Interesse am Ausbau der schwarzen Flecken ist gering / Nordischnet verlängert Frist

Vielleicht bekommt dann keiner etwas

Hoffen, dass sich noch viele Bürger aus schwarzen Flecken für einen Glasfaseranschluss entscheiden: Bernd Bormann (von links), Christian Porsch und Andreas Niehaus.
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Hoffen, dass sich noch viele Bürger aus schwarzen Flecken für einen Glasfaseranschluss entscheiden: Bernd Bormann (von links), Christian Porsch und Andreas Niehaus.

Bassum/Bruchhausen-Vilsen – Wenn’s ganz blöd läuft, gucken am Ende alle in die Röhre. Das formulierte Andreas Niehaus, Niederlassungsleiter der GVG Glasfaser für Niedersachsen, deutlich gewählter und behutsamer – aber die Kernaussage bleibt gleich. Denn die Quote für den Ausbau der schwarzen Flecken stimmt nicht. Und das beschäftigt sowohl Nordischnet (Marke der GVG Glasfaser) als auch die Bürgermeister von Bruchhausen-Vilsen und Bassum.

Anders als bei den weißen Flecken, muss der Ausbau der schwarzen Flecken (mindestens 30 MBit/s) wirtschaftlich erfolgen. Mit anderen Worten: Wenn am Ende für Nordischnet mehr Kosten entstehen, passiert nichts. Und wirtschaftlich wird es erst ab einer Quote von 40 Prozent in jeder Kommune. Da sind die zwei Gemeinden jedoch noch von entfernt. „Wir sind bei 30 bis 35 Prozent“, sagt Niehaus, wobei die Zahlen variieren.

Dabei zeichnet sich sowohl in Bassum als auch in Bruchhausen-Vilsen ein ähnliches Bild ab, wie Bassums Bürgermeister Christian Porsch und Samtgemeindebürgermeister für Bruchhausen-Vilsen Bernd Bormann bestätigen: „Die kleinen Orte melden großes Interesse am Ausbau der schwarzen Flecken, aber der Kern ist verhalten. Es wäre fatal, wenn dadurch diese Chance verpasst werden würde.“

Natürlich wolle man die vielen Leute aus den Ortschaften, die Interesse bekundet haben, nicht einfach so hängen lassen, so Niehaus. Nordischnet werde sich um Kompromisse bemühen, dann vielleicht nur einen Teil einer Gemeinde ausbauen. Aber versprechen könne das Unternehmen eine solchen „Flickenteppich-Lösung“ nicht. „Es kann auch sein, dass keiner etwas bekommt.“

Darum möchten Niehaus, Porsch und Bormann die Bürger noch einmal motivieren, sich für den Glasfaseranschluss zu melden. Ein „Mitmachen auch für die Gemeinde.“ Dafür verlängert Nordischnet die Frist noch einmal um zwei Wochen. „Ab Montag kommen wir wieder klingeln“, erklärt Niehaus mit einem Schmunzeln. Konkret heißt das, bis zum 9. August wird weitervermarktet. Ist die Quote bis dahin nicht erreicht, ist es zu spät.

„Die Corona-Krise hat wohl jedem gezeigt, wie wichtig ein leistungsfähiger Internetanschluss ist“, so Niehaus. „Auch wer heute sagt, dass er mit der Leistung seines Internets zufrieden ist, muss sich vor Augen führen, dass die Anforderungen an das Netz in Zukunft wachsen werden. In einem Haushalt, wo mehrere Personen das Internet zeitgleich nutzen – beispielsweise die Eltern für das Homeoffice, die Kinder, um Serien zu streamen oder online zu spielen – kann es schnell an seine Grenzen stoßen. Die schwarzen Flecken von heute sind die weißen von morgen.“

Auch für das Gewerbe einer Gemeinde sei es existenziell wichtig, betont der Niederlassungsleiter. „Es ist die Basis für Industrie 4.0. Wer vermietet, muss sich darüber im Klaren sein, dass einige Mieter kein Interesse zeigen werden, wenn ihnen kein Glasfaseranschluss geboten wird.“

Von Julia Kreykenbohm

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