Musical-Premiere „Der Blaue Planet“ begeistert in der Stiftskirche

Viel Tiefgang und Charme

Die Stiftsfinken tragen singend und tanzend den Monolog des Feuers vor, symbolisiert durch die leuchtendroten Tücher. - Foto: Kaack

Bassum - Von Ulf Kaack. Auch wenn nicht immer jede Note auf den Punkt getroffen wurde, glänzte die Aufführung des Musicals „Der Blaue Planet“ durch inhaltlichen Tiefgang und viel Charme in der Umsetzung des Stoffes. Die Stiftsfinken, rund zwei Dutzend Mitglieder der Kinder- und Jugendkantorei Bassum, präsentierten am vergangenen Freitagabend die Premiere des Zweiakters in der gut gefüllten Stiftskirche.

Es beginnt düster. Kreiskantor Ralf Losch entlockt seinem Keyboard archaische Moll-Akkorde, Schlagzeuger Thomas Schwenen gibt einen langsamen Rhythmus vor. Es klingt ein bisschen nach „The Doors“ und passt zu dem nun folgenden Szenario: Noch verhalten betreten die Erzähler Jenna Schäfer und Maja Noémi Wosch die Bühne, sprich den Altarraum. In ihrem Prolog berichten sie vom Zusammentreffen der vier Elemente – Erde, Wasser, Luft und Feuer. Unter ihnen bricht Streit aus. Darüber, wer am stärksten, am wichtigsten, am leistungsfähigsten ist. Eitelkeit und Arroganz treffen in geballter Form aufeinander, wie so oft auch im wirklichen Leben.

Jedes Element rechtfertigt lautstark und prahlend - singend und tanzend von Stiftsfinken dargestellt - seinen Führungsanspruch. Unterbrochen werden diese Passagen immer wieder von einem sogenannten Beschwerdelied, praktisch dem Thema des Musicals mit einem perlenden Klangteppich des Keyboards als Fundament. Hierin manifestiert der intensive Aufruf der Kids, dass Gottes Schöpfung für alle da sei. Trotzdem eskalieren die Differenzen zwischen den Elementen, führen an den Rand der Apokalypse.

Auch im zweiten Akt wird diese Bildsprache aufgegriffen, allerdings nun auf einer weltlichen Ebene.

Jetzt sind es vier Präsidenten, die in grenzenloser Eitelkeit ihre Machtansprüche formulieren. Es geht um Geld, Krieg, Energie, Ressourcen und Einfluss. Wiederum mahnen die kleinen Sänger und Tänzer zum Konsens und zur Diplomatie. Erneut vergeblich.

Das Musical „Der Blaue Planet“ aus der Feder von Babette Dieterich und Peter Schindler verwebt in seiner kindgerechten Form geschickt und symbolträchtig weltliche Themen aus Politik und der globalen Umweltproblematik mit einem religiösen Blick auf die Dinge. Metaphern, Gleichnisse und Parabeln bauen dabei die Brücken zu den Zuhörern.

Natürlich gibt es am Schluss ein versöhnliches Ende. Die Erkenntnis, dass das Leben auf dem blauen Planeten nur im Einklang zwischen Mensch, Natur, Politik und letztendlich mit Gottes Harmonie funktionieren kann, ist ebenso logisch wie sinnstiftend.

Selbstverständlich gibt es am Ende stehenden Applaus für die jungen Darsteller der Kinder- und Jugendkantorei Bassum. Und den haben sich die Kinder redlich verdient, hatten sie doch eine souveräne und authentische Performance abgeliefert.

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