Waldkindergarten „Die Glückspilze“ hat Besuch vom Insektenbeauftragten

„Nur gucken, nicht stören“

+
Karl Krügener zeigt den Kindern ein ausgedientes Wespennest.

Bassum - Von Ute Schiermeyer. „Eins, zwei, drei…“ Judith zählt konzentriert die Etagen im Wespennest. „Sieben!“, stellt sie fest. Die „Glückspilze“ des Waldkindergartens im Dicken Braken sind fasziniert. „Das ist ja ein Hochhaus“, rufen sie. Dass Wespen so etwas bauen können, hätten sie nicht gedacht.

Vor einigen Tagen hatten die Glückspilze ein Hummelnest im Wald entdeckt, da gab es viele Fragen. Um den Kindern alle beantworten zu können, luden ihre Erzieherinnen Andrea Schröder und Martina Meyer Bassums Insektenbeauftragten Karl Krügener ein. Er kam mit zwei großen verlassenen Nestern und erzählte kindgerecht und sehr einfühlsam vom Leben der Wespen und Hornissen. Die Kinder lauschten aufmerksam.

„5000 bis 8000 Tiere leben in so einem Nest. Und da drin sind immer 29Grad, egal, wie warm oder wie kalt es draußen ist“, erklärte Krügener. „Und wisst ihr, woraus es gebaut ist?“ Die Kinder betrachteten das große Gebilde nun noch genauer. Jan erkannte es sofort. „Aus Papier“, rief er begeistert. „Genau, aus Papier“, bestätigte Krügener. „Aus Holz und Spucke können Wespen und Hornissen Papier machen.“ Dass das auch stimmt, bewies er mit einer vorsichtigen Feuerprobe. Sorge musste trotz der sommerlichen Trockenheit keiner haben. Karl Krügener war jahrelang Feuerwehrmann und hatte zudem eine Gießkanne zum Löschen parat. Die Kinder hatten viele Fragen an den Experten. Zum Beispiel: „Wie kommen die kleinen Wespen zur Welt?“, „Können Insekten springen?“ und „Wie buddeln Hummeln?“

Krügener beantwortete jede Frage ausführlich und berichtet außerdem, wie nützlich die Tiere sind, weil sie nämlich Mücken und andere lästige Tiere fressen würden und den Menschen damit einen großen Gefallen tun.

Nachdem alle Kinder von Krügener einen Hornissen-Aufkleber bekommen hatten, wollten sie dem Fachmann aber auch etwas zeigen. In einem Guiro, einem südamerikanischen Hohlinstrument, das außen am Schuppen hängt, summt und brummt es in letzter Zeit sehr stark. Gemeinsam betrachteten sie das Instrument und stellen fest, dass dort Wespen eingezogen sind. , warnte Krügener die Kinder. Dann seien die Tiere ganz harmlos. „Und was ist, wenn doch mal eine sticht?“, fragte Andrea Schröder. „Stachel entfernen, und wenn es geht, das Gift absaugen“, so der Experte. Als altes Hausmittel habe sich zudem eine aufgeschnittene Zwiebel gegen Schmerzen und Jucken bewährt.

Eigentlich wollten die „Glückspilze“ Karl Krügener noch ihre Hummeln im Erdloch zeigen, doch diese waren bereits wieder ausgezogen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Israel beschränkt erneut Zugang für Muslime zum Tempelberg

Israel beschränkt erneut Zugang für Muslime zum Tempelberg

Bilder aus Hamburg: Mann greift Passanten mit Messer an

Bilder aus Hamburg: Mann greift Passanten mit Messer an

„Summer in the City“-Finale auf dem Marktplatz

„Summer in the City“-Finale auf dem Marktplatz

Im Selbstversuch zum Deutschen Sportabzeichen

Im Selbstversuch zum Deutschen Sportabzeichen

Meistgelesene Artikel

Dauertennis: Live-Stream vom Weltrekordversuch 

Dauertennis: Live-Stream vom Weltrekordversuch 

Hochwasser: 130 Feuerwehrkräfte im Pumpeinsatz

Hochwasser: 130 Feuerwehrkräfte im Pumpeinsatz

Aufbruch am Morgen: Landkreis-Feuerwehren helfen in Heersum

Aufbruch am Morgen: Landkreis-Feuerwehren helfen in Heersum

700 Tiere und beeindruckende Moorwelten - zu Besuch in Ströhen

700 Tiere und beeindruckende Moorwelten - zu Besuch in Ströhen

Kommentare