Verträglichkeitsgutachten empfiehlt Rossmann-Umzug an den Lindenmarkt

Jobst dürfte bauen – aber jetzt fehlt der Hauptmieter

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So soll das neue Geschäftshaus mit Arztpraxen aussehen, wenn es denn gebaut werden würde.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Nun hat es Investor Horst-Dieter Jobst schriftlich: Ein Drogeriemarkt am Lindenmarkt würde den Standort Bassum nicht schwächen, sondern Versorgungsstrukturen sichern. Eine Nachricht, die Jobst eigentlich frohlocken lassen müsste. Doch Freude mag bei ihm nicht aufkommen.

„Es hat alles viel zu lange gedauert“, kritisiert er. Nun stehe Rossmann als Mieter nicht mehr zur Verfügung. Jobst musste den bereits geschlossenen Vertrag aufheben, weil er die avisierte Frist nicht einhalten konnte. Eigentlich hätte das Wohn- und Geschäftshaus bereits fertig sein sollen. Rossmann wollte im August eröffnen. Doch seit mehr als eineinhalb Jahren liegt das Vorhaben auf Eis. „Ich hatte schon den Gedanken, alles zu verkaufen“, sagt Jobst. Aber er wolle sich von seinem Lindenmarkt nicht trennen.

Ob Rossmann sich anderweitig orientiert, vielleicht an der Sulinger Straße bleibt und dort anbaut, vermag Jobst nicht zu sagen. Er wolle erneut mit Rossmann in Kontakt treten. Wenn das Unternehmen kein Interesse mehr am Lindenmarkt habe, werde er versuchen, mit anderen Drogeriemärkten zu verhandeln. „Ich baue erst, wenn ich einen neuen Mieter gefunden habe.“

Nach der positiven Aussage des Gutachtens sollte die Baugenehmigung kein Problem mehr darstellen, glaubt Jobst. Das bestätigt Stephan Maaß, Fachdienstleiter für Städtebau und Bauordnung beim Landkreis Diepholz. „Wenn die Gutachter nachweisen, dass das Vorhaben keine negativen städtebaulichen Auswirkungen nach sich zieht, könnte Herr Jobst die Baugenehmigung ziemlich schnell bekommen. Vorausgesetzt: Die Stadt hat keine Einwände.“

Hat sie nicht: „Wir werden niemandem Steine in den Weg legen“, meint dazu Bürgermeister Christian Porsch.

Jobsts Pläne sehen im Erdgeschoss Geschäfte (unter anderem Drogeriemarkt) und oben Arztpraxen, unter anderem die Augenarztpraxis Klatt vor. Porsch dazu: „Der Stadt ist es wichtig, dem Ärztepaar Klatt zu versichern, dass es die Möglichkeit hat, sich in Bassum zu erweitern.“ Dieses habe man bereits in Gesprächen signalisiert.

Sicherlich habe die Prüfung des gesamten Vorhabens Zeit in Anspruch genommen, sagt Porsch. Es sei aber nicht Ziel gewesen, etwas zu verzögern.

Nun liegen zwei Untersuchungsergebnisse der Planungsfirma Cima auf dem Tisch. Zum einen das Einzelhandelskonzept, das bisher noch nicht öffentlich vorgestellt worden ist. Zum zweiten das Verträglichkeitsgutachten zur Betriebsverlagerung und Verkaufsflächenerweiterung eines Drogeriemarktes in Bassum. Dieses zahlt Horst-Dieter Jobst, da er Auftraggeber ist. Die Gutachter kommen darin zu dem Schluss: „Unter zusammenfassender Betrachtung aller relevanten Aspekte kann die Cima die Realisierung des Planvorhabens in dem geprüften Umfang empfehlen.“

Durch die Verlagerung, Erweiterung und Modernisierung würde der Drogerienahversorger in seinem Fortbestand am Bassumer Standort langfristig gesichert und gestärkt.

Weiter heißt es: „Die ökonomische Wirkungsprognose nach dem Worst-Case-Ansatz hat ergeben, dass durch das Planvorhaben keinerlei schädliche Auswirkungen zu erwarten wären, das heißt, dass die zentralen Versorgungsbereiche beziehungsweise die Nahversorgungsstrukturen im Untersuchungsgebiet nicht geschädigt würden.“

Als Grundzentrum sollte die Bestrebung für Bassum vor allem darin liegen, die relevanten Nahversorgungsstrukturen vor Ort zu behalten, „auch wenn dies im Zweifelsfall eine – wie aufgezeigt nicht unwesentliche, aber quantitativ vertretbare – Schwächung des Zentralen Versorgungsbereiches nach sich zöge“, so die Cima.

Für den Standort Sulinger Straße müsse durch eine zielgerichtete Ansiedlungsstrategie eine neue Nutzung durch Einzelhandel ermöglicht werden.

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