Viel Beifall für School House Seven

Jazz, Luther und Bibel in Bildern

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Vor den von ihnen gemalten Urbildern erklärten die Konfirmandinnen Kim Diedrichs und Lily Bischoff die Symbolik, während sich Ulrike Schink und Wiardus Straatmann in einem Dialog über das Thema „Bild und Bibel“ unterhielten.

Bassum - Von Heiner Büntemeyer. Zum vierten Mal hatte die Kirchengemeinde zu einem Gottesdienst „Jazz und Luther“ eingeladen. Auch an diesem Sonntag war die Stiftskirche sehr gut besucht, als Berthold Kollschen und die School House Seven den Gottesdienst mit „Just A Closer“ eröffneten, wobei Rolf Thiele mit seinem Gesang besonders beeindruckte.

Viel Beifall gab es für die wunderbaren Stücke der Band. Beifall verdiente sich auch die junge Organistin Frauke Brand, die die Gemeinde bei den Chorälen an der Orgel begleitete.

„Bild und Bibel“ hieß das Thema des Tages. Jeder Mensch sei ein Bild Gottes, stellte Pastor Wiardus Straatmann fest. Und: „Wie wir Menschen das umsetzen, dazu gibt uns die Bibel Hilfen.“

Straatmann sowie die Diplom-Soziologin und Künstlerin Ulrike Schink unterhielten sich in einem Dialog ebenfalls über das Thema, denn immerhin heißt es in der Bibel auch, dass Menschen sich kein Bildnis Gottes machen dürfen.

Luther habe sich mit diesem Verbot auseinandergesetzt, das von Bilderstürmern wörtlich ausgelegt wurde und zum Verlust großer Kunstschätze geführt hatte. Luther sei damals bewusst gewesen, dass Menschen sich Bilder vorstellen, wenn sie etwas lesen oder hören, dass sich niemand ein Leben ohne Bilder vorstellen kann. Deshalb habe er sich den Bilderstürmern entgegen gestellt.

„Die Bibel lebt in Bildern“, erklärte Straatmann, und Ulrike Schink fügte hinzu: „Bilder sind Bücher für Analphabeten“, denn früher hätten viele Menschen auch in Deutschland nicht lesen können. Für sie seien Bilder der erste und beste Zugang zur Bibel und zum Glauben gewesen.

Kritisch setzte sich Straatmann allerdings mit der Bilderflut auseinander, die gegenwärtig tagtäglich über die Menschen hereinbreche. Die meisten dieser Bilder seien nicht hilfreich und tröstend, vielmehr mache sich der Mensch diesen Bildern untertan. „Betet sie nicht an und dienet ihnen nicht“, heiße es dazu in der Bibel, mahnte Straatmann.

Mit den Konfirmandinnen Kim Diedrichs und Lily Bischoff hatte Ulrike Schink drei große Bilder gemalt und sie im Chorraum aufgestellt. Sie zeigen Silhouetten von Menschen mit erhobenem Blick und zum Himmel ausgebreiteten Armen. Ulrike Schink bezeichnete sie als Urbilder, die eine Geste zeigen, die in jeder Kultur verstanden werde. Dazu Piktogramme über den Köpfen: Symbole für Liebe, Frieden, Mitmenschlichkeit und Toleranz.

Mit „Oh, when the Saints“, bei dem die Gemeinde mitsang, beendete School House Seven den Gottesdienst, bevor ein musikalischer Frühschoppen in der Kirche begann.

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