Erste Sammlung steht bevor

Die neue Tonne im Test - wie viele Gelbe Säcke passen rein?

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Wie viel passt rein? Jannik Nohr und Dennis Kastens wollen es genau wissen und starten den Praxistest mit der Tonne.

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Die flatterhaften Zeiten sind so gut wie vorbei: Mit Jahresbeginn ersetzt die Verpackungstonne in den allermeisten Haushalten im Landkreis den hachdünnen Gelben Sack.

Genau den möchten „nicht einmal 1000 von insgesamt 217.000 Bürgern behalten, berichtet Matthias Kühnling als Öffentlichkeitsbeauftragter der AWG (Abfallwirtschaftsgesellschaft). „Deutlich weniger Haushalte als erwartet wünschen keine Tonne“, betont er. Und doch gibt es Verunsicherung. Eine immer wieder gestellte Frage: Passen überhaupt alle Verpackungen eines Monats in die Tonne?

Genau das hat Matthias Kühnling mit seinen Kollegen Jannik Nohr und Dennis Kastens ausprobiert. Ergebnis: „Es passt der Inhalt von sechs Säcken rein.“

Tetra-Packs, Würstchendosen, Styroporteile, Joghurtbecher, Plastikfolien sowie -verpackungen von Käse und Wurst waren in diesen Säcken, die aus ganz normalen Haushalten stammten. Der Test zeigt: Die Verpackungstonne hat ein größeres Fassungsvermögen als viele Bürger im Landkreis Diepholz annehmen. Das zumindest beweisen die Anfragen an die AWG: „Viele Bürger möchten die Behälter-Größe ändern“, berichtet Kühnling über Wünsche nach einer größeren – oder auch mal kleineren – Tonne. Dafür werde die AWG eine passgenaue Lösung finden, verspricht Kühnling. „Aber wir bitten noch um Geduld.“

Prall gefüllte Gelbe Säcke mit Original-Verpackungen aus Haushalten im Landkreis Diepholz stehen dafür bereit.

Denn noch ist die Auslieferung der mehr als 70.000 Tonnen im gesamten Landkreis nicht abgeschlossen. Mehr als 34.000 Tonnen müssen noch zu den Bürgern gebracht werden: „Die Verteilteams sind jetzt in Twistringen und Barnstorf unterwegs, die restlichen Gemeinden folgen noch.“ Besondere Herausforderungen müssten in sehr ländlichen Regionen gemeistert werden: „Hier sind teilweise keine Straßenbezeichnungen, sondern nur Ortsnamen mit nicht geordneten Hausnummern anzutreffen, sodass sich die Ausgabe der Tonnen sehr zeitintensiv gestaltet.“

Damit die Bürger sich ganz entspannt auf das neue System einstellen können, fährt die AWG bei der ersten Leerung der Verpackungstonne im Januar doppelgleisig. Will heißen: Befüllte Wertstoffsäcke dürfen neben die Tonne gelegt werden – beides nehmen die Entsorger in diesem einen Ausnahmefall mit.

Um das maximale Fassungsvermögen zu nutzen, werden die Gelben Säcke entleert und ihre Inhalte lose in der Tonne verstaut.

Mit dem neuen System sollen die Wertstoffsäcke nach und nach verschwinden, sofern sie die Bürger nicht weiterhin bewusst nutzen. Sie müssen sie dann aber selbst zu einem der Wertstoffhöfe im Landkreis bringen. Dort – und ebenso im Entsorgungszentrum Bassum – erhalten sie die typischen Rollen mit neuen gelben Säcken. Nicht aber mehr in den Rathäusern der Kommunen: Dieser Service wird zum Jahresende eingestellt, so Kühnling.

Nicht wenige Bürger haben das schon jetzt verinnerlicht: „Wir haben täglich zwischen 50 und 100 Haushalte im Landkreis, die schon jetzt die Tonne zur Leerung rausstellen“, berichtet der Pressesprecher – und betont: „Bei der letzten Abfuhr in diesem Jahr werden ausschließlich Säcke mitgenommen, eine Leerung der Tonnen ist ausgeschlossen.“

Um das maximale Fassungsvermögen zu nutzen, werden die Gelben Säcke entleert und ihre Inhalte lose in der Tonne verstaut.

Kurzzeitig hatte es bei der AWG App, die alle Abhol- und Leerungstermine auf dem Handy anzeigt, ein Problem gegeben. Versehentlich war in einigen Bereichen das Tonnen-Symbol schon für den Dezember-Termin angezeigt worden. Für das neue Jahr gilt: „Die Nutzer der App müssen unter dem Menüpunkt Einstellungen in der App die Abfallarten auswählen und die Verpackungstonne aktivieren, sonst werden die Leerungstermine der Verpackungstonne nicht angezeigt.“

Zurzeit verschickt die AWG den Abfuhrkalender, in dem alle Termine für das Jahr 2019 aufgelistet sind. „Online ist der straßenbezogene Abfuhrkalender 2019 bereits über die Internetseite der AWG abrufbar. Nach Eingabe des Wohnortes und der Straße kann sich der Nutzer seinen persönlichen Kalender anzeigen lassen und ausdrucken“, so Kühnling.

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