Klinik will Landestelle bauen

Viel Wind um Hubschrauber

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Das Klinik-Areal aus der Vogelperspektive. Gut zu erkennen: Der Parkplatz oben links. Dort soll nach Plänen der Klinikbetreiber eine Landestelle für Rettungshubschrauber entstehen. Die Parkplätze müsste der Alexianer-Verbund an anderer Stelle neu bauen. Kranke und Gehbehinderte müssten sehr wahrscheinlich weitere Wege zur Klink oder zum Ärztehaus zurücklegen. 

Bassum - Von Michael Walter. Der Alexianer-Klinikverbund will am Bassumer Krankenhaus eine Landestelle für Rettungshubschrauber einrichten. Ziel: Den Klinikstandort Bassum zu stärken. Die Sache hat allerdings einen Pferdefuß: Für die Landestelle müsste ein guter Teil der ohnehin schon knappen Parkplätze am Eingangsbereich weichen. Mittwoch soll der Bassumer Verwaltungsausschuss darüber beraten. Der tagt grundsätzlich nur nichtöffentlich.

Für Bürgermeister Christian Porsch ein ganz normaler Vorgang. Der Bauantrag ist gestellt. Genehmigungsbehörde ist der Landkreis Diepholz. Die Stadt muss sich nur erklären, ob sie grundsätzlich damit einverstanden ist oder Vorbehalte hat; weil beispielsweise das betroffene Gebiet schon anders beplant ist oder dergleichen. Und bis zu diesem Punkt werden Bauanträge immer nur nichtöffentlich beraten.

„Die Alexianer wollen auf ihrem eigenen Grundstück bauen. Das dürfen sie, wenn der Landkreis es ihnen erlaubt“, fasst Porsch die Situation zusammen.

Das sieht auch Ratsmitglied Rainer Hartmann so, der die Grünen im Verwaltungsausschuss vertritt. „Trotzdem halte ich das Thema für so öffentlichkeitsrelevant, dass wir es auch öffentlich beraten sollten.“ Und das hängt für ihn untrennbar mit der Parkplatzproblematik rund um das gesamte Klinik-Areal zusammen.

Bereits vor drei Jahren hatte die Stadt zu diesem Thema ein Gutachten in Auftrag gegeben (wir berichteten). Das war zu dem Ergebnis gekommen: Auf dem Papier gibt es zwar genügend Parkplätze. Klinik, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen weisen die baurechtlich vorgeschriebene Anzahl an Stellplätzen aus. Teilweise sogar mehr. Dennoch fehlen in den Spitzenzeiten bis zu 100 Pkw-Stellplätze, ganz besonders im Bereich Haupteingang und Ärztehaus.

Und genau dort würde der Bau der Hubschrauber-Landestelle einen weiteren Einschnitt bedeuten. Je nach Lesart der Skizzen würden zwischen 20 und 50 Stellplätze entfallen. Die würden die Klinikbetreiber zwar an anderer Stelle wieder neu bauen, jedoch weiter weg. Patienten auf dem Weg zu den Arztpraxen oder zum Krankenhaus müssten längere Strecken zurücklegen.

„Das ist stieselig, das macht man nicht!“

Hermuth Straßburg vom Bürgerblock gefällt das zwar nicht. „Die Alternative wäre aber, auf die Landestelle zu verzichten. Und das möchten wir auch nicht. Wir wollen den Standort ja stärken.“ Die Ideallösung wäre für ihn: Die Klinik baut ihren „Wirtschaftshof“ für die Abfallcontainer neben dem Parkplatz ab und an anderer Stelle neu. Der Platz, der dadurch gewonnen würde, entspräche fast genau der Fläche, die für die Landestelle benötigt wird.

Bei Christoph Lanzendörfer (SPD) könnte er mit diesem Vorschlag glatt offene Türen einrennen. Denn der hält die Abfallcontainer an ihrem jetzigen Standort schlicht für deplatziert. Der Sozialdemokrat ärgert sich über das Thema Landestelle gleich doppelt. Einmal als Ratsmitglied, und einmal als Anlieger. Denn der Mediziner hat seine Praxis im Ärztehaus.

„Die Betroffenen in die Entscheidung nicht mit einzubeziehen, ist einfach stieselig“, findet er. „Das macht man nicht. Die Praxen im Ärztehaus werden durch die fehlenden Parkplätze erheblich eingeschränkt. Da holt man die doch mit an den Tisch!“

Die SPD werde im Verwaltungsausschuss gegen den Vorschlag stimmen, kündigt Lanzendörfer an. Und er glaubt nicht, dass noch Zeit bleibt, einen Alternativvorschlag abzustimmen. Das hängt mit der Frist zusammen, innerhalb derer sich Bassum zu dem Bauantrag äußern muss. „Jetzt ist die letzte Möglichkeit. Vertagen wir das Thema und Bassum äußert sich nicht, gilt das als Zustimmung.“

Für Hans Hagen Böhringer (CDU) ist die Sache ganz einfach: „Die Landestelle ist nötig, also kommt die auch da hin.“ Allerdings wünscht auch er sich eine Aussage der Alexianer, wie sich die Klinkbetreiber die zukünftige Parkplatzsituation vorstellt.

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