Defektes oder illegales Gerät als Ursache

Vodafone-Störung in Bassum: 700 Haushalte betroffen

Wenn plötzlich das Internet weg ist, könnte es daran liegen, dass ein technisch veraltetes oder ein illegal betriebenes Gerät Störsignale ins Netz einspeist – vom Benutzer unbemerkt.
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Wenn plötzlich das Internet weg ist, könnte es daran liegen, dass ein technisch veraltetes oder ein illegal betriebenes Gerät Störsignale ins Netz einspeist – vom Benutzer unbemerkt.

Kunden fordern die sofortige Beendigung ihrer Verträge, Vodafone arbeitet an der Lösung des Problems. Eine Internetstörung hält Bassum in Atem.

Bassum / Twistringen – Rund 700 Kunden in einem Teil des Glasfaserkabelnetzes von Vodafone sind in Bassum von einer sogenannten Rückwegstörung betroffen. „Dadurch ist die Internet- und Telefonnutzung zeitweise beeinträchtigt“, so Unternehmenssprecherin Heike Koring.

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Wie berichtet, war es immer wieder zu Internet-Ausfällen gekommen. 72 Betroffene hatten eine Petition gestartet und die Beendigung ihrer Verträge gefordert, weil ihr Sonderkündigungsrecht nicht akzeptiert worden war. Jetzt arbeitet Vodafone an der Lösung des Problems, aber die Suche gestaltet sich schwierig.

Heike Koring erläutert: „Ein Rückwegstörer entsteht meist durch uralte, defekte oder illegal betriebene Geräte, die ein Kunde an das Kabelnetz anschließt. Dieses Gerät sendet dann Störsignale.“ Allerdings trete der Fehler nur dann auf, wenn das dieses Gerät eingeschaltet ist.

Störquelle zu finden „sehr zeitaufwendig“

„Die Eingrenzung des Fehlers ist trotz unserer intensiven Messungen sehr zeitaufwändig“, so Heike Koring, weil die Störquelle nur schrittweise lokalisiert und nur sporadisch ermittelt werden könne. Die Technik-Spezialisten von Vodafone würden mit Hochdruck an der Eingrenzung der Rückwegstörer arbeiten, um deren weiteren Betrieb zu unterbinden. „Sie konnten einen Störer auf einen Netzbereich eingrenzen.“ Da die Störquelle aber seit einigen Tagen nicht mehr aktiv war, habe sie noch nicht abschließend lokalisiert werden können.

Außerdem: „Eine zweite Störquelle wurde ebenfalls auf einen Netzbereich eingrenzt. Hier nehmen die Techniker aktuell Kontakt zu den umliegenden Haushalten auf, um einzelne Hausnetze zu prüfen.“

Für Heiner Dührkop als Betroffenen ist das keine Überraschung: „Von einer Rückwegstörung war bei der technischen Hotline schon im Oktober die Rede.“ Er und andere Betroffene wollen zunächst abwarten – und behalten sich vor, „zu gegebener Zeit geeignete Maßnahmen zu ergreifen“.

Vodafone bittet um Verständnis

Indes bittet die Vodafone-Unternehmenssprecherin um Verständnis: „Aufgrund von individuellen Rahmenbedingungen bei Störungen ist es unserem Kundenservice nicht immer möglich, sofort Aussagen zum Störungsgrund oder zur voraussichtlichen Dauer zu treffen. Das gilt insbesondere wie in diesem Fall, wenn die Störquelle noch nicht gefunden wurde.“

Auf eine solche Klärung hofft inständig auch eine 85 Jahre alte Frau aus Twistringen, die sich nach dem Bericht über die Störungen in Bassum bei unserer Zeitung meldete. Denn immer wieder bricht ihre Telefonverbindung ab – und damit eine elementare Verbindung zur Außenwelt. „Ich bin verzweifelt“, sagt die allein lebende Seniorin.

Seit März erlebe sie immer wieder solche Störungen. Einmal sei sie über eineinhalb Tage nicht zu erreichen gewesen. „Es war ein Hin und Her“, berichtet sie über ihre Anrufe bei Vodafone und die Rückmeldungen nach ihren Beschwerden. „Dreimal war schon der Techniker da“, nur verbessert habe sich nichts.

85-Jährige kontaktiert Vodafone per Einschreiben - keine Antwort

Anfangs sei ihr erklärt worden, dass der Fehler im Haus liege. „Da habe ich einen Elektriker beauftragt“, berichtet die alte Dame. Gefunden habe er nichts. Es müsse an Vodafone liegen, habe der Handwerker damals gesagt. Die alte Dame beglich die Rechnung und versuchte, im Austausch mit dem Kommunikationsunternehmen das Problem zu lösen. „Ich habe auch einen Brief per Einschreiben geschickt, aber keine Antwort erhalten“, so die 85-Jährige. Sie berichtet von Nächten, in denen ihr Hausnotruf nicht funktionierte.

Die alte Dame schildert ebenso unerträglich lange Wartezeiten am Kundentelefon. Und wundert sich, dass sie am Ende auch nachts die Mitteilung erhielt: „Alle Mitarbeiter sind zurzeit im Gespräch.“ Das Schreckensszenario der 85-Jährigen ist, dass während eines Notrufs von ihr unter 112 das Telefon ausfallen könnte. Wenn daraus geschlossen würde, sie sei in Lebensgefahr und ein Rettungseinsatz folge, „dann müsste ich unter Umständen die Kosten dafür tragen“.

Seit neuem Vertrag: Störungen bei 85-Jähriger „eher schlimmer geworden“

Die 85-Jährige hatte ihren Vertrag schon einmal gekündigt. Der Wechsel war aber nicht möglich, weil zwei andere Anbieter sie nicht hätten nehmen können. Grund: keine Kapazitäten. Deshalb verlängerte die 85-Jährige den Vertrag. Sie habe zwar zu gleichen Konditionen eine stärkere Leitung erhalten, „aber die Störungen sind eher schlimmer geworden“.

Vodafone werde umgehend Kontakt mit der Twistringerin aufnehmen, so Sprecherin Heike Koring, damit das Problem gelöst werde: „Wir schauen, wie wir ihr helfen können.“

Von Anke Seidel

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