Kommunalwahl in Bassum

Bürgermeisterkandidat Oliver Launer stellt sich vor

Welche Dinge sind Oliver Launer wichtig? Bei der Veranstaltung versucht er, darauf Antworten zu geben.
+
Welche Dinge sind Oliver Launer wichtig? Bei der Veranstaltung versucht er, darauf Antworten zu geben.

Oliver Launer hat seine erste Wahlkampfveranstaltung hinter sich gebracht. Im Gasthaus Freye stellte er sich vor, beantwortete Fragen von Bürgern und kritisierte das Verhalten von Bürgermeister Christian Porsch.

Bassum – Kein Warten, kein Rumgeeiere mehr! Dafür mehr Engagement und neue Ideen. Das war die Kernbotschaft, die Oliver Launer während der knapp zweistündigen Veranstaltung immer wieder hervorhob. Der Bürgermeisterkandidat hatte in das Gasthaus Freye in Osterbinde geladen, um sich vorzustellen und Fragen zu beantworten. Etwa 20 Bürger waren dort.

Die Vorstellungsrunde

„Was ist das für ein Kerl, der hier steht?“, leitet Launer den Abend ein. Eine leichte Nervosität ist ihm anzumerken. Schließlich ist es seine erste Wahlkampfveranstaltung und er weiß nicht, was auf ihn zukommt. Authentisch will er sein, spontan – und hat sich deswegen auch gegen ein Skript entschieden. Lediglich ein paar blaue Zettel mit Stichworten hält er in der Hand.

Also, wer ist der Kandidat Oliver Launer? Jemand, der Verwaltungserfahrung mitbringe. Der immer seine Meinung vertrete. Der sich gern streite und direkt sei. Der über Leidenschaft und Engagement verfüge. Politische Richtung? „Ein Mix aus Helmut Schmidt und Willy Brandt, der CDU der 80er- und 90er-Jahre und der Realo-Politik der Grünen.“ Auch umreißt er seine Zeit als Kreisvorsitzender der Schillpartei Bremen.

Zu Bürgermeister Christian Porsch erklärt er, dass er zwischen dem Menschen und dem Amt trennen wolle. „Persönlich ist Christian Porsch ein klasse Typ“, so Launer. „Aber ich denke, er ist nicht der geeignete Mann für Bassum.“ Zu passiv, zu zögerlich, zu wenig präsent, ohne Ecken und Kanten. Und er lasse eine klare Kommunikation vermissen, findet Launer und schwenkt um zu Projekten, die seiner Meinung nach falsch laufen oder gelaufen sind.

Kritikpunkte

Die Nervosität ist merklich geschwunden. Launer redet sich in Fahrt, scheint die blauen Zettel vergessen zu haben. Ein neues Rathaus für Bassum werde seit 15 Jahren geplant und es gebe weder einen Abschluss noch konkrete Aussagen dazu. Die Bürger würden nicht richtig informiert, was gerade Stand der Dinge sei. „Und es wird immer teurer“, mahnt Launer, der auch gleich einen Vorschlag präsentiert: Die Rathausmitarbeiter sollten in das Gebäude der Kreissparkasse ziehen. „Dieses ist für die Mitarbeiter der Bank überdimensioniert. Der Landkreis wird es irgendwann loswerden wollen. Warum sollte Bassum es nicht übernehmen? Es wäre kostengünstig und man könnte sogar noch oben drauf bauen.“ Einen Neubau lehnt Launer ab.

Weiter geht es mit der Sulinger Straße, wo es ebenfalls seit Jahren Stillstand gebe. Das liege Launers Meinung nach zum einen daran, dass unliebsame Investoren – wie Horst-Dieter Jobst – abgebügelt werden. „Das geht gar nicht.“ Auch wenn man sich persönlich nicht schätze, müsse man in der Sache für Bassum zusammenarbeiten.

Zum anderen verweist er darauf, dass eine Wirtschaftsförderung nicht stattfinde. Dass eine junge Frau wie Alena Grützmacher nun zum zweiten Mal längere Zeit ausfalle, weil sie in Elternzeit sei, sei etwas, was man hätte vorhersehen können. „Dafür hätte ich mir jemanden gewünscht, der parallel für diese Aufgabe aufgebaut wird, um in solch einer Situation übernehmen zu können.“

NEU: Newsletter für den Kreis Diepholz

Im Newsletter unserer Redaktion stellen wir Ihnen aktuelle Inhalte aus dem Landkreis Diepholz zusammen. Immer samstags um 7:30 Uhr landet der Newsletter in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung jederzeit aus dem Newsletter heraus möglich.

Im Gewerbegebiet gebe es kaum neue Firmen, kritisiert Launer und sieht den Grund darin, dass Flächen lange für Interessenten reserviert werden – und Unternehmen, die sich sofort ansiedeln wollen, guckten in die Röhre. Den neuen Kindergarten auf dem Gelände des Kinderreichs nennt er eine „Kurzschlussreaktion“. Der Neubau sei richtig, aber nicht auf dem Bolzplatz. „Das ist gegen die Jugendarbeit.“

Zustimmung erntet Launer, als er auf den Radweg von Neubruchhausen nach Bassum zu sprechen kommt. Es hätte ein Top-Projekt sein sollen, stattdessen habe man „gepennt“. Und dass von der Stadt niemand da war, als die Radler der Demonstration 2019 ihre Unterschriften überreichen wollten, sei etwas, wofür Verwaltung und Bürgermeister „sich schämen sollten. Das ist ohne Respekt vor den Bürgern.“

Ebenso habe man den Kampf um die Zentralklinik verschlafen. Launer ist sicher: Mit mehr Engagement hätte man sich gegen die übrigen Bewerber durchsetzen können. „Das ist wie bei einer Olympia-Bewerbung.“

Projekte

Die Fragerunde beginnt. Das „Überraschungspaket“, wie Launer sagt und das ein wenig die Nervosität zurückbringt. Doch die ist unbegründet. Das Publikum hat nicht die Absicht, ihn zu „grillen“. Stattdessen möchte es wissen, welche Projekte er anpacken will. „Den Ausbau der B51 verhindern“, sagt er. „Das können wir noch beeinflussen, aber wir müssen Flagge zeigen, in Hannover oder sogar Berlin.“ Aber die Sache sei doch beschlossen und Bassum habe keine Entscheidungsgewalt. „Aber wir können uns dazu äußern. Wir gehen mit einer Unterschriftenliste zu Volker Meyer und Cord Bockhop, damit die sich für uns einsetzen.“

Auch gegen den geplanten Ausbau der GAR positioniert sich Launer. „Eine Umsiedlung wäre eine Lösung“, meint er. Dann sei auch ein Ausbau möglich. Wo würde Launer neues Gewerbe ansiedeln? „Erstmal sollten wir das alte Gebiet vollmachen. Außerdem gibt es eine Fläche dort, wo das Zentralklinikum hätte entstehen sollen.“ Karrenbruch sei eine Zwischenlösung, die keinem helfe.

Am Ende verabschieden die Gäste Launer mit Applaus und der sie mit einer Bitte: „Egal, wen Sie im September wählen – wichtig ist, dass Sie wählen gehen.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Meistgelesene Artikel

Sulingen soll kein „weißer Fleck“ bleiben bei der Bahnanbindung

Sulingen soll kein „weißer Fleck“ bleiben bei der Bahnanbindung

Sulingen soll kein „weißer Fleck“ bleiben bei der Bahnanbindung
Bassumer Firma Marco Preiß hilft im Hochwassergebiet

Bassumer Firma Marco Preiß hilft im Hochwassergebiet

Bassumer Firma Marco Preiß hilft im Hochwassergebiet
Hof Kastens: Stuhrer Paar zeichnet düsteres Bild von der Landwirtschaft

Hof Kastens: Stuhrer Paar zeichnet düsteres Bild von der Landwirtschaft

Hof Kastens: Stuhrer Paar zeichnet düsteres Bild von der Landwirtschaft
Viel Arbeit im Diepholzer „Appletree Quartier“

Viel Arbeit im Diepholzer „Appletree Quartier“

Viel Arbeit im Diepholzer „Appletree Quartier“

Kommentare