Ein Besuch in der Kleiderkammer Bassum / Viele Kunden am ersten Tag

Volle Tüten und leuchtende Augen

In der liebevoll dekorierten Ecke neben dem Eingang finden die Kunden eine große Auswahl an Geschirr.
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In der liebevoll dekorierten Ecke neben dem Eingang finden die Kunden eine große Auswahl an Geschirr.

Bassum – Arman Emami hat ordentlich zu tun. Mit flinken Fingern faltet er Kleidungsstücke auf einem der beiden Verkaufstresen der Kleiderkammer. Gleich davor ist ein Desinfektionsmittelspender aufgebaut. Zwei Stammkundinnen warten geduldig darauf, ihre Ausbeute von ihm in Empfang zu nehmen. Es ist 9.30 Uhr. Seit einer halben Stunde hat die Kleiderkammer geöffnet – zum ersten Mal seit dem Umbau.

„Es ist unglaublich“, freut sich Anja Katannek und schaut sich um. „Schon um 9 Uhr hatte sich eine kleine Schlange unten gebildet.“ Sie ist heute mit drei Kollegen vor Ort, um Kunden zu begrüßen, zu bedienen oder bei Fragen weiterzuhelfen. Für Susanne Reichelt ist es der erste Arbeitstag in der Kleiderkammer. Sie betreut den Tisch mit den Geschenkartikeln. Von diesen darf sich jeder Kunde zur Neueröffnung gratis einen mitnehmen. Vor allem Chips und Rasierer für die Damen werden gern genommen.

„Tschüss, und danke!“, ertönt es vom Verkaufstresen. „Bis zum nächsten Mal!“, ruft die Kundin lachend. Sie hat gefunden, was sie gesucht hat und marschiert mit gefüllter Tüte hinaus, während eine andere noch in aller Seelenruhe stöbert. Ihr Mann, der mit ihr gekommen ist, wahrt eine tapfere Miene und wandert geduldig durch die Reihen mit Kleidung, schaut sich die Regale mit Schuhen an, stöbert etwas in der liebevoll eingerichteten und stilvoll dekorierten Ecke mit Küchenutensilien.

Er entdeckt in einem weiteren Regal einen Karton und betrachtet ihn etwas irritiert. „Das ist ein Babyphone“, hilft Reichelt weiter, die die Ratlosigkeit des Mannes bemerkt hat, der mit seiner Familie aus dem Ausland zugewandert ist. Sie gehören zur Stammkundschaft der Kleiderkammer.

Ihr kleines Söhnchen zieht es hingegen über den Flur, vorbei an den Regalen mit Büchern und Puzzeln, für die er noch etwas zu jung ist, und hinein in den Spielzeugladen, der zeitgleich mit der Kleiderkammer geöffnet hat. Eine perfekte Kombination, denn so können die Eltern nebenan in Ruhe stöbern. Hedda Berlin und Anne Walter passen auf, dass der Nachwuchs in seiner Begeisterung nicht gleich alles auseinandernimmt.

Ein kleiner Junge hockt bereits auf dem Boden und lässt mit leuchtenden Augen Flugzeuge, Autos und eine Eisenbahn über den Teppich fahren. Seine ältere Schwester hat hingegen einen Plüschhund in ihr Herz geschlossen. Mit der einen Hand drückt sie ihn an sich, während sie mit der anderen großmütig hinter ihrem Bruder herräumt. „Nur für die Puppen begeistert sich kaum jemand mehr“, bedauert Berlin.

Der kleine Autofreund schnappt sich zwei bunte Baustellenfahrzeuge und eilt damit in die Kleiderkammer, wo seine Mama gerade das Angebot an Geschirr studiert. Aber so begeistert, wie der Filius die Spielzeuge neben ihr über den Boden rollen lässt, kann sie nicht lange widerstehen, geht mit ihm hinüber und erkundigt sich bei Berlin nach dem Preis.

Auch die dreiköpfige Familie hat mittlerweile ihren Einkauf in der Kleiderkammer beendet und ist im Spielzeuglädchen gelandet. Der Plüschvogel, den der Junior eine Weile im Mini-Einkaufswagen für Kinder spazieren gefahren hat, darf zwar nicht mit nach Hause – dafür aber ein Bobby-Car. Die Eltern plaudern noch ein wenig mit Berlin und erzählen, dass ihr Kind bald eingeschult wird. „In Deutschland bekommen die Kinder dann eine Schultüte“, erklärt Berlin und präsentiert den Eltern gleich eine Auswahl.

Nachdem sie gegangen sind, zeigt die ehrenamtliche Betreuerin des kleinen Ladens mit einem Lächeln eine Schultüte: „Die ist von meinem Sohn, der ist mittlerweile 48. Die von meiner Tochter ist schon weg.“

In der Kleiderkammer sind schon wieder neue Kunden angekommen und stöbern sich durch das Sortiment. Katannek und Beate Brockmann sind eifrig damit beschäftigt, die leer gewordenen Stangen mit neuen Kleidern aus dem Lager aufzufüllen. „Wir sind begeistert und danken unseren Kunden, dass sie so geduldig waren“, strahlt Katannek.

Anders Niedenführ, Vorsitzender der Tafel, ist auch vorbeigekommen und verfolgt zufrieden das rege Treiben. „Hoffentlich bleibt das so.“ Eine Frau marschiert mit mehreren Kochtöpfen unter den Armen an ihm vorbei. „Tschüss“, sagt er freundlich. „Schön, dass sie etwas gefunden haben.“ Die Frau lacht auf: „Ich finde hier leider immer etwas!“

Von Julia Kreykenbohm

Der kleine Auto-Fan ist im Spielzeugladen fündig geworden.
Arman Emami bedient die Kunden und hat ordentlich zu tun.

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