nick. Trotz G-Kat. Alle bisherigen Api genießen Bestandsschutz.

Die Clubmitglieder haben bereits mehrere Ausfahrten unternommen. „Unser Ziel ist, zusammen zu Stadtfesten und anderen Events zu fahren, um für uns, aber vor allem für Bassum zu werben. Ein gemeinsames Logo ist in Arbeit“, erzählt Gillner.

Der Club freut sich über zunehmendes Interesse. „Marco Preiss will auch eine Ape kaufen. Christa Maas überlegt. Wir haben sechs bis acht Nachfragen“, so Gillner. Er ist zuversichtlich: „Nächstes Jahr haben wir 20 Mitglieder.“ Und was kostet der Spaß? „Eine Ape 50 ist für 5.500 bis 6.000 Euro zu haben. Sie ist besonders wertstabil“, ist Olsen überzeugt.

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