Webinar der VHS ermöglicht es

Vortrag in Bremen, zuhören in Bassum

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Die VHS macht sich beim Webinar die Digitalisierung zunutze, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Ein echter Experte für einen bestimmtes Fachgebiet von der Universität in München würde wohl kaum jemals für einen Vortrag in der Freudenburg nach Bassum fahren. Zumal sich für sein Thema vielleicht nur eine handvoll Menschen einfinden würden. Trotzdem wäre es theoretisch möglich, dass die Bassumer einen Fachmann aus Bayern hören und ihm sogar Fragen stellen könnten, selbst wenn nur fünf von ihnen kommen.

Webinar heißt das noch relativ neue Format der VHS des Landkreises Diepholz, das sie seit dem vergangenem Semester anbietet und mit dem sie nun zum zweiten Mal in der Freudenburg ist. „Ich kannte dieses Format gar nicht“, sagt Bernd Heyne von der VHS Bassum. Obwohl es ein paar technische Probleme gegeben habe, sei er begeistert gewesen.

Und wie läuft so ein Webinar ab? „Beteiligt sind drei Parteien: Der Referent, die Volkshochschule Böblingen-Sindelfingen und die jeweilige VHS vor Ort“, erläutert VHS-Leiter Thomas Hermenau. Der Referent – beispielsweise ein renommierter Professor aus Heidelberg – tritt in seinem Heimatort vor eine Webcam. Die VHS Böblingen-Sindelfingen moderiert das Ganze und schaltet den Professor zu, sodass dieser auf der Leinwand der VHS erscheint, die seinen Vortrag gebucht hat – in diesem Fall wäre das also in der Freudenburg.

Deutschlandweites Publikum

Doch nicht ausschließlich, und das sei der Clou, so Hermenau. „Durch die Vernetzung der Volkshochschulen in ganz Deutschland ist es möglich, dass mehrere von ihnen den Vortrag zeitgleich folgen können. Während also die Bassumer dem Referat lauschen, sitzen zur selben Zeit in Hamburg oder vielleicht Dortmund ebenso Menschen zusammen und hören zu.“

Etwa 40 bis 50 Einrichtungen könnten so an einem Abend dem gleichen Vortrag beiwohnen. „Auf diese Weise erreichen hochqualitative Fachvorträge, die die Leute außerhalb der Universität wohl nie zu hören bekommen würden, viel mehr Menschen“, freut sich Hermenau. Durch das Webinar könne man die Stärke der Volkshochulen-Gesellschaft und die Möglichkeiten der Digitalisierung perfekt ausnutzen.

Doch die Leute sollen nicht nur zuhören. „Nach dem Vortrag können die Menschen Fragen an den Referenten stellen. Diese werden von dem Mitarbeiter der VHS vor Ort gesammelt und in den Computer getippt, sodass der Experte sie lesen kann.“ Aber kann es bei 40 Volkshochschulen nicht passieren, dass der Fachmann plötzlich von einem Fragenkatalog geradezu erschlagen wird? Hermenau lacht. „Es kommt selten vor, dass so viele verschiedene Fragen gestellt werden. Viele doppeln sich auch, sodass es meistens überschaubar bleibt.“

Von unzuverlässiger digitaler Infrastruktur überrascht

Was ihn überrascht habe, sei die teilweise unzuverlässige digitale Infrastruktur in Deutschland, die dafür verantwortlich sei, dass beim vergangenen Vortrag in der Freudenburg der Ton gelitten hat. Er hofft, dass es dieses Mal besser läuft, wenn sich Prof. Dr. Dr. Lothar Probst von der Universität Bremen am Dienstag, 30. Januar, ab 19 Uhr mit dem Aufstieg der AfD in Deutschland beschäftigt. 

„Die Alternative für Deutschland wurde im Jahr 2013 als Reaktion auf den Euro-Rettungsschirm gegründet. Das zunächst eher auf Wirtschaftsfragen ausgelegte Parteiprofil wich jedoch spätestens mit der Flüchtlingskrise der Jahre 2015 und 2016 einem rechtspopulistischen Schwerpunkt, der unverhohlen vor der vermeintlichen Gefahr einer Islamisierung Deutschlands warnte“, heißt es in der Ankündigung.

Eine Anmeldung unter der Telefonnummer 04242/9764444, im Internet oder per Mail an vhs@vhs-diepholz.de ist erwünscht. Der Vortrag ist kostenlos. Mehr dazu im Internet: www.vhs-diepholz.de

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