Ein Leben ohne Perspektive

Was, wenn ich Flüchtling wäre? Künstlergruppe will mit Theaterprojekt Verständnis schaffen

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Daniela Franzen hat der Thematik ein Bild gewidmet.

„Wo gehst Du hin?“ Die Frage klingt banal, aber sie kann über Schicksale entscheiden. Dann, wenn Menschen sich aus purer Verzweiflung dafür entscheiden, ihre Heimat und ihren Besitz zu verlassen. Weil ihr Leben in Gefahr ist. Weil ihr Leben keine Perspektive mehr hat.

Landkreis Diepholz - Fliehen zu müssen, ist eine traumatische Erfahrung. Jetzt und vor Jahrzehnten. Das ist die eine Seite. Die andere ist die Angst und die Skepsis, die Flüchtlingen immer wieder entgegengebracht wird. Was viel zu oft fehlt, ist eine Brücke zwischen diesen Welten. Genau die wollen Daniela Franzen und Marcello Monaco, Kulturpreisträger des Landkreises Diepholz, mit einem neuen Projekt schlagen. Es trägt bewusst den Titel „Wo gehst Du hin?“ und will Menschen beider Seiten über die Kunst miteinander ins Gespräch bringen. Der Landschaftsverband Weser-Hunte, die Stadt Bassum und die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen sowie die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur und der Bassumer Unternehmer Horst-Dieter Jobst unterstützen das Projekt.

„,Wo gehst Du hin?’ hat als Ziel, die Kommunikation, den Zusammenhalt und das respektvolle Miteinander zu fördern“, erklärt Daniela Franzen. Geflüchtete und Einheimische gestalten dabei gemeinsam ein Abendprogramm, das die Besucher mit allen Sinnen erfahren können – und das emotional berühren soll.

Malerei und Skulptur, Film, Tanz, Chor, Orchester, Artistik, Lyrik und Poesie, aber auch Schauspiel und Kochkunst sollen zu einem ausdrucksstarken Erlebnis verschmelzen. Nicht nur mit den Augen und den Ohren, sondern auch mit dem Gaumen sollen die Besucher einen besonderen Abend genießen. Das ist am 29. Februar und 1. März in der Gildefesthalle in Bassum möglich, zuvor bereits am 22. und 23. Februar in der Mensa des Schulzentrums Bruchhausen-Vilsen. Die genauen Zeiten werden noch bekannt gegeben.

Zurzeit arbeiten Franzen und Monaco noch am Programm. Will heißen: Musik- und Tanzgruppen, Chöre, Autoren, Maler, Bildhauer, Fotografen und Artisten können sich noch beteiligen. Künstler, die in der Region wirken, arbeiten bereits mit geflüchteten Künstlern zusammen. Franzen und Monaco haben bereits Kontakte geknüpft – und freuen sich auf das Mitwirken der Artistin Tina Badenhop, der Märchenerzählerin Brigitta Wortmann, des Filmemachers Ralf Schauwacker und des syrischen Journalisten Mustapha Alouche sowie vielen anderen mehr.

Wichtig ist den Initiatoren, Interviews mit Flüchtlingen zu präsentieren – mit solchen, die erst vor wenigen Jahren dieses Schicksal erleiden mussten, ebenso wie mit denjenigen, die vor mehr als sieben Jahrzehnten ihre Heimat verlassen und damit längst umgehen lernen mussten.

„Das Publikum wird an dem Abend von Darbietung zu Darbietung geleitet. Es flaniert durch die Ausstellungen und bekommt an verschiedenen Orten Aufführungen geboten“, beschreibt Marcello Monaco das Konzept. Dazu gibt es Speisen aus verschiedenen Ländern. In einem lockeren Rahmen sollen die Besucher über das Gesehene und Erlebte miteinander sprechen. Das Ziel ist es, „sich mit anderen Menschen auszutauschen, selbst das Gefühl zu haben, nicht allein gelassen zu werden und andere Menschen nicht allein zu lassen“.

Genau das sollen im Vorfeld der Aufführungen schon die Mitwirkenden erfahren: „Es werden einige gemeinsame Proben organisiert, um den Ablauf des Programms zu koordinieren und abzustimmen“, erläutern die Organisatoren. Gemeinsam Spaß haben, das gehört dazu.

Kontakt

Wer mitwirken möchte, bekommt per E-Mail weitere Informationen: kontakt@danielamarcello.com

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