Vorwürfe gegen den Bürgermeister

Horst-Dieter Jobst sauer auf Christian Porsch

Der Zankapfel: Das Gebäude an der Bahnhofstraße mit der Nummer vier hätte Horst-Dieter Jobst gern gekauft und saniert.
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Der Zankapfel: Das Gebäude an der Bahnhofstraße mit der Nummer vier hätte Horst-Dieter Jobst gern gekauft und saniert.

Horst-Dieter Jobst hat große Pläne mit dem Haus an der Bahnhofstraße 4 gehabt. Diese haben sich nun zerschlagen. Die Schuld dafür gibt er dem Bürgermeister Christian Porsch. Der widerspricht.

Bassum – Ärger und Unverständnis sind Horst-Dieter Jobst noch deutlich anzumerken. Sein Traum, an der Bahnhofstraße 4 in Bassum neben sozialem Wohnraum auch noch ein internationales Café und einen Kindergarten zu realisieren, ist geplatzt. Die Schuld dafür gibt er Bürgermeister Christian Porsch.

Harte Vorwürfe. Doch von vorne: Jobst plant, an der Bahnhofstraße einiges zu verändern. Dazu gehört auch die ehemalige Fahrradwerkstatt (Bahnhofstraße 2), die bereits abgerissen ist. An der Stelle soll ein Gebäude mit 20 Wohnungen entstehen. Zehn davon sind für Leute mit Bezugsschein reserviert – oder einfach formuliert: für Menschen mit kleinem Geldbeutel.

Auch das Gebäude mit der Nummer 4 an der Bahnhofstraße sollte Teil dieser Pläne sein. Der Eigentümer vermietet seit Jahren an die Stadt Bassum, die dort Flüchtlinge untergebracht hat. Zurzeit leben dort vier. Jobsts Idee: Er kauft das Gebäude, saniert es – was laut seiner Aussage dringend notwendig sei, da dort „menschenunwürdige Verhältnisse“ herrschten – und richtet dort vier Wohnungen her.

Kindergarten und Café sollten einziehen

Die Mieten sollen unter den üblichen Preisen in Bassum liegen. Damit wäre also auch sozialer Wohnraum geschaffen. Zwei der Flüchtlinge wollte Jobst laut eigener Aussage übernehmen. Er habe deswegen auch mit dem Ersten Stadtrat Norbert Lyko und Ordnungsamtsleiter Andreas Abelt gesprochen, die seinen Plänen aufgeschlossen gegenübergestanden hätten.

Aber damit nicht genug: „Hinten im Erdgeschoss sollte ein Kindergarten einziehen. Mit der Einrichtung, die diesen dann betreiben soll, war ich bereits im Gespräch. Im vorderen Bereich sollte ein internationales Café entstehen. Das Gebäude wäre ein echter Hingucker geworden! Außerdem hätte ich noch jemanden eingestellt, der in dem Wohnbereich regelmäßig nach dem Rechten sieht, damit alles ordentlich und schön aussieht.“

Jobst erzählt, er habe Kontakt zu dem Eigentümer aufgenommen und Vorgespräche geführt, die gut verlaufen seien. „Am 14. Mai lautete die Aussage: Da kriegen wir etwas hin. Wir haben uns auf einen Preis geeinigt, und mir wurde gesagt, ich könne schon mal einen Notar beauftragen, was ich auch gemacht habe“, behauptet Jobst. Sogar vom Landkreis habe er eine positive Rückmeldung bekommen, dass er das Vorhaben genehmigen werde.

Bürgermeister sei ablehnend gewesen

Am 17. Mai, so erzählt Jobst, sei er mit seinen Archi-tekten ins Rathaus gekommen, um seine Pläne vorzustellen. Der Bürgermeister habe sich von vornherein sehr ablehnend gegenüber dem Projekt gezeigt und erklärt, dass er damit nicht einverstanden sei. „Er sagte mir, dass er mit dem Eigentümer reden wolle. Ich bat ihn, das nicht zu tun“, erklärt Jobst.

Laut seiner Aussage habe Porsch sich über diese Bitte hinweggesetzt und den Eigentümer davon überzeugt, nicht zu verkaufen, sondern weiter an die Stadt zu vermieten. „Der Bürgermeister soll gesagt haben, dass die Stadt die Kosten für die dringend notwendigen Renovierungsarbeiten übernehme“, so Jobst. Als er daraufhin noch mal mit dem Eigentümer telefonierte, sagte dieser, dass er nicht mehr verkaufen werde.

Jobst hat das schwer getroffen. „Ich war fassungslos und habe jetzt auch einen Anwalt eingeschaltet. Nicht gegen die Stadt, da sitzen gute, fähige Mitarbeiter. Aber gegen den Bürgermeister, weil er mir mit seinem Vorgehen geschadet hat.“

Christian Porsch widerspricht

Soweit die Sicht von Horst-Dieter Jobst. Was sagen die übrigen Beteiligten?

Konfrontiert mit Jobsts Vorwürfen, schüttelt Bürgermeister Christian Porsch nur den Kopf. „Der Eindruck, ich sei mit dem Projekt nicht einverstanden, ist komplett falsch. Ich finde das Projekt gut! Darum haben wir ja auch das Gebäude an der Bahnhofstraße 2 an Herrn Jobst verkauft. Darum haben wir die Pläne vor skeptischen Anwohnern verteidigt.“

Porsch erklärt, er habe jedoch mitbekommen, dass der Eigentümer nicht begeistert von dem Verkauf gewesen sei. Also sei ein Termin mit ihm, Jobst und der Verwaltung für den 26. oder 27. Juni anberaumt worden, um nochmal miteinander zu sprechen.

Als Jobst am 17. Mai mit seinen Architekten zum bereits erwähnten Gespräch ins Rathaus kam, habe er erklärt, dass er sich mit dem Eigentümer einig geworden sei und der nachfolgende Termin somit überflüssig. Als Porsch ankündigte, sich trotzdem noch mal mit dem Besitzer in Verbindung setzen zu wollen, um sich rückzuversichern, sei Jobst ihm „nervös“ vorgekommen.

Keine „menschenunwürdigen Zustände“

„Ich habe dann den Eigentümer angerufen, und der hat mir erstmal gesagt, dass er sauer auf die Stadt wäre“, sagt Porsch. Der Mann habe ihn gefragt, ob es stimme, dass die Stadt ihm bei dem geplanten Termin die Kündigung auf den Tisch knallen wolle? Und dass die Stadt die Wohnverhältnisse in der Immobilie prüfen werde? „Auf beide Fragen habe ich mit Nein geantwortet und konnte nicht verstehen, wer ihm solche Aussagen im Namen der Stadt überbracht hat.“

Und hat Porsch dem Eigentümer gegenüber erklärt, die Stadt würde die Kosten für die Sanierung des Hauses tragen? „Das ist absolut gelogen“, erklärt Porsch. „Wir haben uns das Haus nun angesehen, und es wird eine Mängelliste erstellt, die bearbeitet werden muss. Die Zustände um die Immobilie ringsum sehen wild aus und im Haus ist was zu machen. Aber von ,menschenunwürdigen Verhältnissen’ würde ich nicht sprechen.“

Den Mietvertrag mit dem Eigentümer wolle die Stadt jedenfalls nicht kündigen. Der Immobilien-Eigentümer selbst wollte sich zu dem ganzen Sachverhalt nicht äußern.

Für Porsch ist das Projekt noch nicht tot, weil er es laut eigener Aussage nach wie vor für gut befindet.

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