Verlorenes Paket

Ware bestellt, bezahlt, aber nicht bekommen: Nordwohlderin bleibt auf den Kosten sitzen

Rita Meyer am Briefkasten
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Das Lachen ist Rita Meyer gründlich vergangen. Ihr Briefkasten ist leer. Das bestellte Paket sei nicht da, das gezahlte Geld futsch.

Nordwohlde – „Ihre liebevoll ausgesuchten, bestellten Artikel haben wir für Sie in einer detaillierten Übersicht zusammengefasst. Das sieht toll aus: Wow.“ Wer kennt das Gefühl nicht? Die Ware ist bestellt, die Nachricht, dass alles vorrätig und versandfertig ist, lässt Vorfreude aufkommen. Man kann es kaum noch erwarten – und dann ist die Enttäuschung groß, wenn der Briefkasten leer bleibt.

Das hat Rita Meyer aus Nordwohlde erlebt. Ärgerlich ist, dass sie die Ware bereits bezahlt hat.

Im September bestellt die Nordwohlderin bei Tredy im Online-Shop Kleidung im Wert von rund 170 Euro. Und bezahlt per Pay Pal. Es ist nicht das erste Mal, dass Rita Meyer so verfährt. Bisher hat sie nie schlechte Erfahrungen damit gemacht.

Noch am Tag der Bestellung erhält sie eine Mail von Tredy: „Wir haben Deine Zahlung erhalten und Deine Bestellung bereits an das Logistikzentrum weitergeleitet.“ Einen Tag später folgt die Versandbestätigung mit Trackingcode. Doch dann verliert sich für Rita Meyer die Spur des Pakets – trotz Code.

Weder eine Mail noch eine Benachrichtigung bekommen

Der Zusteller, in diesem Fall DHL,  behauptet, das Paket abgeliefert zu haben. Die Sendungsverfolgung endet in Nordwohlde. Rita Meyer aber sagt: „Ich habe weder eine Mail, noch eine Benachrichtigung im Briefkasten gehabt – geschweige denn ein Paket bekommen. Ich war an dem Tag zuhause.“ Sie habe den Zustellerwagen sogar gesehen und sich gewundert, dass sie die Klingel nicht gehört hat.

Rita Meyer bestellt regelmäßig Ware im Internet. „Ich habe noch nie Probleme gehabt. Ich möchte ausdrücklich betonen, dass wir hier in Nordwohlde eine ganz tolle Zustellerin haben. Die ist hundertprozentig zuverlässig.“ Doch just an dem Tag ist die Zustellerin im Urlaub. Das ergeben Meyers Nachforschungen.

Nachdem der Briefkasten leer bleibt, fragt sie bei Nachbarn, sogar in der Facebook-Gruppe Nordwohlde und eben bei der Zustellerin. Ohne Erfolg.

DHL übernimmt keine Haftung, weil es einen Ablagevertrag gibt

Meyer setzt sich daraufhin mit Tredy in Verbindung – die wiederum mit DHL. Wochen vergehen. Im November dann heißt es in einer Mail: „Leider konnte Ihr Paket nicht ausfindig gemacht werden.“ Rita Meyer fordert das bereits gezahlte Geld zurück. Das aber geht nicht, weil sie vor Jahren einen Ablagevertrag mit DHL geschlossen hat. In so einem Fall übernimmt der Zusteller keine Haftung für verlorene oder beschädigte Pakete.

„Ja stimmt, wir haben so einen Vertrag, aber ich war doch da. Es lag kein Paket vor der Garage.“ Meyer wohnt in einer Sackgasse. Da verirrt sich kaum jemand hin. „Und warum habe ich weder eine Mail noch eine Benachrichtgigung bekommen?“, fragt sie sich. Im Dezember schreibt sie nochmal den DHL-Kundenservice an mit der Bitte um Erklärung. Die Mail bleibt unbeantwortet.

Für DHL ist der Fall eindeutig. „Wir können hier keine Haftung übernehmen aufgrund des vereinbarten Ablagevertrags“, schreibt Pressesprecher Stefan Laetsch auf Anfrage dieser Zeitung. „Laut der Sendungsverfolgung wurde das Paket ordnungsgemäß am Ablageort zugestellt. Wir müssen auch davon ausgehen, dass der Zusteller die Kundin ordnungsgemäß per E-Mail oder Benachrichtigungskarte informiert hat“, heißt es weiter. Das seien Standardprozesse, die größtenteils bereits automatisiert mit dem Scannen des Paketes erfolgen. Der Sendungsverlauf sei für Kunden jederzeit einsehbar und entsprechend nachvollziehbar. Wieso das Paket also nach der Zustellung vom Ablageort verschwunden ist, lasse sich leider nicht mehr rekonstruieren.

Heißt unterm Strich: Wenn Meyer keinen Ablagevertrag abgeschlossen hätte, würde sie den Schaden erstattet bekommen. So schaut sie in die Röhre.

Laut Laetsch seien solche Fälle extrem selten. Die Ablageverträge seien sehr beliebt. Rita Meyer überlegt, ihren zu kündigen.

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